OnePlus 6T im Dauertest: Die Tops und Flops nach 3 Monaten

8 Minuten
Das OnePlus 6T konnte im Test von inside handy mit 4,5 von 5 Sternen sehr gut abschneiden und bot nur wenig Raum für Kritik. Nach einer Nutzung von drei Monaten im Alltag stellen sich einige Stärken als Schwächen heraus. Und trotzdem gibt es eine echte Empfehlung.
OnePlus 6T
OnePlus 6TBildquelle: inside handy

Das OnePlus 6T ist die Weiterentwicklung des vorangegangenen Flaggschiffs OnePlus 6 und wurde entsprechend nur in einigen Details verändert. Welche das genau sind, wird im Vergleich im aufgeschlüsselt. Der Langzeittest zeigt nun, dass nicht alle Upgrades als solche positiv in die Bewertung eingehen können. Doch auch nach drei Monaten enttäuscht das OnePlus 6T nur in wenigen Punkten. Einige Details beweisen sich im Alltag als bärenstark.

Das Fazit aus dem Test des OnePlus 6T brachte die folgenden Stärken und Schwächen hervor:

Pros des OnePlus 6T

  • tolles Gesamtpaket
  • Power ohne Ende
  • gute Kamera
  • jetzt guter Akku

Contras des OnePlus 6T

  • in keinem Bereich Referenz
  • lasches Software-Paket
  • Fingerabdrucksensor weiterentwicklungswürdig

OnePlus 6T im Dauertest: Die Tops nach 3 Monaten

Nach drei Monaten der Nutzung als Telefon, Kamera-Ersatz, Internetmaschine und Spielekonsole zeigen sich einige Stärken auch auf Dauer. Die Grundlagen für einige dieser sehr positiven Eigenschaften legt OnePlus schon im Datenblatt des OnePlus 6T:

Software Android 9.0 Pie
Prozessor Qualcomm Snapdragon 845
Display 6,4 Zoll, 1.080 x 2.340 Pixel
Arbeitsspeicher 6 GB, 8 GB
Hauptkamera 5312x2988 (15,9 Megapixel)
Akku 3.700 mAh
induktives Laden
USB-Port 3.1 Typ C
IP-Zertifizierung (kein Schutz)
Gewicht 185 g
Farbe Schwarz, Violett
Einführungspreis 6 / 128 GB: 549 €, 8 GB / 128 GB: 579 €, 8 GB / 256 GB: 629 €
Marktstart

Schnell – und das dauerhaft

Das OnePlus 6T ist mit dem Snapdragon 845 ausgestattet und besitzt damit den Spitzenmodell-Prozessor 2018 schlechthin. Dazu sind im Testgerät 8 GB Arbeits- und 128 GB Hauptspeicher verbaut. Das Display löst mit Full-HD+ auf. Alles gemeinsam führt zu einem Benchmark-Testwert von knapp 300.000 Punkten. Gemessen wurde mit der App von AnTuTu in der Version 7.1. Auch nach drei Monaten und einer weiteren Messung stehen immer noch knapp 285.000 Punkte auf dem Tableau.

UmfeldModellBenchmark-Wert
TestgerätOnePlus 6T296.028
 
Sony Xperia XZ3277.699
aktuelle ReferenzGoogle Pixel 3 XL285.146
Razer Phone 2206.394
 
HTC U12+270.006
direkte Konkurrenten Samsung Galaxy S9+249.185
Huawei Mate 20 Pro249.187
 
OnePlus 6268.802
ehemalige FlagschiffeHuawei Mate 10 Pro176.482
 Samsung Galaxy S8174.550

Nach drei Monaten Nutzung im Alltag rast das OnePlus 6T folglich durch Menüs, Einstellungen und von App zu App. Nur selten nutzt man die volle Leistung des Smartphones aus und leichte Probleme gibt es erst, wenn man hungrige Anwendungen wie Google Maps, die Kamera und Spiele wie Pokémon Go gleichzeitig benutzt. Doch auch dann lässt sich das OnePlus 6T noch sehr flüssig bedienen und stottert nichts.

Dual-SIM im Spitzenmodell

Ebenfalls schon in den technischen Daten verankert ist eine weitere Stärke, die auch im Laufe der Zeit überzeugen kann. Mit einer Karte im O2- und einer im Telekom-Netz, jeweils mit LTE-Anbindung, hatte das OnePlus 6T kaum Probleme beim LTE-Empfang. Eine Vodafone-Karte war zwar nicht im Einsatz, jedoch kann auch diese Anbindung mit anderen kombiniert werden. Selbst im zum Teil löchrigen deutschen Netz gibt es also immer die Auswahl. Dazu ruft das OnePlus 6T bei einem Rückruf automatisch mit der korrekten Nummer zurück.

Kamera weiter auf hohem Niveau

Die Kameras in Spitzenmodellen stehen zurzeit im Mittelpunkt der Betrachtungen vieler Nutzer. Sie bestehen mittlerweile aus mindestens zwei Modulen und bieten deutlich mehr Möglichkeiten als noch vor wenigen Jahren. Das OnePlus 6T schwimmt mit seinen beiden Kameras, die zwei Brennweiten erzeugen, im Strom mit. Die längere Brennweite wurde jedoch recht oft eingesetzt und konnte zeigen, dass sie auch im Alltag gute Fotos schießt. Gerade, wenn kleine Gegenstände oder etwas aus der Entfernung abgelichtet werden soll ist die Doppelkamera eine schnelle und zuverlässige Alternative zur Kompaktkamera.

Schlanke Software und Updates

Die Software wurde im Test des OnePlus 6T wegen ihrer simplen Grundausstattung gerügt. Im Alltag kommt einem diese Eigenschaften jedoch zu gute. Lediglich die Apps, die es auch wirklich braucht, landen im App-Drawer. Bloatware oder hauseigene Software ist kein Thema beim OnePlus 6T. Auch die Anpassungen der Apps, beispielsweise an das langgezogene Notch-Display, gelingen hervorragend.

OnePlus 6T im Dauertest: Die Flops nach 3 Monaten

Neben einem sehr guten Gesamteindruck gibt es jedoch auch einige Details, die das OnePlus 6T zu einem nervigen Begleiter machen. Dazu gehört der Fingerabdrucksensor im Display, der deshalb weggefallene Klinkenanschluss und die softwareseitige Sparsamkeit des Akkus. Doch den größten Ärger bringt der Näherungssensor im OnePlus 6T.

OnePlus 6T beendet Telefonate per Ohr

Das OnePlus 6T nervte im Langzeittest bei einer der simpelsten Funktionen eines Smartphones: der Telefonie. Warum? Das Smartphone beendet Anrufe mittels Ohr des Nutzers. Wie das kommt? Der Näherungssensor ist schuld. Sobald man das OnePlus 6T nicht komplett am Ohr behält, öffnen sich die Schnelleinstellungen und ein ums andere Mal werden mobile Daten abgeschaltet oder der Flugmodus aktiviert. Beides hat einen Verbindungsabbruch zur Folge. Der Sensor in der Notch wurde besonders klein konstruiert, damit die Notch die nötige Eleganz bekommt. Das stellt sich im Laufe der Zeit als hinderlich heraus.

Ein ebenso ärgerlicher Nebeneffekt: Wird ein Telefonat geführt, verhindert der Näherungssensor das Herausklappen der Schnelleinstellungen. Eine Lösung ist, das Schnellstartmenü mit dem Finger nicht zentral herunterzuholen, sondern am Rand. Dazu muss man jedoch bei einhändiger Bedienung schon einen sehr langen Daumen oder eine sehr bewegliche Hand haben.

Ohne Klinke, keine Lösung

Das Problem mit der Telefonie ist spätestens dann wieder präsent, wenn man versucht die mit Adapter zur Konnektivität gezwungenen älteren Kopfhörer zu nutzen. Nachdem man das Käbelchen mitsamt Adapter mühsamer als früher auseinander gefrickelt hat, kann man das OnePlus 6T nicht mehr nebenbei Laden. Ein echtes Problem, wenn es sowieso gerade knapp ist und man nebenbei noch ein mobiles Game zocken oder seine Lieblingsserie streamen will. Der Grund für den Wegfall der alten Klinkenbuchse ist apropos der Fingerabdrucksensor im Display. Er nimmt soviel Platz weg, dass OnePlus einfach keine Klinkenbuchse mehr ins Gehäuse bekommt.

Fingerabdrucksensor im Display: Nur für den Sommer

Genau bei diesem Bauteil ist der nächste Flop zu finden. Schon die fehlende Lebenderkennung stellt ein Sicherheitsproblem dar, doch auch sonst hat der Sensor so seine Probleme. Sobald der Finger auch nur minimal nass oder schmutzig ist, erkennt die Kamera den Fingerabdruck nicht mehr. Insbesondere in der Winterzeit, wo es nicht nur von Außen nass werden kann, sondern die Finger auch oft genug aus Handschuhen gezogen werden müssen, ist diese Einschränkung ärgerlich.

Dazu kommt, dass man immer mit dem grünen Schein leben muss, mit dem der Finger beleuchtet wird. Das ist gerade bei Dunkelheit wie im Kino oder beim schlafenden Sohnemann oder der schlafenden Tochter ungünstig. Trotzdem erkennt die kleine Kamera nicht immer den Abdruck. Dann kommt die Gesichtserkennung zum Einsatz, die aber bei Dunkelheit auf einen Trick zurückgreifen muss. Dann nämlich nutzt OnePlus das Display des 6T zur Beleuchtung des Gesichts. Das erhellt wiederum den Raum, was man im Zweifel nicht haben möchte.

Display-Helligkeit und Apps im Hintergrund: Die zickige Seite der OnePlus-Software

Die Software im OnePlus 6T geht sparsam mit dem Akku um und verdient eigentlich Lob. Dazu trägt sie zur Geschwindigkeit des Smartphones bei. Doch das hat seinen Preis. Die Software schließt Apps im Hintergrund recht schnell. So kann es sein, dass man schon bei vier geöffneten Apps die zuerst aufgerufene Anwendung wieder in den Vordergrund holt und sie in diesem Moment neu gestartet wird. Das ist vor allem dann von Nachteil, wenn man sich beispielsweise in einer fremden Stadt mit Google Maps orientiert, seine Fotos mit dem Smartphone schießt und sie gleichzeitig auf unterschiedlichen Social-Media-Plattformen teilen will. Auch bei mobilen Games, die man während anderer Tätigkeiten nebenbei spielt, kommt dieser Effekt zum Tragen.

Eine andere Eigenart der OnePlus-6T-Software ist die automatische Display-Helligkeit. Das OnePlus 6T deaktiviert sie des Öfteren und der Nutzer wundert sich über ein stabil zu dunkles oder zu helles Panel. Dann ist ein Wisch in die Schnelleinstellung und ein weiterer hin zur Einstellung nötig. Erst danach wird sie wieder aktiviert und die sonst gute Helligkeitsregelung nimmt ihren Dienst wieder auf.

OnePlus 6T im Langzeittest: Der positive Eindruck überwiegt

Das OnePlus 6T kann nach drei Monaten immer noch gefallen und heimst viele Punkte mit seinen soliden Ausstattungsmerkmalen und den tollen technischen Daten ein. Man muss sich jedoch auch auf kleine Ärgernisse einstellen. Dafür kann OnePlus mit einer Stärke auftrumpfen, die so nur noch Google oder Apple bieten: Der chinesische Hersteller produziert Updates wie am Fließband. Und nicht nur kleine Fehlerbehebungen oder Sicherheitsebenen werden in die Software verbaut, auch System-Updates mit neuen Versionen der Google-Software Android und der hauseigenen Benutzeroberfläche OxygenOS stehen dem Nutzer zur Verfügung. Damit bleibt, trotz kleiner Schwächen im Detail, eine Empfehlung für das OnePlus 6T übrig.

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6 KOMMENTARE

  1. Fast auf dem Niveau eines Chip.de- Smartphones Tests.

    Ein fehlender Klinkenanschluss als Kritikpunkt ist spätestens in 2019 nicht mehr angebracht, zudem sollte man nicht so einfältig sein und der Aussage glauben schenken, dass Grund hierfür der Fingerabdrucksensor ist. Kommen wir nun gerade zu diesem.
    Diesen zu Kritisieren ist albern, dafür bietet er Innovation. Den ersten, sehr langsamen, Fingerabdrucksensor im iPhone 5s, hat man auch nicht für seine Geschwindigkeit kritisiert.
    Ebenso die schlanke Software stellt im Vergleich zur großen Auswahl an mit bloatware geladenen Flachschiffen einen deutlichen Vorteil. Ein Google Pixel mit fast noch geringerem Umfang wird auch nicht dafür kritisiert.

  2. Alex hat in allen Punkten recht. Der Klinkenanschluss wird auf Druck von Rechteinhabern der Film- und Musikindustrie entfernt. Über den guten alten analogen 3,5mm Abschluss lässt sich nun einmal kein digitales Rechtemanagement durchsetzen. Und 1, 2, 3 kann der Nutzer nur noch digital signierte Daten über den neuen und achso tollen digitalen Anschluss abspielen. Wenn uns doch nur jemand gewarnt hätte…

  3. Das mit dem Fingerabdruck ist doch Käse..
    Dann muss man jeden Sensor im Winter ausschalten wegen Handschuhe.. bla bla..

    Nass und Schmutzig? Bei beiden habe ich Null Probleme.. aber wenn ich meine Finger in Spagetti Sauce tunke, läuft er bei mir auch nicht mehr..

    Bericht, setzen Sechs..

  4. Ich stimme ebenfalls in allen Punkten zu, habe das Gerät selber seit Anfang Januar und kann den Kritikpunkten überhaupt nicht folgen. Alleine schon das Schließen der Apps im Hintergrund ist Blödsinn, das kann man in einem Rutsch für alle Programme ein bzw ausschalten…sogar für jede einzelne App lässt sich das einstellen. Sollte man eigentlich nach der langen Zeit herausgefunden haben, wenn man das Gerät reviewt!
    Der Fingerabdruck Sensor klappt bei mir sogar mit dreckigen und nassen Fingern unmittelbar, vlt einfach mal mehrere Finger registrieren lassen, ganz einfach.
    Und wen die Scan Farbe von dem Teil stört, der sollte sich vlt lieber ein anderes Gerät kaufen oder eine andere Entsperr Methode festlegen wie PIN oder Muster, dann wirds im Dunkeln auch net so hell ! Wenn man Apps im Dunkeln öffnet, dann machen die Programme ebenfalls Helligkeit….also absoluter Blödsinn.
    Fehlender Port für Kopfhörer als Kritikpunkt ist für mich ebenfalls net nachvollziehbar…ich hab mit dem Adapter nicht mehr und nicht weniger Kabelsalat wie mit dem Stecker – der Adapter bleibt einfach dran am Kabel und zack, fertig. Und wer zusätzliches Laden dann auch noch vermisst zur Musik hören, der lädt den Akku einfach paar Minuten und gut is…..!
    Habe echt das Gefühl, einige Geräte oder Marken müssen unbedingt schlecht gemacht werden, sonst kauft man ja keine IPhones, Samsung oder Huawei mehr, wenn andere Hersteller gleich ziehen oder sogar noch innovativer sind……

  5. Da habt ihr euch jetzt doch etwas dequalifiziert, die Doppelkamera des Oneplus 6T setzt wie die Kamera des Oneplus 6 auf zwei gleiche Brennweiten, die zweite Kamera wird ausschließlich für den Unschärfe Effekt bei Portrait Aufnahmen verwendet. Aber immerhin schön, dass der Digitalzoom sehr gut zu sein scheint 😉

    • Hallo Flux,

      vielen Dank für deinen Einwand. Ja, die Kamera hat keine festen Brennweiten, sondern es werden zwei Brennweiten aus den Kamerainformationen erzeugt. Das habe ich wohl etwas unsauber rüber gebracht. Ich habe die entsprechende Stelle angepasst.

      Viele Grüße

      Michael

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