Das Nebula Next 01 Concept, zu dem es vor wenigen Wochen bereits erste Gerüchte gab, überzeugt durch nicht weniger als vier Elektromotoren mit einer fast schon aberwitzigen Gesamtleistung von 1.399 kW (1.902 PS). Das erste E-Auto von Dreame beschleunigt in 1,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h, unterstützt durch ein aktives Aerodynamik-Kit. Weitere Spezifikationen umfassen ein Drehmoment von bis zu 23.000 Nm sowie einen Super-Boost-Modus für 30 Prozent mehr Leistung. Das Design des Luxusmobils ist flach und windschnittig: grün lackiert, mit Carbonfaser-Elementen, großem Heckflügel ud mächtigem Diffusor.
Dreame: Von Staubsaugrrobotern zu E-Sportwagen
Optisch auffällig sind beim „Grünen Blitz“ die großen Felgen mit gelben Bremssätteln und die abfallende Motorhaube. Sie sorgt für eine bessere Aerodynamik. Die Dachlinie fällt ebenfalls recht steil nach hinten ab, was dem Nebula Next 01 besonders in der Seitenansicht eine sehr sportliche Silhouette verleiht. Am Heck sind – für moderne Autos der Gegenwart typisch – durchgehende LED-Leuchten zu finden. Türgriffe sind nicht sichtbar.
Dreame, seit 2017 Teil des Ökosystems von Xiaomi (Xiaomi Ecological Chain), baut auf Expertise in Motorentechnik, KI-Algorithmen und Sensorik auf. Im August 2025 kündigte das Unternehmen die Marke Dreame Cars an – mit einem Team von rund 1.000 Mitarbeitern aus Hardware- und Automobilbereich. Die Serienproduktion des neuen Hypercars ist für 2027 geplant. Ob es in der jetzt beim Konzeptauto vorgestellten Form und mit ähnlich heftigen Leistungsdaten auf den Markt kommt, bleibt abzuwarten. Ähnliche Diversifikationen scheiterten bereits bei Dyson (2019 eingestellt), während Xiaomi selbst erfolgreich E-Auto-Modelle verkauft.
Nebula ist nicht Kosmera
Dass der Nebula Next 01, wie in einigen Medienberichten kolportiert, unter der ebenfalls neuen Automarke Kosmera erscheinen soll, wies ein Sprecher von Kosmera gegenüber inside digital zurück: „Kosmera ist eine eigenständige Marke und steht in keiner Verbindung zu Nebula.“ Es sei wichtig, die beiden Marken nicht miteinander zu verwechseln. Kosmera hat auf der CES ebenfalls zwei Prototypen-Sportwagen präsentiert: den Star Razer und den Star Matrix. Beide sind ebenfalls mit elektrischen Motoren an jedem einzelnen Rad ausgestattet, die jeweils 350 kW Leistung entwickeln. In Summe also umgerechnet bis zu 2.040 PS. Beide Wagen stehen auf einer 800-Volt-Plattform, was eine besonders schnelle Aufladung der 120-kWh-Batterie möglich macht.
Überraschend jedoch ist: Kosmera möchte seine Autos nicht nur in China, sondern auch in Europa produzieren – möglicherweise sogar in Deutschland. Das geplante Werk soll zunächst eine Kapazität für bis zu 300.000 Fahrzeuge jährlich bieten. Später soll die Kapazität auf bis zu 1 Million Autos pro Jahr wachsen. Auch wenn Kosmera betont, bereits in Kürze eine Entscheidung zum neuen Werkstandort in Europa treffen zu wollen, sind die Dimensionen recht überraschend.
Zum Vergleich: Auf eine ähnliche Größe kommt das Tesla-Werk in Grünheide bei Berlin. Es ist aktuell auf eine Kapazität von 500.000 Fahrzeugen pro Jahr ausgelegt und soll durch Erweiterungen bei der Geländeerschließung vor Ort auf eine Kapazität von bis zu 1 Million Fahrzeugen jährlich wachsen. Genehmigt ist das aber noch nicht. Kosmera plant unterdessen parallel in Deutschland den Aufbau eines integrierten Innovationshubs samt Forschungs- und Entwicklungszentrum.
Kosmera: Wer ist das eigentlich?
Wer genau hinter Kosmera und dem Milliardeninvestment steckt? Noch ziemlich nebulös. In übereinstimmenden Medienberichten wird über eine Nähe zu Dreame spekuliert, offiziell bestätigt ist das aber nicht. Markeninhaber ist die Xing Chen Future Automotive Technology Co., Ltd. mit Sitz in der westlich von Shanghai gelegenen Metropole Suzhou. Gründer und Markenchef ist Winter Chen, der unter anderem auch schon für Huawei arbeitete.
