Autofahrer hassen sie zurecht: Neue Tankregel macht Sprit noch teurer

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Eigentlich sollte sie helfen, doch dass sie nichts bringt, war bereits abzusehen. Nun hat es der ADAC schwarz auf weiß: Die neue Tankstellenverordnung, die seit dem 1. April gilt, hat sogar zu noch höheren Spritpreisen geführt. Die Kritik war und ist berechtigt.
Ein Hand hält eine Zapfpistole, im Hintergrund sind Zahlen zu sehen und im Vordergrund ein Graph in Form eines zackig nach oben verlaufenden Pfeils
Der ADAC hatte recht: Die neue Tankstellenverordnung macht alles nur noch schlimmer.Bildquelle: Quality Stock Arts/Shutterstock.com

Seit dem 1. April dürfen Tankstellen nur noch einmal am Tag die Preise anheben – und zwar genau um 12 Uhr mittags. Senkungen sind frei über den Tag verteilt und unendlich oft möglich. Das Modell wurde nach einem Vorbild aus Österreich eingeführt. In erster Linie sollte es die Preisgestaltung transparenter machen. Um kurz vor 12 Uhr ist der Sprit nun am günstigsten. Doch eigentlich ist dieses Wort hier fehl am Platz. Denn günstig ist der Sprit schon lange nicht mehr. Und der Grund dafür ist schnell gefunden.

Verhasste Tankregel macht alles noch schlimmer

Wer hätte es gedacht. Oder besser, wer hätte es wohl nicht gedacht? Die neue Tankstellenverordnung, die nur noch eine Preisanhebung am Tag erlaubt, hat die Spritpreise nicht nachhaltig senken können. Im Gegenteil sogar. Wie der ADAC inzwischen beweisen konnte, wurden die Preise an der Tankstelle dadurch sogar noch befeuert.

Das neue System nach österreichischem Vorbild hat dazu maßgeblich beigetragen. Da es für die Konzerne so unflexibel ist, haben diese mit erheblichen Risikoaufschlägen auf die Spritpreise reagiert. Die Risikoaufschläge werden über den Tag nur langsam abgebaut. Somit werden die Zeitfenster für Preise unterhalb des Tagesdurchschnitts kürzer. „Autofahrer konnten somit im alten Modell ebenfalls gut planen, aber im Durchschnitt vor allem günstiger tanken“, zieht der ADAC sein Fazit.

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Kein Wunder also, dass Autofahrer der 12-Uhr-Tankstellenregel negativ gegenüberstehen. Laut einer Umfrage des ADAC lehnen 42 Prozent der Befragten diese ab. Nur halb so viele finden sie gut (21 Prozent). Doch zumindest ist sie 95 Prozent der Befragten bekannt – und das, obwohl sie erst vor drei Wochen in Kraft getreten ist.

Extreme Spritpreisentwicklung seit dem 1. April

Innerhalb der ersten zweieinhalb Wochen nach Einführung hat sich gezeigt, dass die Preise an den Tankstellen um 12 Uhr erheblich ansteigen. Super E10 wird damit im Schnitt neun Cent teurer, Diesel sogar knapp elf Cent. Danach geht es bis zum frühen Abend nur langsam runter. Am Morgen kann man ab 6 Uhr unterhalb des Tagesdurchschnitts tanken, ab 10 Uhr etwa zwei Cent darunter und kurz vor 12 Uhr noch mal 0,7 Cent günstiger.

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Der durchschnittliche Preis für einen Liter Diesel ist aber bereits in der ersten Aprilwoche von 2,32 Euro auf 2,45 Euro angestiegen. Bei Super E10 fiel der Anstieg mit zehn Cent im selben Zeitraum kaum weniger heftig aus. Mittlerweile liegt der Liter Diesel im Durchschnitt wieder bei 2,13 Euro und Super E10 bei 2,06 Euro (Stand 21. April). Und der kommende Tankrabatt dürfte die Kosten weiter senken.

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