Kinos am Ende? Deshalb geht es bergab

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Es zeichnete sich bereits zu Beginn der Corona-Krise ab: Die Pandemie wird nicht nur die Gesellschaft verändern, sondern auch die Kulturbranche. Deutlich bemerkbar macht sich das schon jetzt für Kinos, die womöglich langfristig auf ihr Ende zusteuern. Filmemacher beschleunigen diesen Wandel.
Universal Pictures Logo
Bildquelle: Unsplash

Als die Corona-Pandemie im Frühjahr verstärkt um sich griff, zeigten sich die Konsequenzen in jedem Lebensbereich. Auch die Kulturbranche ist von der Krise stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Theater blieben – und sind es teilweise immer noch – geschlossen, ebenso wie Kinos. Im Zusammenhang mit den Kinos stehen auch die Filmemacher, die ihre neu anlaufenden Blockbuster nicht so vermarkten konnten wie geplant. Viele Filme liefen nur kurze Zeit im Kino – oder gar nicht.

Das Resultat? Die Produzenten und Filmfirmen stellten viele Kinofilme direkt im Netz zur Verfügung, anstatt einen späteren Kinostart auszuwählen. Wie etwa beim neuen James-Bond-Streifen, der sich durch die Corona-Krise auf November verschob. Viele Filme, wie zum Beispiel „Die Känguru-Chroniken“, konnten Fans sich einfach vom heimischen Sofa aus ansehen, obgleich Kinopreise verlangt wurden. Diese Entscheidung kann die Kino- und Filmbranche nun nachhaltig verändert haben.

Kinofilme künftig ohne Kino?

Die aktuelle Entscheidung des US-Filmstudios Universal Pictures schlägt in die Kerbe der Diskussion zwischen Kinobetreibern und Streaming-Diensten. Wie die US-Zeitschrift Variety berichtet, hat sich Universal mit dem größten US-Kinobetreiber AMC auf einen neuen Deal geeinigt, der für mehrere Jahre gilt. Der beinhaltet, dass Kinobetreiber Filme deutlich kürzer exklusiv in ihren Sälen ausstrahlen können als bislang. Künftig wird das Filmstudio schon 17 Tage nach dem Kinostart seinen Film auch ins Netz, also an Streaming-Anbieter, weitergeben können. Die Frist ergibt sich laut dem Deal daraus, dass dann drei Wochenenden von den Kinos abgedeckt werden können.

Bislang hatte das Kino bei neuen Filmen das Vorrecht. Erst einige Monate später können Nutzer die Blockbuster dann im Handel kaufen oder bei Streaming-Diensten ansehen. Die Corona-Krise hat diesen Wandel zwar nicht erst bewirkt, aber deutlich beschleunigt. Der Grund dafür ist einfach: Der Animationsfilm „Trolls World Tour“, den Universal Pictures inmitten der Pandemie im Internet zur Verfügung stellte, brachte in weniger als einem Monat 100 Millionen Dollar ein.

Kinobesuche: Auch in Europa kann sich alles ändern

Auch wenn künftige Kinofilme von Universal zeitnah im Netz zu sehen sein werden, wird das Filmstudio sie nicht zu kleinen Preisen zur Verfügung stellen. Im Gegenteil: Der Film soll weiterhin so viel kosten, wie ein normaler Kinobesuch auch. Das heißt, es werden Preise zwischen 15 und 20 Euro für einen Film verlangt. Laut Variety dürfen die Preise erst  nach drei Monaten fallen.

Auch in Europa wird sich, zumindest was die Produktionen von Universal Pictures angeht, die Handhabe ändern. Sowohl das US-Filmstudio als auch AMC wollen in der kommenden Woche die Details für Europa bekanntgeben. Durch den Deal zwischen den Unternehmen ist es nicht unwahrscheinlich, dass auch andere Kinobetreiber sowie Filmstudios dem Vorbild folgen werden. Inwiefern das Kino langfristig gesehen dann noch eine Überlebenschance hat, bleibt abzuwarten.

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1 KOMMENTAR

  1. Wen interessieren noch Filme? Mich nicht. Seit aus Hollywood nur noch politisch korrekter Mist kommt, ist mein Kino-Konsum fast auf Null gefallen. Keine mutigen Filmemacher mehr in Sicht, denn … man könnte ja die Schwarzen beleidigen, eine neue MeToo Bewegung lostreten oder irgendwelchen Minderheiten ans Bein pinkeln. Freiheit der Kunst war einmal. Und über Free TV brauchen wir uns gar nicht zu unterhalten. Da ist ’s noch schlimmer mit dem „Programm“ …

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