Telekom startet mit neuer Firma: Das steckt dahinter

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Das Firmengeflecht der Telekom ist heute schon schwer zu durchschauen und durch Beteiligungen kaum zu durchdringen. Nun kommt noch eine weitere Firma dazu – in einem komplett neuen Geschäftsbereich. Doch am Ende betrifft dieser auch dich.
Telekom-Logo
Telekom-LogoBildquelle: Thorsten Neuhetzki / inside digital

Schaut man in die Tiefen des Telekom-Konzerns, so sieht man, dass die Deutsche Telekom AG insgesamt 254 vollkonsolidierte Tochterunternehmen hat. Darüber hinaus gibt es 107 „nicht einbezogene Tochterunternehmen“ sowie weitere nicht konsolidierte und nicht konsolidierte assoziierte Unternehmen. Für Außenstehende ist das kaum zu durchblicken. Jetzt gibt es mit der Telekom Tiefbau GmbH eine weitere Tochterfirma – aber nur scheinbar.

Telekom Tiefbau-Firma soll Glasfaserleitungen ins Haus legen

Denn auch, wenn die Telekom jetzt per Pressemitteilung verlautbaren lässt, sie habe eine eigene Tiefbau GmbH gegründet, so gibt es diese schon seit April. Sie ist aus der Thor Telekommunikationsdienste GmbH hervorgegangen, die schon seit langem eine der angesprochenen Ableger der Telekom ist. Mit der Umbenennung kamen neue Geschäftsführer, ein neuer Firmensitz und eine neue Firmenadresse, wie ein Blick ins Handelsregister zeigt.

Durch die eigene Tiefbau GmbH will die Telekom die dringend benötigten Kapazitäten für Tiefbauarbeiten auf dem Markt erhöhen. Die hundertprozentige Tochter der Telekom Deutschland fokussiere sich auf die Erstellung von Hausanschlüssen, den sogenannten Homes Connected, heißt es vom Konzern. Rund 230 Mitarbeiter wolle man bis Ende 2024 sukzessive einstellen.

Ein Magenta Bagger der Deutschen Telekom
Ein Magenta Bagger der Deutschen Telekom

Die Bauteams der Firma sollen sich auf das Verlegen der Glasfaser von der Straße in die Häuser und Wohnungen spezialisieren. Man habe die Firma dazu mit „modernsten Maschinen“ ausgestattet. Die ersten Ausbauaktivitäten des neuen Unternehmens sind noch für dieses Jahr geplant und zunächst auf Nordrhein-Westfalen ausgerichtet. Hier entsteht in Bochum das Competence Center der Gesellschaft. In den nächsten Schritten wird ein Netz von rund 15 strategisch platzierten Standorten in ganz Deutschland aufgebaut, beispielsweise in Offenburg, Nürnberg und Neuruppin. Dadurch könne die Telekom-Tochter bundesweit schnell vor Ort sein und auf die spezifischen Bedürfnisse der Regionen eingehen. Neben Fachkräften für den Tiefbau werden auch Personen für die Bauleitung, Betriebsleitung, Personalplanung und das Fuhrparkmanagement eingestellt.

Externe Unternehmen werden weiter eingesetzt

Die eigene Tiefbau-Firma der Telekom erinnert ein wenig an die alten Bundespost-Zeiten vor der Liberalisierung. Denn während der ehemalige Staatskonzern bis dato bei Tiefbau-Arbeiten vor allem auf Subunternehmen setzte, hat die einstige Bundespost vor allem auf eigene Mitarbeiter gesetzt. Doch der Start der eigenen Baufirma soll keine komplette Abkehr der Subunternehmer-Strategie werden.  Die Telekom kooperiere weiterhin mit externen Tiefbaufirmen und werde die Zusammenarbeit intensivieren. Durch die zusätzlichen internen Kapazitäten soll der Glasfaserausbau schneller werden.

Die Deutsche Telekom will bis Ende 2024 mehr als zehn Millionen Anschlüsse im Glasfasernetz (Fiber to the Home / FTTH) ermöglichen. Allein im Jahr 2023 entstehen 2,5 bis drei Millionen neue Anschlüsse. Die meisten davon werden allerdings wohl als Homes Passed gelten, die Glasfaser bleibt also vor dem Haus liegen. Denn eine Leitung ins Haus verlegt die Telekom zumindest bei Einfamilienhäusern nur noch, wenn es eine Buchung für die Leitung gibt.

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