OnePlus 8 im ersten Test: Unaufgeregt gut oder langweilig?

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OnePlus hat mit dem „8“ ein neues Smartphone in der Vernunft-Klasse vorgestellt. Der chinesische Hersteller will damit eine anspruchsvolle Klientel bedienen, die jedoch keine Lust hat 1.000 Euro und mehr für ein Mobiltelefon auszugeben. Doch gelingt der Ansatz? Der Test des OnePlus 8 zeigt es. Und wir starten für dich mit dem ersten Eindruck des OnePlus 8.
OnePlus 8 im Hands-On
Front des OnePlus 8 im Hands-OnBildquelle:

OnePlus steht in der Tradition, alle halbe Jahre und paarweise Smartphones auf den Weg zu schicken. Nun war es wieder so weit und OnePlus hat das OnePlus 8 und das OnePlus 8 Pro vorgestellt. Dabei zeigt sich, dass man sich beim normalen 8er nicht weit aus dem Fenster lehnt und eine solide Basis für das Pro-Modell entwickelt hat. Keine Experimente heißt jedoch nicht, dass es nicht trotzdem ein aufregendes Modell sein kann. Doch so richtig springt der Funke nicht über. Warum, zeigt der erste Eindruck im Test des OnePlus 8.

OnePlus 8 im Test: Die technischen Daten

Das OnePlus 8 ist in Teilen mit exquisiten Bauteilen bestückt. Es bietet einen Snapdragon 865 und mit dem X55-Modem von Qualcomm auch 5G. Damit bleibt OnePlus dem eigenen Anspruch treu, immer den neuesten Prozessor von Qualcomm in seinen aktuellen Smartphones zu verbauen und damit immer auch ein rasantes Smartphone auf die Beine zu stellen. Ein Full-HD-Display mit 90 Hz und 30 Watt Ladeleistung sind ebenfalls für OnePlus typische Highlights im Datenblatt. Die technischen Daten zum OnePlus 8 findest du mit allen wichtigen Details im Datenblatt des OnePlus 8. Die wichtigsten Grundlagen kannst du aber auch hier sehen:

OnePlus OnePlus 8
Software Android 10
Prozessor Qualcomm Snapdragon 865
Display 6,55 Zoll, 1.080 x 2.400 Pixel
Arbeitsspeicher 12 GB
interner Speicher 256 GB
Hauptkamera 8000x6000 (48,0 Megapixel)
Akku 4.300 mAh
induktives Laden
USB-Port
IP-Zertifizierung
Gewicht 180 g
Farbe
Einführungspreis 799 €
Marktstart April 2020

OnePlus 8 im Hands-On: Der erste Eindruck des Designs und der Haptik

Beim Blick auf das Datenblatt des OnePlus 8 entsteht zuerst das Gefühl, dass es das nächste Standard-Oberklasse-Smartphone ist und man nicht überrascht werden kann. Das ändert sich etwas, wenn man das Handy zum ersten Mal in die Hand nimmt. Das schmale Gerät liegt wunderbar in der Hand und die 180 Gramm Gewicht spürt man kaum. Durch die Breite von nur knapp 73 Millimeter und den abgerundeten Gehäuserücken kann man es mit durchschnittlich großen Händen locker umgreifen und sicher in der Hand halten. Beim Bedienen stellen sich die abgerundeten Kanten jedoch als etwas rutschig heraus. Es ist also Vorsicht geboten. Die Lösung für das Problem liegt dem Lieferumfang aber bei: Eine klare Silikonschutzhülle gibt dem Ganzen einen deutlich besseren Grip.

Die Schutzhülle verdeckt ein Highlight lobenswerterweise nicht: Das Mintgrüne Testgerät zeigt nämlich wie eine matte Oberfläche und ein metallischer Glanz hervorragend kombiniert werden können. Fingerabdrücke und anderer Schmierereien sind also kein Problem beim neuen OnePlus 8. Dass die Hersteller die immer ausufernden Kameras nicht mehr in die Gehäuse unterbringen können, ist zwar allumfassend, jedoch trotzdem keine sehr schöne Entwicklung. Und so erhebt sich auch beim OnePlus 8 die Kamera scharf aus der Rückseite heraus.

Kommen wir zur Bedienung des 6,55 Zoll großen OnePlus 8. Nein, man kann es nicht mit einer Hand komplett steuern. Das erwartet jedoch auch niemand mehr seit die 6-Zoll-Marke nicht mal mehr von Einsteiger-Handys unterboten wird. Bei den mechanischen Tastern sieht es aber anders aus. Und hier gibt es eigentlich kein Problem beim OnePlus 8. Lediglich der Lauter-Button auf der linken Seite ist etwas umständlich zu erreichen. Der Rest, also dessen Gegenstück, der Power-Button und der Schieberegler zum Stummschalten, sind komfortabel zu erreichen.

OnePlus 8 im Test: Kamera, Geschwindigkeit und was fehlt

Die Kamera des OnePlus 8 haut mit ihren Daten, aber auch im ersten Eindruck, niemanden vom Hocker. Die Ergebnisse sind solide, jedoch nicht auf dem Niveau, das in der High-End-Klasse gerade von den drei großen – Apple, Huawei und Samsung – abgeliefert wird. Dafür ist die Kamera-App sehr einfach bedienbar und suggeriert einen Zweifachzoom. Der wird aber als Digitalzoom ausgeführt, da es keine echte Telebrennweite gibt. Wer also die volle Kamera-Power von OnePlus erleben will, muss zum Pro-Modell greifen.

Nichts zu meckern gibt es bei der Geschwindigkeit. Ruckeln oder Wartezeiten gibt es bei der Bedienung nicht. Das gelingt OnePlus mit dem High-End-Prozessor aber auch mit dem 90-Hz-Display, das das flüssige Bedien-Gefühl unterstützt. Im Bereich Leistung gibt es also bei OnePlus wieder einmal nichts zu meckern.

Doch nun zum ungemütlichen Teil: Das OnePlus 8 hat ein paar Schwächen, die schon alle Vorgänger hatten. Waren sie noch vor zwei Jahren verschmerzbar, weil auch einige Konkurrenten drauf verzichteten, tun sie mittlerweile immer mehr weh. Die fehlende IP-Zertifizierung ist zwar im Prinzip kein Beinbruch, jedoch lebt man einfach unbeschwerter, wenn man weiß, dass das Handy in der Hand auch nach Normen geprüft wasserdicht ist und nicht nur durch warme Worte des Herstellers.

Dazu das leidige Thema kabelloses Laden. OnePlus vertrat lange Zeit die Ansicht, kabelloses Laden erst einführen zu wollen, wenn es einen echten Mehrwert gibt. Den gibt es jetzt mit Blick auf das Pro-Modell. Aber nicht im Blick auf das normale OnePlus 8. Weniger schlimm ist da die Einschränkung des 5G-Themas. Nur eine SIM-Karte kann über die 5G-Antennen funken. Nicht beide gleichzeitig.

Preis-Leistungs-Einschätzung

Das OnePlus 8 kostet je nach Speicherausstattung knapp 700 oder knapp 800 Euro. Das ist ein solides, aber kein herausragendes Preis-Leistungs-Verhältnis. Bedenkst du, dass du damit 100 beziehungsweise 200 Euro unterhalb des Samsung Galaxy S20 liegst, könnte man es als gut bewerten, wäre da nicht unter anderem Xiaomi. Denn hier werden beim Preis-Leistungs-Niveau noch einmal andere und bessere Werte aufgerufen.

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