Hyundai IONIQ 5 im Test: Der E-Auto-Traum lebt

9 Minuten
Vor wenigen Wochen wurde der Hyundai IONIQ 5 bei den "World Car Awards" auf der New York International Auto Show mehrfach ausgezeichnet. Das E-Auto wurde nicht nur zum "Electric Vehicle of the Year" gewählt, sondern auch als "World Car of the Year" ausgezeichnet. Grund genug, ihn genauer anzusehen.
Hyundai IONIQ 5 in der Front-Ansicht
Der Hyundai IONIQ 5 im Test von inside digital: Konnte er überzeugen?Bildquelle: Hayo Lücke / inside digital

Zwei Wochen lang hatten wir die Möglichkeit, das aktuell jüngste Elektroauto von Hyundai ganz genau unter die Lupe zu nehmen. Rund 650 Kilometer haben wir dabei mit dem rund 4,6 Meter langen Wagen abgespult und können – so viel sei an dieser Stelle schon mal verraten – absolut nachvollziehen, warum das Auto bei der Fachjury so gut angekommen ist. Denn der Hyundai IONIQ 5 weiß nicht nur mit einem ziemlich modernen Außendesign zu punkten, er lässt auch innen fast keine Wünsche offen.

Hoher Fahrkomfort mit vielen Assistenzsystemen

Denn im Interieur ist es den Designern gelungen, eine außergewöhnlich luftige Atmosphäre mit viel Kopf- und Beinfreiheit zu schaffen. Das gilt insbesondere auch für Menschen mit langen Beinen und gerade auch in der zweiten Sitzreihe. Das Platzangebot für alle Mitfahrer ist wahrlich beeindruckend und setzt sich nahtlos im Kofferraum fort. Der ist zwar recht flach gehalten, bietet aber trotzdem genug Stauraum, um auch ohne umgelegte Rückbank problemlos fünf klassische Getränkekisten transportieren zu können. Volumen: 527 Liter respektive fast 1.600 Liter bei vollständig umgeklappten Rücksitzen.

Viel Fahrkomfort ist über die verbauten Assistenzsysteme garantiert, die größtenteils aber nicht Teil der Basisversion des Hyundai IONIQ 5 sind. Das gilt aber nicht für die adaptive Geschwindigkeitsregelanlage, die sich sowohl in 1-km/h-Schritten als auch in 10-km/h-Schritten (langes Drücken der entsprechenden Taste am Multifunktionslenkrad) steuern lässt. Für unseren Geschmack allzu sinnvolle Extras wie Aktiver Totwinkelassistent, Querverkehrswarner hinten und Ausstiegswarner gibt es aber nur gegen Aufpreis. Gleiches gilt für den übersichtlichen „Around-ViewMonitor„, der vorwiegend beim Einparken hilfreich zur Seite steht – zum Beispiel auch an Parkbuchten vor öffentlichen Ladesäulen.

"Around View"-Monitor im Hyundai IONIQ 5.
Eine 360-Grad-Kamera sorgt im Hyundai IONIQ 5 für viel Übersicht beim Ein- und Ausparken.

Übersichtliches und modernes Cockpit

Das Cockpit im Allgemeinen vermittelt einen sehr aufgeräumten Eindruck. Die einzige Drehtaste dient zur Einstellung der Lautstärke, über einen Kippschalter lassen sich zudem die verfügbaren Radiosender verstellen. Abseits dessen kommen fast nur Druck- und Sensortasten zum Einsatz. Die Gänge werden über einen kleinen Drehschalter hinter dem Lenkrad eingelegt, die vier verfügbaren Fahrmodi (Eco, Normal, Sport, Snow) über einen großen Druckknopf am Lenkrad.

Bei der ersten Fahrt wird sich der eine oder andere Insasse möglicherweise über fehlende Griffe zum Zuziehen der Türen wundern. Hat man aber erst einmal verstanden, dass zwischen Armlehne und Tür ein kleiner, auf den ersten Blick nicht sichtbarer Spalt zu finden ist, stellt auch das kein Problem mehr dar. Praktisch: In Summe stehen fünf USB-Anschlüsse zur Verfügung. Zum Beispiel, um Smartphones oder Tablets mit Energie zu versorgen. Drei USB-Anschlüsse sind dabei vorne zu finden, zwei weitere sind für Passagiere auf den hinteren Plätzen vorgesehen.

Hinter dem Lenkrad ist ein 12,25 Zoll großes Digital-Cockpit zu finden. Verschiedene Ansichten lassen sich über die Tasten am Multifunktionslenkrad einstellen. Die gleiche Größe bietet der serienmäßig verbaute Navigations-Touchscreen für das Infotainment-System. Manko: Das verbaute Navi gestattet es in der aktuell verfügbaren Form nicht, längere Fahrten mit Ladestopps zu planen. Hier sollte Hyundai schnellstmöglich per Software-Update nachbessern. Zudem ist die Bedienung teils etwas mühsam, weil der Touchscreen recht weit in Richtung Windschutzscheibe gerückt ist.

Die Reichweite: Solider Alltagsbegleiter

Wie weit der Hyundai IONIQ 5 im Alltag fährt, hängt von vielen Faktoren ab. Einerseits von der gewählten Batteriegröße, aber natürlich auch von der Zuladung, Wettereinflüssen und ein- oder abgeschalteter Klimatisierung. Wir haben jenes Modell mit 72,6 kWh großer Batterie und Allradantrieb getestet und konnten auf der Langstrecke knapp 370 Kilometer erreichen. Bei eingeschalteter Klimatisierung haben wir uns dabei möglichst an die Richtgeschwindigkeit von 130 km/h gehalten.

Im Schnitt kann man auf flacher Autobahnstrecke pro 100 Kilometer von einem Stromverbrauch in Höhe von rund 20 kWh ausgehen. Wird es bergiger, schnellt der Verbrauch recht schnell auf 22 bis 23 kWh hoch. Und wer schneller als 130 km/h fährt, sollte besser einen Blick auf die Stromverbrauchsanzeige vermeiden. Der Ausschlag bewegt sich dann recht schnell in Richtung der 40-kWh-Marke. In der Spitze sind übrigens 190 km/h möglich. Danach erfolgt eine elektronische Abriegelung.

Innerstädtisch haben wir den Hyundai IONIQ 5 mehrfach rund 10 Kilometer durch den baustellengeplagten Stadtverkehr von Münster gescheucht. Dabei konnten wir einen durchschnittlichen Verbrauch von etwa 16 kWh auf 100 Kilometer messen. Wer besonders vorausschauend fährt und viel beim Rollen und Bremsen auf die Energierückgewinnung (Rekuperation) setzt, kann die Reichweite bei vielen Kurzstreckenfahrten auf etwa 450 Kilometer steigern.

Bei all unseren Exkursionen kam übrigens die mittlere von insgesamt drei verfügbaren Rekuperationsstufen zum Einsatz. Wer eine stärkere Verzögerung wünscht, kann über Schaltwippen hinter dem Lenkrad die Rekuperation auf Stufe 3 stellen. Sanftere Segelphasen sind mit einer entsprechend geringeren Energierückgewinnung möglich.

Wie klappt die Aufladung? Schnell!

Eine der größten Kontroversen bei Elektroautos ist die verfügbare Ladeleistung. Kleinwagen kommen teilweise über 22 kW nicht hinaus und auch größere E-Mobile der Mittelklasse lassen häufig nicht mehr als 130 kW zu. Beim Hyundai IONIQ 5 ist das anders. Neben einem dreiphasigen On-Board-Charger mit 11 kW Ladeleistung besteht serienmäßig Zugriff auf ein 800-Volt-System. Damit sind in der Spitze an Schnellladesäulen bis zu 220 kW Ladeleistung möglich.

Akku-Ladeanzeige im Hyundai IONIQ 5 im Test
Stark: Der Hyundai IONIQ 5 lädt mit 220 kW an einer HPC-Ladesäule.

Und zu unserer großen Überraschung konnten wir diese Turbo-Ladung zum Teil sogar abrufen. Bei knapp 30 Grad Außentemperatur und vorheriger Stadtfahrt zur öffentlichen Ladesäule von Aral Pulse (max. 350 kW) konnten wir folgende Ladewerte messen:

  • Start bei 17 Prozent Akkuladung mit rund 180 kW Ladeleistung samt langsamer Steigerung auf bis zu 185 kW
  • ab 29 Prozent Akkuladung: rund 215 kW Ladeleistung mit langsamer Steigerung auf bis zu 222 kW
  • bei 50 Prozent Akkuladung: Abfall der Ladeleistung auf rund 140 kW
  • ab 57 Prozent Akkuladung: nochmaliger Anstieg der Ladeleistung auf knapp 180 kW
  • ab 60 Prozent Akkuladung schrittweiser Abfall der Ladeleistung (70 Prozent: 145 kW, 80 Prozent: 120 kW)

In Summe vergingen knapp 38 Minuten für eine Ladung von 17 auf 100 Prozent. Dabei wurden insgesamt rund 65 kWh geladen. Besonders flott ging dabei das Laden von 17 auf 80 Prozent der Akkukapazität über die Bühne. Dafür benötigte der Hyundai IONIQ gerade einmal 20 Minuten.

Hyundai IONIQ 5 im Test - Ladeanschluss
Eine Ladeanzeige im Pixel-Design informiert beim Hyundai IONIQ 5 über den Füllstand des Akkus.

Das Laden kann auch länger dauern

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass es unter Umständen deutlich länger dauern kann. Dann wenn eine Schnellladesäule beispielsweise nur mit 50 kW laden kann, ist ungleich mehr Geduld gefragt. Wer das 800-Volt-System aber voll ausnutzen kann, wird schnell angetan sein, wie flott die Aufladung eines Elektroautos über die Bühne gehen kann. Dann stellen auch lange Fahrten über mehrere Hundert Kilometer kein Problem dar – vorausgesetzt, die entsprechende Ladeinfrastruktur ist verfügbar. Denn das ist gerade an Autobahnen, wo teilweise noch immer nur ein Ladepunkt an Rastplätzen zu finden ist, ein viel größeres Problem.

Umgekehrt muss man im Winter bei entsprechend kühlem Akku aber auch mal mehr Zeit einplanen, wie wir im Test des Kia EV6 feststellen mussten.

Was kostet der Hyundai IONIQ 5?

Bleibt abschließend natürlich noch die Frage, welchen Preis Hyundai für den IONIQ 5 aufruft. Die Antwort: Es kommt darauf an, welches Ausstattungspaket man wählt. In der Basisvariante werden Stand heute 43.900 Euro fällig.

  • Dynamiq-Paket (+6.000 Euro) u. a. zus. mit Querverkehrswarner hinten mit Notbremsfunktion, elektrisch einstellbarem Fahrersitz, Qi-Ladestation für Smartphone und Batterieheizsystem
  • Techniq-Paket (+7.300 Euro) u. a. zus. mit Wärmepumpe, 230-Volt-Steckdose unter der Rücksitzbank, dunkel getönte Scheiben ab B-Säule, wärmedämmender Frontscheibe
  • Uniq-Paket (+14.900 Euro) u. a. zus. mit elektrischer Heckklappe, Around-View-Monitor, Einparkhilfe hinten mit Notbremsfunktion, Head-up-Display, Bose-Soundsystem inkl. acht Lautsprechern, Subwoofer und Verstärker, elektrisch ausklappbaren Türgriffen, Sitzbelüftung vorne und Ambientebeleuchtung in 64 Farben

Zwei Batterie-Größen mit Heck- und Allradantrieb stehen zur Wahl

Wichtig ist zudem: Der tatsächliche Preis für den Hyundai IONIQ 5 ist davon abhängig, für welche Batteriegröße man sich entscheidet. In Summe stehen hier die folgenden Varianten zur Wahl:

  • 58 kWh mit 125 kW (170 PS) und Heckantrieb zum Basispreis
  • 58 kWh mit 173 kW (235 PS) mit Allradantrieb (+4.000 Euro)
  • 77,4 kWh mit 168 kW (229 PS) und Heckantrieb (+4.000 Euro)
  • 77,4 kWh mit 239 kW (325 PS) und Allradantrieb (+8.000 Euro)

In der von uns getesteten Variante mit UNIQ-Paket, 20 Zoll großen Leichtmetallfelgen und dem 1.100 Euro teuren Relax-Paket (Fahrer- und Beifahrersitz lassen sich in eine Relax-Position stellen, die Rücksitzbank ist zusätzlich elektrisch verschiebbar) kostet der Hyundai IONIQ 5 rund 66.000 Euro. Das muss man sich einerseits leisten können und natürlich auch bezahlen wollen.

Theoretisch kann man davon noch den Umweltbonus abziehen. Dafür muss das Fahrzeug aber in jedem Fall noch im Jahr 2022 für den Betrieb auf deutschen Straßen zugelassen werden.

Hyundai IONIQ 5 Motorraum
So präsentiert sich der Motorraum des Hyundai IONIQ 5.
Hyundai IONIQ 5 mit zusätzlichem Stauraum.
Ein Klappe im Motorraum offenbart zusätzlichen Stauraum.

Fazit zum Hyundai IONIQ 5: Ein E-Auto, das polarisiert

Wer noch nie in einem Elektroauto Platz nehmen konnte, sollte das auf einer Probefahrt mit dem Hyundai IONIQ 5 schnellstmöglich nachholen. Das Elektroauto liegt mit seinem Gewicht von rund zwei Tonnen mit einer beeindruckenden Laufruhe auf der Straße und weiß zudem mit einem erfreulich luftigen Innenraum zu punkten. Das Außendesign, klar, das bleibt natürlich Geschmacksache. Die Pixel-Beleuchtung polarisiert stark und haut entweder vom ersten Moment aus den Socken oder stößt auf eher skeptische Blicke. Wir finden: Viel besser hätte man ein modernes E-Auto der Gegenwart kaum designen können.

LED-Frontscheinwerfer des Hyundai IONIQ 5
Außergewöhnlich: die LED-Pixel-Scheinwerfer beim Hyundai IONIQ 5.
LED-Rücklichter des Hyundai IONIQ 5.
Am Heck kommt das Pixel-Design noch ungleich stärker zum Ausdruck.

Vorteile

  • 800-Volt-System für HPC-Ladungen mit bis zu 220 kW
  • solide Langstreckentauglichkeit (ca. 470 km bei Fahrt mit Richtgeschwindigkeit)
  • futuristische LED-Scheinwerfer und -Rücklichter im Pixel-Design
  • beeindruckend luftiges Interieur
  • viel Platz auch in der zweiten Sitzreihe (und im Kofferraum!)
  • acht Jahre Fahrzeug- und Mobilitätsgarantie (auch auf die Batterie bis max. 160.000 Kilometer)

Nachteile

  • Touchscreen während der Fahrt etwas zu schwer zu bedienen
  • Navigationssystem bietet keine Möglichkeit, lange Fahrten mit Ladestopps zu planen
  • hohes Gewicht sorgt für recht hohen Stromverbrauch
  • Apple CarPlay funktioniert nicht kabellos
  • viele sinnvolle Ergänzungen gibt es nur gegen Aufpreis
  • selbst die Basisversion mit kleiner Batterie und entsprechend kürzerer Reichweite ist nicht gerade preiswert

Übrigens: Optional ist der Hyundai IONIQ 5 auch mit einem Panorama-Glasdach erhältlich. Und wer es ganz ausgefallen mag, kann sich auch für ein Solardach entscheiden, das über die integrierten Solarzellen Energie aufnimmt, an die Batterie überträgt und so unter optimalen Bedingungen (gemessen an südeuropäischen Gebieten) eine zusätzliche Reichweite von rund 1.500 Kilometern generieren kann.

Eine planmäßige Wartung ist beim Hyundai IONIQ 5 alle zwei Jahre oder alle 30.000 Kilometer vorgesehen. Die Versicherungseinstufung aller Modelle ist identisch.

  • Haftpflicht: 18
  • Teilkasko: 23
  • Vollkasko: 26

Bildquellen

  • „Around View“-Monitor im Hyundai IONIQ 5.: Hayo Lücke / inside digital
  • Hyundai IONIQ 5 im Test – Akku lädt mit bis zu 220 kW: Hayo Lücke / inside digital
  • Hyundai IONIQ 5 im Test – Ladeanschluss: Hayo Lücke / inside digital
  • Hyundai IONIQ 5 Motorraum: Hayo Lücke / inside digital
  • Hyundai IONIQ 5 mit zusätzlichem Stauraum.: Hayo Lücke / inside digital
  • LED-Frontscheinwerfer des Hyundai IONIQ 5 im Test.: Hayo Lücke / inside digital
  • Hyundai IONIQ 5 im Test – LED-Rücklichter im Pixel-Design: Hayo Lücke / inside digital
  • Jaguar I-Pace im Test: Britische Raubkatze auf Tuchfühlung mit Tesla: Hayo Lücke / inside digital
  • Hyundai IONIQ 5 im Test: Der E-Auto-Traum lebt: Hayo Lücke / inside digital

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4 KOMMENTARE

  1. Volta

    Ein tolles Auto, klar für die Zukunft entwickelt und technisch durchdacht. Für die Stadt und Strecken im Umfeld der Stadt aber doch zu schwer, was den Verbrauch unnötig steigert. Zwei Tonnen Leergewicht sind zuviel, nichts besser als ein ID4.

    Antwort
  2. Cilly

    Also ich fahre den Ioniq5 seit Oktober 2021 mit Uniq-Paket Panoramadach und Relaxsitze und 19Zoll Allwetterreifen.Meine grosse Batterie hat 72,6 Kwh.Hier wird immer von 77,4kwh gesprochen ,das ist doch eine falsche Info.

    Antwort
    • Für das neue Modelljahr hat es ein kleines Update gegeben – u.a. mit etwas größerer Batterie.

      Antwort
  3. Hans-Peter

    Ein modernes Auto, das kaum Wünsche offen lässt. Ich fahre seit 6 Monaten die Grundversion mit großer Batterie (72kW = +2689 €) und Wärmepumpe (Effizienzpaket +1260 €) und bin sehr zufrieden, aber 3 Kritikpunkte aus dem Alltag möchte ich doch nennen:
    1. Die versprochene Reichweite: 485 km – das wurde im Winter nicht annähernd erreicht, auch gar nicht erst bei 100% Ladung angezeigt, stattdessen nur um die 300 km. Ich hatte mich sehr oft vor dem Kauf bei Hyundai erkundigt, wieviel weniger es denn nun im Winter sein würden. Und immer nur ausweichende Antworten bekommen, die „so etwa 10-20% je nach Fahrweise“ suggerierten.
    Es sind 35-40% weniger bei meinem persönlichen Mix. Wenn ich natürlich im Sommer rase und im Winter schleiche, ist der Unterschied geringer – das zum Thema „je nach Fahrweise“. Am Anfang habe ich mich tierisch geärgert und fast das Gefühl gehabt, betrogen worden zu sein. Die gute Nachricht: Als es vor ein paar Tagen so glutheiß war, habe ich erstmals und bisher auch einmalig 488 km angezeigt bekommen. Wow, willkommen Erderwärmung – nein, Scherz! Aber ich finde, es sollte die Temperatur bei der WLTP-Messung angegeben werden und noch besser eine zusätzliche Wintermessung bei niedrigerer Temperatur (0°C z.B. beim Laden UND beim Fahren) Pflicht sein. Wie gesagt, habe ich die Wärmepumpe und ein Batterieheizsystem im Effizienzpaket als Zubehör, ich möchte nicht wissen, wie es im Winter ohne sie wäre.
    Fazit: Das Auto hat mein Leben deutlich entschleunigt: mit langsamem, automatischem Autobahntempo komme ich zwar später an, aber ohne Zwischenladen und viel entspannter. Und wenn ich doch mal zwischenladen muss, ist ein Nickerchen (powernap unter 30 Minuten) bei Bedarf auch möglich. (Liebe Leute von IONITY: baut bitte viel mehr schnelle Ladesäulen in Deutschland, auch außerhalb von Autobahnen! Liebe Leute von Hyundai: bitte sponsort das Tanken bei IONITY weiter!)
    2. Das Fehlen eines Heckscheibenwischers ist dieses tollen Autos komplett unwürdig, was soll das? Bei schlechtem Wetter sehe ich NICHTS im Innenrückspiegel. Bitte Nachrüstsatz zu symbolisch günstigem Preis anbieten und in den Nachfolgeversionen dieses Versäumnis endlich ausbügeln: zur Serienausstattung hinzufügen.
    3. Das Welt-Auto des Jahres, sowohl als E-Auto als auch unter allen anderen Fahrzeugen, mit seinem „800-Volt-Batteriesystem für ultraschnelles Laden“ hat für den Fall, dass so eine ultraschnelle Ladesäule gerade doch nicht zur Verfügung steht (in meinem Alltag also fast immer) zwar einen wohlklingenden „3-phasigen Onbard Lader“ eingebaut – ABER: wenn neben mir beim [Discountername] an der 22 kW Ladesäule ein Renault Zoe steht, lädt der doppelt so schnell als mein hochmoderner Ioniq5, weil Renault „einfach ein intelligenteres und leistungsfähigere on Board System hat, dass die 22 kW voll nutzen kann. Da war ich zum zweiten Mal etwas angesäuert, weil das beim Händler etwas kleinlaut zugegeben wurde. Steht natürlich auch korrekt irgendwo in kleingedruckten Infos, aber die Info von 11 kW maximal on board ist in den bunten Verkaufsprospekten bei mir nicht auffindbar. Da wird nur sehr geschickt „ultraschnell“ und „modernste Ladetechnik“ suggeriert.

    Fazit: Ich würde den Ioniq5 jederzeit weiterempfehlen und auch wieder kaufen und hoffe natürlich inständig auf Besserung bei den genannten Punkten. Und dass so ein Auto viel Freude macht und gleichzeitg zu sparsamem Fahrstil und -Tempo animiert, ist m.E. kein Fehler, wenigstens nicht für mich.

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