Ab sofort: Änderung beim Mobilfunk für Millionen Handykunden

3 Min. Lesezeit Teilen/Speichern
In den Mobilfunknetzen hat sich zum Jahreswechsel etwas verändert, das Millionen Kunden betrifft. Und es wird noch weitere Änderungen geben. Die Auswirkungen: Je nach Anbieter kannst du schneller oder langsamer surfen.
Eine junge Frau hält ein Handy in der Hand

Mobilfunk: Änderung bei den Frequenzen betreffen Millionen Nutzer

Seit dem 1. Januar 2026 darf 1&1 eigene Frequenzen im 2,1-GHz-Bereich nutzen. Das sind die ehemaligen UMTS-Frequenzen, die seit der UMTS-Abschaltung von den Mobilfunkern für LTE und 5G genutzt werden. Dieser Frequenzbereich wurde bislang zu gleichen Teilen von Telekom, O2 und Vodafone genutzt (jeweils 2 × 20 MHz). Doch schon 2019 ersteigerte sich auch 1&1, damals noch unter dem Namen Drillisch, einen Teil dieser Frequenzen. Die Nutzungsrechte bekam man aber erst ab 2026.

So wechselten zum Jahreswechsel nun die Nutzungsrechte. Der fragliche Frequenzblock lag bis Ende 2025 bei Telefónica (O2). Für dich als Kunde heißt das: Wenn 1&1 dieses Band an eigenen (bisher etwa 2.000) Standorten aktiviert, kann das dir als Nutzer von 1&1 lokal mehr Kapazität bringen. Vor allem in Städten und an stark genutzten Orten kann 2,1 GHz helfen, Datenraten zu stabilisieren, wenn viele Nutzer gleichzeitig im Netz sind. Außerdem sind die neuen Frequenzen für 1&1 hilfreich, um mit dem eigenen Funknetz besser in Gebäude zu gelangen. Denn bislang verfügte 1&1 nur über Frequenzen um 2,6 und 3,6 GHz, die an Hauswänden oftmals scheitern.

Für O2-Kunden kann die Veränderung hingegen dafür sorgen, dass das Netz jetzt etwas langsamer ist. Allerdings kann O2 dies in der Regel durch die Bündelung mit anderen Frequenzbereichen kompensieren.

Weitere Veränderungen kommen – Frist bereits verstrichen

Parallel zum Jahreswechsel greifen Verlängerungen der Low-Band-Frequenzen bei den etablierten Anbietern. Dabei geht es um Frequenzen um 800 MHz, die – genau wie Frequenzen um 1800 und 2600 MHz – durch eine Entscheidung der Bundesnetzagentur für Telekom, Vodafone und O2 nun fünf Jahre länger nutzbar sind. Diese tiefen Frequenzen (also 700, 800 und 900 MHz) sind für Fläche und Indoor-Versorgung entscheidend: auf dem Land, in Gebäuden, in Zügen. Das ist der Bereich, in dem „Netz fühlt sich besser an“ oft überhaupt erst entsteht.

Wegen dieser Verlängerung der eigentlich Ende 2025 ausgelaufenen Nutzungsrechte hatte die Bundesnetzagentur verfügt, dass einer der drei etablierten Anbieter – Telekom, Vodafone oder O2 – sich mit 1&1 über eine Abtretung eines Teils der Frequenzen einigen muss. Denn durch die Verlängerung hatte 1&1 keine Chance, diese für den Netzausbau erforderlichen Frequenzen zu ersteigern. Die Frist für diese Einigung ist mit dem Jahreswechsel abgelaufen – ergebnislos.

Low-Band-Frequenzen: Bundesnetzagentur vor Entscheidung?

So ist weiterhin ungeklärt, wer künftig einen Teil dieses Low-Bands an 1&1 abgeben muss. Das Netz bei diesem Anbieter könnte dann gerade im ländlichen Bereich etwas langsamer werden. Die drei etablierten Mobilfunker realisierten zumindest über das 900-MHz-Band auch noch das GSM-Netz. Telekom und Vodafone haben jedoch angekündigt, GSM abzuschalten. Wie es mit den Frequenzen weitergeht, ist unklar – eigentlich müsste nun die Bundesnetzagentur eine Entscheidung treffen. 1&1 gibt offiziell kein Statement ab. Auf Nachfrage teilte man uns mit: „Da es sich um ein laufendes Verfahren handelt, bitten wir um Verständnis, dass wir uns aktuell nicht weiter äußern können.“ Die Bundesnetzagentur antwortete bislang nicht auf unsere schriftliche Anfrage. Sie hatte sich bei ihrer Entscheidung im Frühjahr 2025 eine finale Entscheidung zur Anordnung vorbehalten.

Für 1&1 sind die Frequenzen im Low-Band wichtig, um mit den eigenen Sendemasten auch innerhalb von Gebäuden eine Versorgung aufbauen zu können. Aktuell fallen Kunden hier oft in das National Roaming bei Vodafone zurück, was 1&1 entsprechend kostet. Wichtig aber für dich: Egal, was sich bei den Mobilfunkfrequenzen ändert, du musst an deinem Handy nichts einstellen oder ändern. Das regelt dein Smartphone automatisch für dich.

Keine Kommentare

[-AMP Version-]