Tesla leidet. Nicht nur in Deutschland, sondern in weiten Teilen Europas. Aktuelle Zahlen, unter anderem vorgelegt vom Kraftfahrt-Bundesamt, unterstreichen das. Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland nur noch 19.390 neue Tesla-Fahrzeuge zugelassen. Ein Einbruch um 48,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Und das hat auch dramatische Auswirkungen auf die Produktion. Wie das Handelsblatt berichtet, ist das Tesla-Werk im brandenburgischen Grünheide nicht einmal mehr zu 40 Prozent ausgelastet.
Tesla hat ein Deutschland-Problem
Im vergangenen Jahr wurden im deutschen Tesla-Werk, das für schätzungsweise 375.000 Fahrzeuge pro Jahr ausgelegt ist, nur noch rund 149.000 Fahrzeuge gebaut, schreibt das Handelsblatt. Im Jahr 2024 seien noch mehr als 190.000 Fahrzeuge in Grünheide vom Band gelaufen. Das gehe aus Zahlen des Datendienstleisters Inovev hervor. Für Tesla ist das eine gefährliche Entwicklung, denn bereits im Jahr 2024 habe die Gewinnmarge im deutschen Tesla-Werk, wo nur das Model Y (Test) gefertigt wird, bei gerade einmal knapp 0,75 Prozent gelegen.
Bei anderen Herstellern würde das eine Diskussion entfachen, ob das entsprechende Werk überhaupt noch sinnvoll sei, berichtet das Handelsblatt weiter. Bei Tesla denkt man stattdessen über eine Erweiterung des Werks nach. „Wir fahren die Produktion hoch, nicht runter“, hatte jüngst Werksleiter André Thierig gesagt. Autos aus dem deutschen Werk würden nicht nur nach ganz Europa, sondern auch in die Türkei, nach Kanada und nach Südostasien geliefert.
Ist nur Elon Musk die Ursache für die sinkende Nachfrage?
Woran der heftige Einbruch bei der Nachfrage nach Autos von Tesla liegt? Dazu gibt es offiziell nur Spekulationen. Doch stark polarisierende Äußerungen von Tesla-Chef Elon Musk dürften entscheidenden Anteil daran haben. Er unterstützt nicht nur aktiv den amtierenden US-Präsidenten Donald Trump, sondern unterstützt öffentlich auch die AfD. Teilweise sind von Musk auch Äußerungen zu vernehmen, die man als rassistisch einstufen kann. Teil der Wahrheit ist aber auch, dass sich Tesla einem immer schärferen Wettbewerb mit chinesischen und europäischen Pkw-Herstellern stellen muss.
Tesla Model Y jetzt auch mit sieben Sitzen
Eine spannende Neuigkeit von Tesla selbst gibt es übrigens auch. Nach der Einführung eines Einsteigermodells des Tesla Model Y folgt jetzt der nächste Schritt. Das Mittelklasse-SUV ist ab sofort auch mit sieben Sitzen erhältlich. Exklusiv als Model Y Premium Maximale Reichweite Allradantrieb ist diese Version jetzt mit 600 Kilometern Reichweite (WLTP) in Deutschland bestellbar: ab 55.490 Euro.
Es soll Familien mit Kindern ansprechen, indem es mit einer dritten Sitzreihe mit zwei nach vorn gerichteten, flach umklappbaren Sitzen ausgestattet ist. Das geht natürlich zulasten des Stauvolumens im Kofferraum, das auf 381 Liter schrumpft. Benötigt man nicht alle Sitze, lässt es sich aber auf bis zu 2.094 Liter erweitern. Hinzu kommen 116 Liter in einem Frunk unter der Fronthaube. Fahrzeugauslieferungen des neuen Siebensitzers beginnen nach Angaben von Tesla im April.
