Godzilla, Matrix 4 und Co.: Brandneue Kinofilme direkt im Stream

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Kinofilme direkt streamen, anstatt ins Kino zu gehen. Vor kurzer Zeit noch undenkbar. Doch die Vision nimmt immer mehr Gestalt an. Der Paukenschlag kommt nun noch vor Jahresende: 17 Filme sollen 2021 direkt zum Kinostart im Netz landen.
Ein Paar liegt auf dem Bett und schaut eine Serie auf dem Fernseher
Bildquelle: Netflix

Die Kinobranche steckt schon seit längerem in der Krise. Dass die Einrichtungen auf einem absteigenden Ast sitzen, macht die Corona-Pandemie mehr als deutlich: Bei der ersten Welle kamen Kinofilme wie „Die Känguru-Chroniken“ zu Kinopreisen ins Internet anstatt ins Kino und wurden mit Kusshand angenommen. Ein ähnliches Spiel treibt man auch mit dem neuen James-Bond-Film „Keine Zeit zu sterben“, der aufgrund der Pandemie nicht nur mehrfach verschoben wurde, sondern nun auch exklusiv auf Netflix laufen könnte.

Die Filmgesellschaft Warner Bros. bringt nun das nächste Donnerwetter noch vor Jahresende. Wie die Gesellschaft mitteilt, wolle man sämtliche Filme im kommenden Jahr direkt als Stream im Netz zur Verfügung stellen. Es handelt sich dabei um nicht weniger als 17 Filme, darunter etwa „Matrix 4“, „Dune“ oder „Godzilla“. Parallel sollen die Warner-Filme aber auch im Kino an den Start gehen.

Warner Bros. will Filme direkt ins Netz bringen

Im Umkehrschluss zeigt das, das Kinos zusehends an Bedeutung verlieren. Dieses Jahr kündigten bereits die Universal Studios an, dass man Filme schneller im Internet verfügbar machen will. Allerdings räumte man Kinos hier noch ein Exklusivrecht von 17 Tagen ein. Das fällt bei Warner nun gänzlich weg. Kunden, die die Blockbuster direkt zum Start sehen wollen, können ohne weitere Kosten „Godzilla“ und Co. beim US-Video-on-Demand-Dienst HBOMax sehen. Lediglich die Grundgebühr für den Streaming-Anbieter wird fällig. Wo die Filme in Deutschland und anderen Ländern zu sehen sein werden, ist indes noch unklar.

Der Grund für den Schritt liegt auf der Hand und zeigte sich bereits deutlich im Falle von „James Bond: Keine Zeit zu sterben“: Die Angst, weniger Geld durch die Kinostarts einzuspielen. „Wir wissen, dass neue Inhalte das Herzblut der Kinos sind. Aber wir müssen das mit der Tatsache ausbalancieren, dass die meisten Kinos in den USA das Jahr 2021 über wahrscheinlich nur mit begrenzten Kapazitäten betrieben werden“, zitiert die Tagesschau Ann Sarnoff, Chefin bei Warner Bros.

Ein Dominoeffekt?

Durch die Entscheidungen von Warner Bros. oder auch den Universal Studios werden sich andere Filmgesellschaften, wie etwa Disney, langfristig gezwungen sehen, mitzuziehen. Den ersten Schritt in diese Richtung ging das Mickey-Mouse-Unternehmen bereits im Herbst mit „Mulan“. Der Film war exklusiv auf Disney+ zu sehen. Die Entscheidung aus rein finanziellen Gründen verschärft die Lage für die Kinobranche merklich. Für Zuschauer ergibt sich indes eine Auswahl, die es so zuvor noch nicht gab.

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