Sonos Arc im Test: Erstaunlich, wie die neue Playbar klingt

7 Minuten
Wie gut ist die neue Playbar von Sonos wirklich? Wir konnten die Sonos Arc wenige Tage vor dem Marktstart testen und einen direkten Vergleich zur bisherigen Playbar ziehen. Welche Soundbar ist besser und lohnt sich ein Wechsel?
Sonos Arc
Bildquelle: Thorsten Neuhetzki

Zunächst eine Vorbemerkung: Dieser Test und das damit verbundene Hörerlebnis kann nur die rein subjektive Einschätzung des Redakteurs wiedergeben. Möglicherweise empfinden andere Ohren den Soundeindruck der Sonos Arc anders. Und möglicherweise verhält sich die Arc auch in einem anderen Raum und mit anderer Einrichtung anders. Getestet haben wir die Sonos Arc in hinter der Couch offenen Wohnküche ohne hohe Decken und mit recht nah gebauten Wänden zu allen anderen Seiten der Arc. Im Test außerdem: Ein Setup im Zusammenspiel mit dem Sonos Sub und zwei Play:1 als Rücklautsprecher.

Transportbox mit Wow-Effekt

Die Installation der Sonos Arc ist einfach und Sonos macht dir sogar das Unboxing leicht. Denn du kannst du das lange und schwere Spundbar vom Laden und innerhalb der Wohnung in einem Paket mit Tragegriff transportieren. An den beiden Enden gibt es einen Schließmechanismus, der dem Entsperren eines Smartphones mit einer Wischgeste ähnelt. Messer oder ähnliches brauchst du nicht.

Der Lieferumfang ist überschaubar und doch ist fast alles dabei, was man brauch: Sonos Arc, Stromkabel, HDMI-Kabel, optischer Audio-Adapter und eine Kurzanleitung. Ein Netzwerkkabel legt Sonos nicht mehr bei. Wenn du die Möglichkeit hast, die Sonos Arc per Netzwerkkabel an einen Router anzuschließen, ist das auch sinnvoll – aber nicht notwendig, sofern andere Sonos-Komponenten einen Anschluss ans Internet haben oder du die Sonos Arc in dein WLAN hängst.

Sonos im Karton
Sonos im Karton

Unser Tipp: Solltest du auch nur ansatzweise über einen Umzug oder einen späteren Verkauf der Sonos Arc nachdenken: Bewahre die Verpackung auf. Eine sicherere Verwahrung als den Transportkarton wirst du nicht finden.

Leichter Aufbau, aber niedriger TV-Standfuß

Der Aufbau ist schnell gemacht. In unserem Fall allerdings mussten wir unseren Fernseher, der auf einem Lowboard steht, auf Bücher stellen, um die Sonos Arc ohne Blickhindernisse nutzen zu können. Sie ist schlicht zu hoch, um sie einfach vor den Fernseher zu legen. Eine Wandhalterung gibt es für etwa 80 Euro. Das ist aber nur hilfreich, wenn du den TV auch an der Wand hängen hast. In Zukunft werden Dritthersteller auch Halterungen für die Montage an den Fernseher anbieten.

Insgesamt macht die Sonos Arc einen deutlich edleren Eindruck als die Playbar. Sie wirkt weniger klobig und hochwertiger verarbeitet. Allerdings ist die Arc deutlich breiter als die Playbar, sodass sie in unserem Fall deutlich über den 44-Zoll-Fernseher hinaus ragt.  Auch der staubanfällige Stoff der Playbar ist verschwunden und durch ein Gitter ersetzt. Die Anschlüsse sind auf der Rückseite. Ungewöhnlich: HDMI und Strom müssen zwar in dem rückseitig eingelassenen Anschlussschacht eingesteckt werden, dort aber an den Seitenwänden.

Die Einrichtung geht – wie immer bei Sonos – flott von der Hand: Einfach ein neues Produkt in der App hinzufügen und die App zeigt dir alles an, was zu tun ist. In nicht einmal fünf Minuten ist Sonos Arc einsatzbereit. Dabei unterstützt die App sogar beim Anschluss an den Fernseher über die Arc-Schnittstelle. Übrigens: Sonos Arc funktioniert nur mit der neuen Sonos S2-App.

HDMI-ARC: Der Anschluss mit Ton-Funktion

Anschließen kannst du die Sonos Arc ausschließlich per HDMI. Leider wird das HDMI-Signal nicht durch die Sonos Arc durchgeschleift, sodass es bei bestimmten Konstellationen im Heimkino wie etwa Beamer ein Problem sein können, wie die Kollegen von Golem getestet haben. Angeschlossen werden soll die Sonos Arc möglichst am HDMI Arc Port des Fernsehers, der das Tonsignal dann an die Soundbar sendet. Problematisch ist dies bei älteren TV-Geräten, die keinen HDMI-Arc-Anschluss haben. Hier kannst du dann aber einen beiliegenden Spezialadapter nutzen, der den optischen Ausgang des TV-Gerätes nutzt und es in ein HDMI-Signal wandelt.

Nicht jeder Arc-Anschluss ist geeignet

In unserem Test machte eben auch jeder HDMI-Arc-Anschluss Probleme. Er lieferte zwar ein Ton-Signal, aber nur so lange, wie es ein Stereo-Ton war. Sobald ein 5.1-Ton anlag, war dieser nur über einen anderen Weg und mithilfe des Adapters zu hören.

Das Problem konnte durch den Support von Sonos nach umfangreichen Anschluss-Tests nachgestellt werden: Es liegt beim Fernsehgerät. Dieses kann zwar die Sonos Arc über den Arc-Anschluss ansteuern – aber nur so lange, wie die Tonquelle nicht über HDMI in den Fernseher kommt. Sprich: Nur bei Apps auf dem Smart-TV oder im Gerät decodierten TV-Programmen. Allein die Beschriftung „Arc“ am TV-Gerät ist keine Garantie, dass alles funktioniert.

Wichtig ist, dass der Fernseher den Ton über eine Passthrough-Funktion wieder ausgibt. Diese Fernseher können den Ton übrigens in der Regel auch nicht über den Toslink-Ausgang wiedergeben, sodass du ohnehin mit einem externen HDMI-Switch arbeiten musst, wenn du externe Quellen nutzt. Hier kannst du dann auch den mitgelieferten Adapter nutzen. Aber: Atmos gibt es nicht über den Adapter.

Grundsätzlich unterstützt die Sonos Arc beim Anschluss über HDMI eARC Dolby Atmos, TrueHD, MAT, Dolby Digital Plus und Dolby Digital. Hast du „nur“ HDMI Arc, so fallen TrueHD und MAT weg. Oder eben wie in unserem Test alle Tonformate.

So gut ist der Sound der Sonos Arc wirklich

Sound-Eindrücke in Worten wiederzugeben ist schwierig, versuchen wollen wir es aber dennoch einmal. Im alleinigen Betrieb der Sonos Arc besticht diese sowohl bei Musik als auch bei Filmen und Sprache durch einen sehr klaren Klang. Im Vergleich mit der alten Playbar wirkt der wiedergegebene Ton in allen Sound-Kategorien deutlich feiner, während die bisherige Playbar vor allem bei Filmen ohne die Unterstützung von Sub und Rücklautsprechern deutlich abfällt.

Die Arc brilliert dabei in allen Disziplinen und schafft es, ein wirklich gutes Tonsignal wiederzugeben. Dabei gilt: Je hochwertiger die Tonquelle, desto besser kann die Arc auch allein einen räumlichen Klang wiedergeben.

Insbesondere dann, wenn die Tonquelle ein 5.1-Signal ist, hast du direkt das Gefühl eines Heimkinos. Willst du mit der Sonos Arc erstmals in die Welt des Heimkinos eintauchen, dann kommst du im ersten Schritt auf jeden Fall ohne Sub und Rücklautsprecher gut zurecht. Allerdings solltest du die Sonos Arc in jedem Fall mit einem iPhone und der Funktion Trueplay einmessen. Die Unterschiede sind enorm und in einem Action-Film schafft es die Sonos Arc tatsächlich Soundeffekte aus unterschiedlichen Richtungen des Raumes zu genieren, obwohl die Soundbar direkt vor uns unter dem TV lag. Ein beeindruckender Effekt, den die Sonos Playbar nicht geschafft hat.

Nimmst du dann (später) noch den Sonos Sub und zwei rückwärtige Lautsprecher in Betrieb, so hast du nach unserem subjektiven Eindruck akustisch in der Tat ein Heimkino zu Hause. Beim Ein- und Ausschalten der zusätzlichen Lautsprecher merkst du richtig, wie das Sonos-System intern die Ausspielung verändert und der Sound wirklich Kino-Qualität erlangt – und das bereits bei Dolby Digital 5.1. Allerdings: Auch wenn du die alte Playbar mit zwei Rücklautsprechern sowie dem Sonos Sub kombinierst, bekommst du schon einen erstklassigen Sound – die Arc macht ihn nur noch etwas brillanter.

Fazit: Sonos Arc lohnt sich, aber…

Unser Rat: Solltest du die Playbar ohne weitere Lautsprecher einsetzen, lohnt sich ein Wechsel auf die Sonos Arc akustisch in jedem Fall. Für den Austausch der Playbar in einem existieren 5.1-Setup musst du jedoch schon sehr audiophil sein. Schließlich geht es um eine Investition von rund 900 Euro.

Schwankst du in der Entscheidung, dir schnell noch die günstigere Sonos Playbar zu kaufen oder etwas mehr Geld für Sonos Arc in die Hand zu nehmen, so raten wir dir eindeutig zur Arc. Auch, wenn dein TV möglicherweise noch nicht mit HDMI Arc ausgestattet ist, hast du über den Adapter eine Menge Freude an dem Gerät.

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