1&1 und Deutsche Telekom: Einigung bei Zusammenarbeit

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Die Deutsche Telekom und 1&1 haben sich auf eine Zusammenarbeit in den kommenden Jahren verständigt. Sie setzen damit ihre bisherige Zusammenarbeit fort und weiten sie sogar aus. Es geht dabei unter anderem um die Nutzung der echten Glasfaser-Anschlüsse der Telekom.
Das 1&1 Logo
Bildquelle: David Gillengerten / inside handy

„Die Deutsche Telekom und 1&1 Versatel arbeiten im Festnetz weiterhin eng zusammen“. Das teilte die Deutsche Telekom heute in einer Pressemitteilung mit. Es gehe dabei um einen neuen Vertrag im Festnetz. Dieser ist notwendig, damit 1&1 seinen Endkunden VDSL-Leitungen anbieten kann. Denn technisch kommen diese Leitungen meistens von der Deutschen Telekom, in einigen Fällen auch von lokalen Netzbetreibern. Der neue Vertrag sieht nun erstmals auch die Nutzung von direkten Glasfaseranschlüssen, also FTTH, vor. 1&1 betreibt über seine Tochter 1&1 Versatel auch eigene Glasfaseranschlüsse.

Die FTTH-Anschlüsse der Telekom sind aktuell in der Lage, einen Downstream von bis zu 1 Gbit/s zu ermöglichen. Der Upstream liegt bei bis zu 200 Mbit/s. Exakt diese Parameter hat auch 1&1 schon in seinem Tarifportfolio. Die Anschlüsse, die dort geschaltet werden, kommen bislang jedoch ausschließlich von lokalen Anbietern.

Die Telekom hat nach eigenen Angaben bereits 2 Millionen Haushalte in Deutschland direkt mit Glasfaserleitungen angeschlossen. Dabei handelt es sich einerseits um Neubauwohnungen, aber auch um Anschlüsse in extrem ländlichen Gebieten, bei denen ein VDSL-Ausbau nicht sinnvoll gewesen wäre. 1&1 spricht derweil von zunächst 750.000 vermarktbaren Haushalten.

Telekom hat neben 1&1 auch Verträge mit O2 und Vodafone

Die Telekom sieht in der strategischen Partnerschaft im Festnetz eine bessere Auslastung ihrer Netze. Sie können so den Glasfaser-Ausbau in Deutschland vorantreiben. Der Plan der Telekom ist, fortan jährlich mindestens 2 Millionen Haushalte mit einer direkten Glasfaserleitung zu versorgen. Auf diese Anschlüsse hat dann auch 1&1 Zugriff. Wichtig ist das vor allem auch für die Bewohner von Neubauwohnungen. Dort wird keine Kupferleitung mehr verlegt, die Buchung von DSL ist also nicht möglich. Bislang waren die Kunden hier auf eine Buchung bei der Telekom angewiesen – wenngleich es kein Gigabit-Anschluss sein musste.

Für die Telekom ist es bereits die dritte Kooperation dieser Art innerhalb weniger Wochen. Zuvor erzielte sie entsprechende Einigungen mit Vodafone und O2. Beide Anbieter sind mit diesen Anschlüssen aber noch nicht am Markt verfügbar. Sie verwiesen darauf, dass Aufsichtsgremien den Vereinbarungen noch zustimmen müssten. Dieses ist auch bei dem Vertrag zwischen Telekom und 1&1 der Fall. Unklar ist demnach, ab wann 1&1 die Leitungen der Telekom anbieten und buchbar machen wird.

Glasfaser-Anschlüsse der Telekom sind nicht reguliert

Anders als DSL sind die Glasfaser-Anschlüsse der Telekom nach aktuellem Stand nicht reguliert. Das bedeutet, andere Anbieter können sich nicht auf regulierte Konditionen berufen, sondern müssen mit der Telekom individuelle Verträge aushandeln. Das ist nun geschehen. Die Verträge mit den drei Firmen haben eine Laufzeit von jeweils zehn Jahren und schließen auch den Einkauf von VDSL-Anschlüssen mit ein.

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4 KOMMENTARE

  1. Hallo zusammen,
    die Telekom hat ja nun vorgegeben, dass sie bist 2030 alle Häuser mit einem richtig Glasfaseranschluss bis in das Haus versorgen werden. Wie realistisch ist dies einzuschätzen? Lohnt sich überhaupt noch der private Ausbau, wenn die Telekom sowieso alle Häuser erschliessen wird.

    • Auch der Telekom-Ausbau ist ja ein privater Ausbau, die Telekom ist eine Aktiengesellschaft – wenngleich der Staat Anteile hält.

      Die Telekom betont, dass sie es nicht schaffen kann, alle Haushalte selbst zu erschließen. Sie gründet ja auch bereits erste Firmen mit lokalen Partnern, etwa in Münster oder mit der EWE in Nordwest-Deutschland. Es ist nicht davon auszugehen, dass die Telekom im großen Stil bestehende Glasfaser-Netze überbauen wird. Auch sie wird die Leitungen bei anderen Firmen einkaufen. Im Bereich von VDSL wird das schon gemacht, FTTH wird kommen. Ohne dass man konkrete Details nennt.

  2. Es werden die Viertel oder Straßen angeschlossen. Bei mir wurde die Straße auch aufgegraben. Aber nur 10 bis 20 Prozent der Häuser in der Nachbarschaft haben dann das Kabel auch bekommen. Allen anderen war es zu kompliziert. Ich nehme an, dass bei uns jetzt sozusagen 2000 Haushalte versorgt sind. Aber in Wahrheit eben nur geschätzt 200 bis 400.

  3. „Der Plan der Telekom ist, fortan jährlich mindestens 2 Millionen Haushalte mit einer direkten Glasfaserleitung zu versorgen.“

    Also bis jetzt ist es so, dass die Telekom gerade im ländlichen Bereich eher den (geförderten) Ausbau der Glasfasernetze mit Absichtserklärungen (die drei Jahre gelten und später ungestraft zurückgezogen werden können um Wettbewerber auszubremsen) behindert.

    Gerade auf dem „platten Land“ ist das eigentlich ein Unding, da man oftmals noch mit 3 MBit oder weniger herumdümpelt.
    Für ein Land wie unseres eigentlich ein Armutszeugnis und der beste Beweis dafür, dass das Thema Digitalisierung weder von Seiten der Politik noch der Telekom ernst genommen wird.

    Ich für meinen Teil bin stinksauer und werde aufgrund dieses Verhaltens sicher nicht wieder Kunde bei den Hampelmännern in Magenta werden.

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