RedMagic 5G im Test: Günstiges Smartphone für echte Gamer

9 Minuten
Das RedMagic 5G von Nubia möchte ein echtes Gaming-Smartphone sein und keine Kompromisse eingehen. Wir haben das Smartphone beim Zocken aber auch im Alltag getestet. So schneidet es als Gesamtpaket ab.
Bildquelle: Timo Brauer

Unter dem Label RedMagic verkauft der Hersteller Nubia High-End Smartphones speziell für Gamer. Ein solches Smartphone ist das RedMagic 5G. Mit seinem 144 Hertz Display, Snapdragon 865 Prozessor und dedizierten Schultertasten möchte es das Herz der Gamer erobern. Wir haben uns das Smartphone angeschaut, das für seine Verhältnisse echt günstig ist – 579 Euro kostet es in der Grundaustattung. Mit dem Erscheinen des neueren RedMagic 5S wird das RedMagic 5G sogar etwas günstiger.

Diese Grundausstattung bietet etwa einen Snapdragon 865, daneben satte 8 GB Arbeitsspeicher und 128 GB Speicherplatz. Optional sind auch 12 und 256 GB Speicher drin, das kostet dann 649 Euro. Zahlreiche Gaming-Features (Kühlung, Schultertasten etc.) sind mit dabei und last but not least 5G-Mobilfunk. Das Handy ist also erst einmal zukunftssicher. Mit 218 Gramm ist es kein Leichtgewicht, aber richtige Gaming-Hardware muss auch das gewisse Etwas haben.

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Look&Feel des RedMagic 5G

Schon beim ersten Auspacken und Einschalten fällt auf: Dieses Smartphone ist für Gamer gemacht. Die Glasrückseite unseres Testgerätes in „Eclipse Black“ besitzt schicke rote Farbelemente und ein leutendes RedMagic-Logo auf der Rückseite. Später fällt auf, dass sogar der RedMagic-Schriftzug leuchten kann.

Das RedMagic-Logo und der Schriftzug können leuchten

Der Ramen des Smartphones ist aus Metall und macht einen robusten Eindruck. Hier befinden sich neben USB-C Port und Kopfhöreranschluss auch ein Teil der Stereo-Lautsprecher sowie Lüfter-Öffnungen und zwei Schultertasten. Hierzu später mehr. Die Lautstärkewippe und der Powerbutton sind aus Plastik gefertigt und bieten einen guten Druckpunkt. Ein Slider an der linken Seite startet und beendet den speziellen Gaming-Modus des Smartphones.

144 Hertz Display

Ein Highlight des Smartphones ist das 6,65 Zoll große AMOLED-Display. Dieses bietet eine Bildwiederholrate von 144 Hertz und ist damit noch einmal einen Tick schneller als beispielsweise die Galaxy S20 Reihe von Samsung. Dadurch wirkt das RedMagic 5G bei der Bedienung und insbesondere beim Scrollen super flüssig. Die sehr kurzen System-Animationen verstärken diesen Eindruck nochmals. Auch einige Spiele, wie beispielsweise „Modern Combat Versus“, unterstützen die schnellere Bildwiederholrate bereits. Im Vergleich zu anderen High-End Smartphones sind die Farben des AMOLED-Bildschirms aber nicht ganz so brillant. Unter dem Display befindet sich ein Fingerabdrucksensor. Hier hätte uns ein Modell an der Seite des Smartphones besser gefallen, da der Sensor unter dem Bildschirm nicht immer zuverlässig und schnell reagiert. Oftmals ist es einfacher gleich das Passwort einzugeben.

Das AMOLED Display des RedMagic 5G

Ein Vorteil im Vergleich zu anderen Flaggschiffen ist das an den Rändern nicht-gebogene Display des Nubia RedMagic 5G. Dadurch werden Fehleingaben und unschönes Reflektieren verhindert. Hier hat Nubia also mehr auf eine optimale Bedienung statt auf das Aussehen auf Werbeplakaten Wert gelegt. Auch sind die Ränder oben und unten sind ein bisschen dicker als bei anderen aktuellen Top-Smartphones, wodurch sich das RedMagic 5G beim Zocken im Querformat jedoch besser in der Hand halten lässt. Ein weiterer Vorteil der Ränder ist, dass Nubia so auf eine Notch oder andere störende Unterbrechungen im Bildschirm verzichten kann.

RedMagic 5G bietet aktuelle Software

Auf dem RedMagic 5G läuft Android 10 zusammen mit der Benutzeroberfläche Red Magic OS 3.0. Diese ist sehr aufgeräumt und unterscheidet sich auf den ersten Blick nur durch ein leicht abgewandeltes Design und einen standardmäßig aktiven Dark-Mode vom eigentlichen Stock-Android. Leider wurde jedoch auch an der System-Navigation geschraubt und eine eigene Gesten-Bedienung eingebaut. Das eigentlich Besondere ist jedoch der Gaming-Mode. Diesen startest du durch einen physischen Slider an der linken Seite des Smartphones.

Über den roten Slider wird der Game-Mode aktiviert

Game-Mode

Durch das Aktivieren des Gaming-Modus wechselt das Nubia RedMagic 5G in den Landscape-Modus und zeigt einen alternativen Launcher mit allen installierten Spielen an. Sollten manche Spiele nicht erkannt werden, lassen sich diese einfach hinzufügen.

Der Game-Mode stellt die Spiele in den Fokus

Die eigentlich spannenden Einstellungen werden über ein Control-Panel getroffen, welches von der rechten Seite ausgefahren werden kann. Hier lassen sich Optionen und Hilfestellungen beim Zocken einstellen.

Dazu zählt unter anderem ein Performance-Booster für Spiele, eine anpassbare Zielhilfe oder das Einprogrammieren und Wiedergeben von wiederkehrenden Touch-Befehlen. Auch lässt sich die Bildwiederholrate des Displays einstellen, Anrufe und Benachrichtigungen blockieren und der Lüfter einstellen.

Das Controll-Panel ist leicht zu erreichen

Im Gegensatz zur sonstigen Benutzeroberfläche das Smartphones, ist das Design des Game-Mode entsprechend „gamy“. Hier steckt also auch drin, was von außen suggeriert wird. Die Optionen des Control-Panel sind auf das Wesentliche beschränkt und schnell aus jedem Spiel erreichbar. Im Alltag ist der dedizierte Game-Mode eine gute Möglichkeit Spiele und andere Smartphone-Funktionen zu trennen. So ist man im Alltag nicht von seinen Games abgelenkt und wird beim Zocken nicht von Benachrichtigungen gestört.

Die Hardware: Gaming pur

Ja, du hast vorhin richtig gelesen. Das Nubia RedMagic 5G verfügt über einen integrierten Lüfter, der an der einen Seite des Gehäuses Luft einsaugt und an der anderen Seite wieder nach draußen pustet. Dadurch bleibt das Smartphone auch bei längeren Spiele-Sessions oder beim Schnell-Laden angenehm kühl.

Wenn du ein grafisch aufwändiges Spiel zockst, wird dieser nach einiger Zeit deutlicher hörbar, stört aber nicht besonders. Wer mit Ton per Lautsprecher oder Kopfhörer spielt, bekommt nicht wirklich etwas von den Geräuschen mit. Auf Wunsch lässt sich der Lüfter auch komplett deaktivieren.

Ebenfalls eine Besonderheit, sind die Schultertasten des Smartphones. Diese lassen sich pro Spiel frei mit einer beliebigen Aktion belegen und anschließend wie die Schultertasten eines Game-Controllers nutzen. Diese zusätzlichen Tasten, beispielsweise zum Anvisieren und Schießen zu verwenden, könnte dir in dem ein oder anderen Match durchaus einen Vorteil verschaffen. Insbesondere bei Shootern wie „Modern Combat 5“ und „Pubg“ haben sie mir im Test geholfen. Zu einem späteren Zeitpunkt soll es auch ein ansteckbares Gamepad als Zubehör zu kaufen geben.

Auch die restliche Hardware ist optimal zum Zocken geeignet: Neben einem Snapdragon 865 Prozessor, dem aktuellen Top-Model von Qualcomm, stecken wahlweise 8 oder 12 Gigabyte Arbeitspeicher in dem Gaming-Smartphone. Für eine schnelle Verbindung sorgt das integrierte WiFi 6 (ax). Damit waren im Test stabile Geschwindigkeiten von rund 270 Mbit/s möglich. Auch 5G wird bereits unterstützt, das Smartphone ist also für die Zukunft gerüstet.

Nubia RedMagic 5G
Software Android 10
Prozessor Snapdragon 865
Display 6,65 Zoll, 1.080 x 2.340 Pixel
Arbeitsspeicher 12 GB
interner Speicher 256 GB
Hauptkamera 9248x6936 (64,1 Megapixel)
Akku 4.500 mAh
induktives Laden
USB-Port 3.0 Typ C
IP-Zertifizierung (kein Schutz)
Gewicht 218 g
Farbe
Einführungspreis 579 €
Marktstart April 2020

Die Kamera des RedMagic 5G

Die größte Schwäche in Gaming-Smartphones ist in den meisten Fällen die Kamera. Auch beim Nubia RedMagic 5G ist diese für die Preisklasse eher unterdurchschnittlich. Neben einer 64 Megapixel-Hauptkamera stehen noch eine 8 Megapixel Weitwinkel-Kamera und eine 2 Megapixel Makro-Kamera zur Verfügung.

Die Hauptkamera macht scharfe Fotos, tendiert aber ein wenig zum Überbelichten. Wie bei eigentlich allen Smartphones mit einer hohen Auflösung werden die Fotos standardmäßig nicht mit 64 sondern nur mit 16 Megapixeln gespeichert. So können die Informationen aus vier Pixeln zu einem kombiniert werden, um ein besserer beleuchtetes Bild zu erhalten.

Etwas hell aber scharf – Ein Testfoto mit der Haupt-Kamera des RedMagic 5G

Tagsüber funktioniert das gut. Wenn es langsam dunkler wird, fangen die Aufnahmen jedoch stark an zu verwaschen.

Das Nubia RedMagic 5G braucht viel Licht

Bei kompletter Dunkelheit kommt der Nachtmodus zum Einsatz. Dieser genügt zumindest für Schnappschüsse.

Auch bei Dunkelheit ist das Motiv noch zu erkennen

Die 8 Megapixel Weitwinkel-Kamera macht für Social Media und co. brauchbare Aufnahmen. Lediglich am Rand verwaschen die Aufnahmen. Dies ist jedoch bei den meisten Weitwinkel-Kameras in Smartphones der Fall. Wie auch bei der Haupt-Kamera ist das Foto jedoch ein wenig überbelichtet. Eventuell kann Nubia hier mit einem Softwareupdate nachhelfen.

Ein Weitwinkel-Foto

Mit einer Auflösung von 2 Megapixeln ist die Makro-Kamera mehr Spielerei als Profi-Werkzeug. Zum Verschicken mit WhatsApp und Co. reichen die Aufnahmen aber allemal. Ein praktischer Sucher in der Kamera-App hilft zudem, den richtigen Fokus zu finden. Hier könnten sich andere Smartphone-Hersteller etwas abgucken.

Makro-Foto

Zwei Tage mit einer Akkulaufzeit

Der Akku kann hingegen wirklich überzeugen. Mit einer Kapazität von 4500 mAh war es auch mit kleineren Spiele-Sessions nie ein Problem mit dem Smartphone durch den Tag zu kommen. Wenn du nicht viel mit dem Smartphone zockst und die Bildwiederholrate auf 60 Hertz herunterstellst, sind auch zwei Tage ohne Aufladen drin. Das Aufladen selbst geht mit dem mitgelieferten 18 Watt Ladegerät angenehm schnell. Eine komplette Ladung dauert so nur knapp über eine Stunde. Per separat erhältlichem Netzteil kann sogar mit bis zu 55 Watt geladen werden. Hierbei kommt der integrierte Lüfter zum Einsatz und kühlt das Smartphone während des Ladevorgangs. Geladen wird, wie mittlerweile selbstverständlich mittels USB-C Port.

Nubia RedMagic 5G im Test: Unser Fazit

Nubia ruft für das RedMagic 5G einen Preis von 579 Euro auf. Für diesen Preis gibt es kein anderes Smartphone mit der selben Ausstattung auf dem Markt. Durch die Spezialisierung auf die Anforderungen von Spielern ist das Smartphone im Vergleich zu anderen Flaggschiffen jedoch etwas größer und klobiger. Auch kann die Kamera nicht mit anderen Top-Modelle mithalten. Das Nubia RedMagic bedient also eine spezielle Zielgruppe – macht in diesem Bereich aber eine exzellente Figur.

Pros des Nubia RedMagic 5G im Test

  • Bestes derzeit erhältliches Gaming-Smartphone
  • Schultertasten bieten Mehrwert beim Zocken
  • Top-Performance

Contras des Nubia RedMagic im Test

  • Kamera nicht in der Top-Klasse

Spezielle Gaming-Smartphones gibt es nur wenige auf dem Markt. Das Razer Phone 2 ist mit seinem Snapdragon 845 Prozessor schon deutlich angestaubt. Einzig das Asus ROG Phone 2 ist mit seinem 120 Hertz Display und einem Snapdragon 855 Plus Prozessor eine ernst-zunehmende Alternative. Doch auch dieses Smartphone bietet im direkten Vergleich den schwächeren Prozessor, keine 5G Unterstützung und auch keine Schultertasten. Mit einem Preis von normalerweise über 800 Euro ist das Asus-Smartphone zudem deutlich teurer.

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Bildquellen

  • Nubia RedMagic 5G Rückseite aus: Blasius Kawalkowski
  • Nubia RedMagic 5G Display: Blasius Kawalkowski
  • Nubia RedMagic 5G Seite: Timo Brauer
  • Nubia RedMagic 5G Game Mode: Timo Brauer
  • Nubia RedMagic 5G Control Pannel: Timo Brauer
  • Nubia RedMagic 5G Testfoto: Timo Brauer
  • Nubia RedMagic 5G Testfoto Low Light: Timo Brauer
  • Nubia RedMagic 5G Testfoto Nacht: Timo Brauer
  • Nubia RedMagic 5G Testfoto Weitwinkel: Timo Brauer
  • Nubia RedMagic 5G Testfoto Makro: Timo Brauer
  • Nubia RedMagic 5G Titelbild: Timo Brauer
Nokia 8.3
Nokia: Das ist das 5G-Handy von James Bond
Der hinter der Marke Nokia stehende Hersteller HMD Global hat heute drei neue Handys vorgestellt, die du ab Oktober kaufen kannst. Während du beim James-Bond-Handy mit 5G etwas tiefer in die Tasche greifen musst, bekommst du die beiden anderen Geräte schon ab 130 Euro.

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3 KOMMENTARE

  1. Na also. Geht doch 🙂

    Dann kann ja der Post mit „Die aktuell schnellsten Smartphones“ geupdated werden 😉

  2. Seid wann ist das unangenehme „Ikea-Du“ bei Inside Digital zur Amansprache des Lesers geworden? Sind wir skandinavische Hipster oder was?

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