Stiftung Warentest überrascht: Diese Kopfhörer für 70 Euro sind genauso gut wie das Sony-Spitzenmodell für 350 Euro

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Ob im Büro, unterwegs oder im Homeoffice: Kopfhörer waren noch nie so beliebt wie aktuell. Die Stiftung Warentest hat nun 30 neue Bluetooth-Modelle getestet. Darunter sind sowohl Over-Ear- als auch In-Ear-Kopfhörer. Das Ergebnis: eine gewaltige Überraschung.
Kopfhörer von JBL für 70 Euro
Stiftung Warentest überrascht: Diese Kopfhörer für 70 Euro sind genauso gut wie das Sony-Spitzenmodell für 350 EuroBildquelle: Unsplash/Ayrus Hill

Wie viel Geld muss man für ein paar wirklich gute Kopfhörer ausgeben? Nicht viel, wenn es nach dem Urteil der Stiftung Warentest geht. Wer gute Kopfhörer mit tollem Klang haben möchte, bekommt sie schon für unter 100 Euro. Dabei ist ein Modell, das aktuell sogar weniger als 70 Euro kostet, den Testern zufolge aber genauso gut wie Sonys Spitzenklasse-Kopfhörer für 350 Euro. Wie kann das sein?

Die Stiftung Warentest hat in ihrer neuesten Untersuchung 30 Bluetooth-Kopfhörer getestet. Darunter auch die Sony WH-1000XM4, das Spitzenmodell des japanischen Unternehmens für den Massenmarkt. Das Modell kostet aktuell durchschnittlich 350 Euro und schneidet mit der Endnote „gut“ (2,0) als Testsieger ab. Ebenfalls „gut“ (2,1) dabei aber deutlich günstiger, sind die JBL Tune 700BT. Die Kopfhörer gibt es aktuell für knapp 70 Euro. Interessant am Endergebnis ist auch, dass die mit gut 200 Euro deutlich teureren JBL Club One viel schlechter abschneiden (Note 3,3) als die Billig-Kopfhörer.

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Kopfhörer im Test: die Wertung im Detail

Doch wie kann es sein, dass so günstige Kopfhörer besser sind, als Sonys preisgekröntes 350-Euro-Modell? Beim Klang bekommt Sonys Modell die Note 2,0, die JBL-Kopfhörer sind mit einer 2,1 nur minimal schlechter. Das bedeutet, dass du für deutlich weniger Geld einen fast genauso guten Sound bekommst. Beim Tragekomfort sind die Sony-Kopfhörer (2,0) gegenüber dem JBL-Modell (2,3) etwas besser. Doch bei den „Störeinflüssen“ können die Billig-Kopfhörer Boden gut machen und bekommen die Teilnote 1,9. Sonys Modell kommt hier nur auf eine 2,3. Der Stiftung Warentest zufolge ist das JBL-Modell hinsichtlich „Geräuschen bei Bewegung“ deutlich besser.

Stiftung Warentest: Was ist bei einem Kopfhörer wichtig?

Was aber die anderen Unterpunkte angeht, liegt Sonys Spitzenmodell nahezu überall vorne. Auch hinsichtlich der Akkulaufzeit sind die Sony WH-1000XM4 mit knapp 37,5 Stunden gegenüber den JBL Tune 700BT (rund 30,5 Stunden) deutlich besser. Was aber scheinbar keine große Auswirkung auf das Endergebnis hatte, war die aktive Geräuschunterdrückung, auch Active Noise Cancelling (ANC) genannt. Denn während Sonys Top-Modell diese Funktion besitzt und im Test zwei Punkte dafür erntet, haben die JBL-Kopfhörer kein ANC. Doch ebendiese Funktion ist vielen Käufern derzeit wichtig.

Erstaunlich: So gut sind Kopfhörer mit ANC für 70 Euro

Natürlich sind es Klang, Tragekomfort und Haltbarkeit, die für viele Käufer von Kopfhörern eine elementare Rolle spielen. Hierbei sind beide Modelle insgesamt „gut“. Doch insbesondere in der heutigen Zeit, in der Menschen aufgrund von Corona und Lockdown im Homeoffice arbeiten, schätzen viele die aktive Geräuschunterdrückung.

Diese Modelle sind noch besser

Vergleicht man die Ergebnisse des neuen Tests mit älteren Untersuchungen der Stiftung Warentest, findet man noch besser bewertete Kopfhörer als die Sony WH-1000XM4. Die
Sennheiser Momentum Wireless (3. Generation) etwa belegen mit der Endnote „gut“ (1,7) die Pole Position. Kaum schlechter („gut“, 1,8) schneiden die Bose Noise Cancelling Headphones 700 ab. Ebenfalls gut: die Modelle Bowers & Wilkins PX5 (1,8) sowie Bang & Olufsen Beoplay H4 (2. Generation) und Sennheiser PXC 550-II Wireless (beide 1,9). All diese Kopfhörermodelle haben aber nicht nur die gute Note gemeinsam. Sie liegen auch beim Preis zwischen 200 und 300 Euro deutlich über den ebenfalls guten und knapp 70 Euro günstigen JBL Tune 700BT.

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7 KOMMENTARE

  1. Ich bezweifle sehr sehr stark, dass die 70€ Kopfhörer besseres noice cancelling haben, da sie unter anderem nicht over ear aber in ear sind, was (meist) schlechteren Komfort und schlechteres passives noice cancelling mit sich bringt.
    Zusätzlich schätze ich Stiftung Warentest nu hat wirklich benutzerfreundlich ein, ich informiere mich lieber über Blogs, Technikseiten und -youtuber

    • Die günstigen JBL-Kopfhörer haben KEIN Noise Cancelling. Sie sind zudem nicht In-Ear sondern ebenfalls On-Ear-Kopfhörer.

  2. Das Sony Bashing ist schon erstaunlich. Was Tragekomfort, Klang, Geräuschunterdrückung angeht, gibt es nichts besseres. Das war beim Vorgängermodell der Fall und jetzt auch. Allenfalls bei der Reichweite ist JBL bekanntermaßen etwas besser.

  3. Das Testergebnis bezweifle ich al ganz stark. Zum einen werden hier Äpfel mit Birnen verglichen, denn der JBL hat gar kein ANC.
    Zum anderen widerspricht das meiner Erfahrung: Ich hatte einen JBL der 80€ Klasse und der war so furchtbar unbequem, dass mir nach 5 Minuten der Kopf wehgetan hat. Klar, bei „passivem Noise Cancelling“m muss er ja dicht sein. Klang war o.k., aber da lege ich keinen Wert drauf da ich das Ding eh nur für Videokonferenzen nutze.

    Der Bose QC35II den ich dann als Ersatz gekauft habe ist um WELTEN besser, den kann ich 8h aufhaben ohne Probleme.

    Wer kein ANC braucht findet auch bei anderen Herstellern deutlich günstigere Modelle die gut klingen. Der Vergleich ergibt IMO keinen Sinn.

  4. Tragekomfort ist erst mal sehr subjektiv. Der Sony fällt bei mir raus, weil ich bei dem das Gefühl habe, dass er mir etwas vom Ohr runterrutscht. Mein Kopf ist wohl zu klein. Bei Bose drückte dann was.
    Ich habe den Sennheiser PXC 550 erste Generation. Wollte für die Arbeit dann die zweite Genetation kaufen. Beim direkten Vergleich bin ich dann doch beim Momentum 3 gelandet. Gerade im Bassbereich liegen Welten zwischen den beiden Kopfhörern. So schön ein Testurteil auch ist, das ist grad auch bei Kopfhörern sehr subjektiv.

  5. Sorry…. aber: Blödsinn.
    Ich kenne den JBL sehr gut, da ich ihn mirmal gekauft hatte…nicht zuletzt wegen der Preises und ordentlichen Bewertungen.
    Und dieser Artikel ist kompletter Unsinn.
    Tatsache ist, der Klang war ganz ok, keine Sensation, aber ok.
    Der Tragekomfort/Ergonomie war eine Katastrophe,…der Kopf war wie eingeklemmt zwischen Backsteinen.
    Der Vergleich zu den teureren Modellen ist absolut nicht nachvollziehbar. Diese spielen klanglich und ergonomisch in einer komplett anderen Liga.

  6. Der Titel ist frech, aber Aufmerksamkeit anziehend, was ja sicher damit erzeugt werden soll. Sonys Kopfhörer, sind im Bereich ANC die besten oder einer der besten auf dem Markt. Die von JBL haben das nicht mal und fallen dann automatisch für sehrrr viele Leute raus und sind somit nicht mehr vergleichbar. Des Weiteren, sind beide sicher nicht „gleichgut“, wenn Sony fast überall leicht besser ist. Das ist was ganz normales, bei Smartphones sind die Flagshipmodelle auch immer nur bisschen in vielen Pubkten besser, als die Mittelklassemodelle.

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