Lenovo Yoga 9i 14: Dieses schicke Convertible hat fast keinen Makel

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Ein gefälliges Design mit eigener Handschrift, ein Tablet-Modus mit Stift und Intels neuester Prozessor: Das Yoga 9i 14 will als Rundum-Sorglos-Paket überzeugen – wird es aber dem Anspruch gerecht? Wir haben es uns im ausführlichen Test angeschaut.
Lenovo Yoga 9i 14
Lenovo Yoga 9i 14Bildquelle: Matthias Wellendorf

Als hochwertiges Business-Notebook positioniert, fällt das Yoga 9i 14 trotz seiner konservativ-grauen Farbgestaltung direkt ins Auge. Die Unterseite wird von einer abgerundeten Chrome-Leiste eingerahmt, die glänzend Aufmerksamkeit auf sich zieht. Die Rundung findet sich auch am Displaydeckel wieder, allerdings ohne den Zierrat. Das 1,5 kg leichte Lenovo-Notebook ist nicht nur schick, sondern hebt sich angenehm vom üblichen Einheitsdesign ab. Dazu passt die Verarbeitung, die durchweg hochwertig ist. Selbst der Deckel des insgesamt 31,8 x 23 x 1,7 cm großen Gehäuses lässt sich kaum verwinden.

OLED-Display mit hoher Auflösung

Lediglich das schwergängige, aber ebenfalls optisch ansprechend gestaltete Scharnier dürfte der eine oder andere bemängeln. Dafür bleibt der Bildschirm selbst bei kräftigen Remplern auf Position. Allerdings liegt er im Tablet-Modus recht klapprig auf dem Unterbau des Notebooks auf. Schick integriert sind die Lautsprecher, die in Zusammenarbeit mit Bowers & Wilkins entstanden. Das gesamte Scharnier dient als Soundbar, die sich gewissermaßen mit dem Display mitdreht. Verbaut darin sind jedoch nur die Hochtöner. Die Mitten kommen aus dem Boden, auf Bässe hoffst du vergebens.

Full-HD-Panels gehören bei hochwertigen Notebooks zum Auslaufmodell, das ist auch beim Yoga 9i 14 so. Mit 2.880 x 1.800 Pixeln bietet das Panel mit einem Seitenverhältnis von 16:10 gestochen scharfe Kanten und Rundungen ohne Treppengang. Dank der zugrundeliegenden OLED-Technologie werden überdies knackige Farben und einwandfreie Kontraste geboten.

Standhaftes Display mit kräftige Farben und knackigen Kontrasten

Flotter Prozessor, fest verlöteter RAM

Beim Prozessor lässt Lenovo nichts anbrennen. Mit dem Core i7-1260P steckt das leistungsfähigste Modell, das Intel für diese Gerätekategorie vorgesehen hat, drin. Der Prozessor wird aus vier leistungsstarken (P-)Kernen sowie acht Stromsparkernen zusammengesetzt: Der Basistakt ist auf 2,1 GHz festgelegt, im Turbomodus sind bis zu 4,7 GHz drin. Außerdem wird die altbekannte Iris-Xe-GPU integriert, die mit einem Takt von bis zu 1,4 GHz zu Werke geht.

Lenovo Yoga 9i 14 
Display:14 Zoll, IPS, 2.880 x 1.800 Pixel
Prozessor:Intel Core i7-1260P
Grafik:Intel Iris Xe
Arbeitsspeicher:16 GB, LPDDR5
DatenspeicherSSD, 1 TB, PCIe 4.0
Frontkamera2 MP
Anschlüsse:2x USB Typ-C 3.2, DisplayPort, Thunderbolt 4 1x USB Typ A 3.2
Drahtlos:WLAN 6E, Bluetooth 5.2
Akku:75 Wh, 4 Zellen
Lieferumfang:Stift, Tasche, Netzteil
Abmessungen:31,8 x 23 x 1,7 cm
Gewicht:1,5 kg
Betriebssystem:Windows 11 Home
Preis:1.699 €

Im Geekbench wird damit etwa die elffache Leistung des zuletzt getesteten Medion Lifetab E10814 erreicht. Mit einer Docking-Station kann am Schreibtisch überdies auf einen klassischen Desktop-Rechner verzichtet werden. Selbst die leistungstechnisch weiter oben angesiedelten Modelle der H-Serie bringen bei Single-Core-Anwendungen keinen spürbaren Vorteil. Bei Mehrkernanwendungen sind sie jedoch im Vorteil. Erst wenn die ganz dicken Bretter gebohrt werden müssen, kommt die Hardware an ihre Grenzen.

Dass das Convertible dafür nur bedingt konzipiert wurde, zeigt sich beim RAM. Das Yoga 9i 14 wird mit 16 GB RAM ausgestattet, die dem LPDDR5-Standard entsprechen. Und damit ist die Grenze des Machbaren auch schon erreicht, denn der Arbeitsspeicher ist fest verlötet.

Silberstreif: Optisch setzt Lenovo auf Eigenständigkeit

Lenovo Yoga 9i 14 mit schneller SSD

Die Größe des Datenspeichers liegt mit einem Terabyte im Bereich des Erwartbaren. Im Inneren des Notebooks steckt eine NVMe-SSD von Samsung, die über das PCIe-4.0-Interface versteht und dementsprechend für hohe Geschwindigkeiten sorgt. Im Diskmark-Benchmark werden beim Lesen von Daten Werte von mehr 6.600 MB/s erreicht; die Schreibgeschwindigkeit liegt bei fast 5.000 MB/s.

Kein Langläufer

Mit einer Kapazität von 75 Wh, verteilt auf vier Zellen, ist der Akku des Lenovo-Notebooks nicht knapp bemessen. Allerdings fordert der leistungsstarke Prozessor seinen Tribut. Nach einer Stunde im Browser sind bereits ein Fünftel der mitgeführten Reserven aufgebraucht. Bei größerer Last leert sich der Akku dementsprechend schneller: Nach einer Stunde auf den Strecken des Rennspiels Asphalt 9: Legends bleiben nur noch 43 Prozent der mitgeführten Reserven übrig. Ein Netzteil sollten Reisende in der Tasche haben, sonst endet der Arbeitstag möglicherweise früher als erhofft.

Lenovo Yoga 9i 14
Am besten USB – andere Schnittstellen benötigen einen Adapter

Lenovo Yoga 9i 14: Klinke und USB

Je flacher das Notebook, desto kümmerlicher die Schnittstellenausstattung. Zwar sind die Drahtlosmöglichkeiten – WLAN 6E für den Netzwerkzugriff und Bluetooth 5.2 fürs Anbinden von Peripherie – auf dem neuesten Stand. Doch darüber hinaus gibt es neben dem Kopfhörer-Anschuss ausschließlich USB, wobei drei davon dem Typ-C-Standard entsprechen und ein Anschluss im klassischen Typ-A-Format gestaltet wurde. Zwei der Ports entsprechen der 3.2 Gen 2 Spezifikation, die anderen beiden basieren auf dem Thunderbolt-4-Standard. Zwar können bildgebende Gerätschaften auch via DisplayPort angesprochen werden, für das unkomplizierte Anschließen von Monitoren und Co. wäre eine HDMI-Schnittstelle immer noch wünschenswert.

Allrounder: Das Display lässt sich um 360° drehen

Vom Stift bis zur Tastatur

Das Lenovo Yoga 9i 14 soll möglichst wenige Wünsche offenlassen, und das zeigt sich auch bei den Eingabemöglichkeiten. Schon das Touchpad ist 13,5 x 8 cm groß und gefällt mit seiner Präzision. Der Anschlag der Tasten fühlt sich zwar recht weich an, der spürbare Tastenhub und der definierte Druckpunkt, sorgen jedoch nach kurzer Eingewöhnung für Wohlgefühl bei Vielschreibern. Und natürlich wird noch mehr geboten: Das berührungsempfindliche Display hängt an einem 360°-Scharnier, sodass das Notebook im Bedarfsfall zum Tablet mutiert. Allerdings sorgen Größe und Gewicht dann doch für Grenzen bei der dauerhaften Nutzung. Selbst ein Stift liegt bei. Dieser liegt gut in der Hand, ist allerdings nicht druckempfindlich, was den künstlerischen Einsatz einschränkt.

Fazit Lenovo Yoga 9i 14

Mit dem Yoga 9i 14 liefert Lenovo ein gelungenes Notebook für den Arbeitsalltag. Das Design hebt sich angenehm von den Konkurrenten ab, ohne dabei zu dick aufzutragen. Die Verarbeitung ist rundherum gelungen. An der Leistung der Hardware gibt es nichts zu bemängeln, wenn davon abgesehen wird, dass sich der Arbeitsspeicher nicht mehr aufrüsten lässt.

Design / Verarbeitung109
Display1513
Prozessor2014
Speicher107
Akku und Verbrauch106
Tastatur53
Anschlüsse107
Preis / Leistung2016
Gesamt10075

Die Vielseitigkeit bei der Bedienung wird nur dadurch etwas getrübt, dass beim digitalen Stift keine Druckstufen erkannt werden. Außerdem dürfte sich mancher Vielreisende an dem recht schnell entleerenden Akku stören. Allerdings müsste für eine bessere Laufzeit schon eine deutlich schwächere und damit sparsamere Plattform verbaut werden.

Pro

  • Schickes Design mit eigener Handschrift
  • Sehr gutes Display
  • Schnelle Hardware
  • Auch als Tablet nutzbar

Contra

  • Verlöteter Arbeitsspeicher
  • Nur USB-Ports für die Peripherie
  • Mäßige Akku-Laufzeit

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