Trinkgeld für Videospiel-Entwickler: Was kommt als Nächstes?

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Videospiele sind teuer, so viel ist wohl jedem klar. Doch die Gier vieler Entwickler endet nicht beim hohen Kaufpreis. Microtransactions, bezahlte Erweiterungen und vieles mehr treiben den Preis weiter in die Höhe. Könnte bald noch Trinkgeld dazukommen?
Trinkgeld für Entwickler
Trinkgeld für EntwicklerBildquelle: Bing IC

Der Preis für aktuelle Videospiele großer Entwickler ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Mittlerweile wundert sich kein Gamer mehr über einen Preis von 70 Euro zur Veröffentlichung. Wer dann auch noch eine Premium-Edition kaufen möchte, der bezahlt nicht selten eine dreistellige Summe. Doch bei vielen Spielen enden die Kosten nicht mit dem Kauf des Spiels. Jetzt schlägt der ehemalige Präsident von Blizzard vor, Spielern einmal mehr in die Tasche zu greifen.

Trinkgeld für Videospiel-Entwickler

Mike Ybarra, der ehemalige Präsident des großen Entwickler-Studios Blizzard Entertainment, äußerte sich in einem Post bei X (ehemals Twitter) zum Trinkgeld für Entwickler. In seinem Post erzählt er, dass er selbst gerne die Möglichkeit hätte, ein Trinkgeld für gute Videospiele zu hinterlassen. Das Geben von Trinkgeld soll dabei seiner Meinung nach völlig freiwillig und zwanglos sein. Als Beispiele für Spiele, die ihm persönlich gefallen, nennt er unter anderem Red Dead Redemption 2 und Elden Ring. Bei beiden Spielen handelt es sich um äußerst profitable AAA-Titel großer Studios. Er beendet seinen Post, indem er anerkennt, dass seine Idee unbeliebt sein wird. Damit behält er auch Recht, denn sein Post erhielt trotz knapp 650.000 Aufrufen nur knapp 800 Likes.

In den Kommentaren zum Post äußern viele Spieler ihren Unmut. Sie weisen darauf hin, dass große Studios ihre Profite fairer mit den Entwicklern teilen sollten, statt mehr von Spielern zu verlangen. Andere Spieler scherzen, dass sie nach dieser Logik für schlechte Spiele einen Teil ihres Geldes zurückbekommen sollten. Wiederum andere schlagen alternative Lösungen vor. Insgesamt lässt sich festhalten, dass die Idee offenbar keinen Anklang findet.

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Das Problem am Trinkgeld

Viele Industrien versuchen aktuell, sich vom Trinkgeld-System zu entfernen. Das ist besonders in den USA der Fall. Zudem gibt es bereits etablierte Möglichkeiten, Entwickler zu unterstützen. Insbesondere kleine Indie-Studios und Entwickler im Alleingang sind oft auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Oft richten sie deswegen insbesondere Patreon-Seiten ein, über die Spieler sie unterstützen können. Der Unterschied zum vorgeschlagenen Trinkgeld? Bei Patreon erhalten Spieler im Gegenzug für ihr Geld exklusive Vorteile und Einblicke ins Spiel.

Ein Trinkgeld-System bei Videospielen könnte dazu führen, dass Entwickler schlussendlich schlechter bezahlt werden. Ähnlich wie in der Gastindustrie könnte Trinkgeld als Begründung für niedrige Löhne genutzt werden. So könnten speziell große Studios ihre Entwickler schlechter bezahlen und sie potenziell von freiwilligem Trinkgeld abhängig machen. Die negative Reaktion der Gaming-Community zeigt jedoch, dass ein Trinkgeld-System sehr wahrscheinlich keine Zukunft hat. Wir halten eine Einführung deswegen für unwahrscheinlich.

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