Honor 9A im Ersteindruck: Das bekommst du für 150 Euro

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Trotz der Corona-Pandemie haben in den vergangenen Monaten eine Reihe von neuen Smartphones den Markt geflutet. Darunter auch: das Honor 9A. Huaweis Tochterfirma setzt bei dem Gerät vor allem auf einen günstigen Preis. Die Frage: Was bekommt man für 150 Euro? Der Ersteindruck zeigt es.
Honor 9A Rückseite

Heutzutage ist es nicht mehr unbedingt nötig, Unmengen an Geld für ein Smartphone auszugeben. Auf diesem Standpunkt steht auch das Honor 9A, das im Juni vorgestellt wurde. Auf den ersten Blick fallen direkt das fast randlose Display und die Triple-Kamera auf der Rückseite auf. Was du für 150 Euro außerdem erwarten kannst, zeigen die reinen Fakten.

Das ist das Honor 9A

Das neue Smartphone aus der Schmiede Honors bewegt sich im typischen Einsteigerbereich. Zur Verfügung steht ein 6,3 Zoll großes Display, das mit HD-Qualität auflöst und im 20:9-Format in das Gehäuse integriert ist. Unter der Haube verrichtet der MediaTek Helio P22 mit acht Kernen sein Werk. Kritikpunkt: Der Chipsatz ist schon über zwei Jahre alt. Prozesse können in einen 3 GB großen Arbeitsspeicher ausgelagert werden, intern stehen 64 GB Speicherkapazität bereit. Allerdings kann letzterer mittels Micro-SD-Karte um bis zu 512 GB erweitert werden.

Auf der Rückseite findest du nicht nur einen Fingerabdrucksensor, sondern auch eine Triple-Kamera. Die schießt Fotos mit 13, 5 und 2 Megapixeln. Auf der Vorderseite steht eine 8-Megapixel-Kamera für Selfie-Fans bereit. Als Highlight kann der Akku gelten, der 5.000 mAh groß ist. Ob das Honor 9A damit auch zu den Top 20 der Smartphones mit guter Akkulaufzeit aufsteigen kann, muss ein ausführlicher Test zeigen. Eine Schnellladefunktion ist nicht mit an Bord. Ebenso wenig wie USB Typ C: Nutzer müssen sich mit einem Micro-USB-2.0-Anschluss zufrieden geben.

Honor 9A USB-Anschluss
Auf USB Typ C müssen Nutzer verzichten.

Allerdings solltest du wissen: Auch Honor ist von dem US-Bann betroffen, sodass du mit dem Honor 9A keinen Zugriff auf Google-Services hast – wenngleich das Smartphone auch auf Android 10 basiert. Stattdessen musst du für App-Downloads die AppGallery von Huawei nutzen. Der Umfang an Apps ist hier aber deutlich geringer als im Google App Store. Zusätzlich ist Honors Nutzeroberfläche Magic UI installiert, die sich wie gewohnt recht bunt und verspielt gibt.

Erhältlich ist das Smartphone seit dem 1. Juli in den Farben Schwarz, Türkis und Hellblau. Kostenpunkt: 149,99 Euro.

Honor 9A angefasst und ausprobiert

Honor kann vor allem eins: leuchtende Farben. Die Rückseite sowie der Rahmen des Honor 9A leuchten also in Türkis – zumindest bei dem Exemplar, das uns vorliegt. Auf den ersten Blick ist nichts zu bemängeln: Die Verarbeitung ist rund, ebenso wie das Design des Smartphones. Honor beschränkt sich auf ein zeitloses, aber auch modernes Gehäuse ohne viel Schnickschnack.

Auf den zweiten Blick offenbart sich jedoch, dass das Honor 9A ein Kunststoffgehäuse besitzt. Die Rückseite ist dabei zwar so glänzend wie Glas – und zieht Fingerabdrücke genauso an -, besteht aber ebenfalls aus Kunststoff. Bemerkbar macht sich das am Gehäuserahmen, der den Unterschied zwischen Glas und Plastik nochmal deutlich macht. Dadurch, und weil das Honor 9A vergleichsweise leicht ist, fühlt sich der Einsteiger nicht sonderlich hochwertig an.

Honor 9A Front

Eines muss man dem Honor 9A allerdings lassen: Trotz des 6,3 Zoll großen Display ist das Smartphone sehr handlich. Durch sein abgerundetes Gehäuse lässt es sich einfach umgreifen, ohne dass die Finger sich verrenken müssen. Auch die Buttons, wie etwa der Power-Button oder die Lautstärkewippe, sind gut erreichbar. Die Performance ist im ersten Eindruck flüssig; das Bedienen von Apps und das Wischen auf dem Homescreen läuft ohne Verzögerungen oder Ruckler.

Viel Bloatware, wenig Google

Wie eingangs bereits erwähnt, sind Googles Dienste nicht mehr auf dem Honor 9A zu finden. Stattdessen musst du Apps, wie beispielsweise WhatsApp und Co., über die AppGallery von Huawei herunterladen. Mittlerweile hat sich der Store zwar recht gut gefüllt. Es ist dennoch eine kleine Herausforderung für alle, die sich nicht gut mit Smartphones auskennen. Um das Honor 9A in seinem vollen Umfang nutzen zu können, ist es außerdem nötig, sich eine Huawei ID zuzulegen.

Einen negativen Beigeschmack hinterlässt außerdem die Bloatware, die vorab schon auf dem Honor 9A installiert ist. 15 sind es an der Zahl – darunter nicht nur Spiele, sondern auch Social-Media-Plattformen, Nachrichten-Apps und Reise-Zubehör. Öffnet man einen Ordner mit vorinstallierten Apps, lässt es sich Honor nicht nehmen, zusätzlich weitere, thematisch passende Apps zu empfehlen. Alle Anwendungen lassen sich zwar wieder deinstallieren. Den Nutzer ungefragt mit Drittanbieter-Apps zu überschwemmen und sie ihm ungefragt aufzudrängen, grenzt jedoch an Unverschämtheit.

Passable Kamera

Von einem Low-Budget-Smartphone darf man keine Wunder erwarten – schon gar nicht von der Kamera. Die Triple-Kamera des Honor 9A kann sich aber durchaus sehen lassen. Bei gutem Licht hält die Kamera für passable Schnappschüsse mit recht kräftigen, wenn auch ein bisschen zu warmen Farben her. Auch Nahaufnahmen gelingen, auch wenn der Fokus hier lange Zeit braucht, um das gewünschte Motiv ins Zentrum zu rücken. Nur, wenn man in das Bild hineinzoomt, merkt man, dass die Detailtiefe bei den Aufnahmen fehlt. Vor allem kleine Motive, wie beispielsweise Blätter, verschwimmen in einem großen Gewusel.

Honor 9A Triple-Kamera
Die Triple-Kamera mit 13, 5 und 2 Megapixeln macht passable Fotos.

Wie meistens bei chinesischen Smartphones ist auch die Kamera-App des Honor 9A mit Beatuy-Filtern vom feinsten ausgestattet. Die haben den Effekt, dass Motive – egal, ob Personen oder Landschaften – weichgezeichnet werden. Für alltägliche Fotos reicht die Kamera des Honor 9A aus. Wer jedoch höhere Ansprüche an die Fotoqualität hat, sollte entweder zu einem anderen Smartphone greifen oder direkt zu einer richtigen Kamera.

Honor 9A Testfotos
Die Farben sind kräftig, wenn auch teils ein wenig überzeichnet.

Fazit zum Honor 9A: Nicht Fisch, nicht Fleisch

Das Honor 9A erscheint auf den ersten Blick als farbenfrohes Smartphone, das auf den zweiten Blick aber einige Schwachpunkte offenbart. Das ist nicht nur das Plastikgehäuse, sondern auch die teils veraltete Hardware. Hierzu zählen beispielsweise der Prozessor sowie der USB-Anschluss. Kritik muss sich Honor auch in puncto Bloatware gefallen lassen, die beim Honor 9A deutlich Überhand nimmt. Hier zieht das Smartphone gegenüber preislich ähnlichen Konkurrenten den Kürzeren.

Positiv kann auf dem hart umkämpften Smartphone-Markt, vor allem in der Preisklasse, die passable Kamera. Auch die Handhabung des Geräts ist einfach. Bewusst sein muss jedem Käufer jedoch, dass sich das Honor 9A nicht wie ein herkömmliches Android-Smartphone nutzen lässt. Es braucht ein wenig Expertise und Geduld, um sich mit Honors beziehungsweise Huaweis eigenem Ökosystem auseinanderzusetzen. Wer jedoch Lust zum Experimentieren hat, ist gut bedient.

Bildquellen

  • Honor 9A im Ersteindruck: Simone Warnke
  • Honor 9A im Ersteindruck: Simone Warnke
  • Honor 9A im Ersteindruck: Simone Warnke
  • Handys unter 200 Euro: Stefan Winopal
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