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Neue Handy-Vorwahl 015333: Jetzt ist klar, was hinter dem 10-Euro-Tarif von Simsalasim steckt

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Hinter der neuen Handy-Vorwahl 015333 steckt Simsalasim, ein Mobilfunkanbieter für 10 Euro im Monat. Lange blieb vieles offen. Jetzt hat das Berliner Start-up sein Kleingedrucktes veröffentlicht und beantwortet fast alle Fragen. Bis auf eine.
Ein Smartphone mit
015333: Diese Vorwahl könnte den Mobilfunk revolutionierenBildquelle: KI

Neue Handy-Vorwahlen sind in Deutschland selten. 015333 ist so eine. Die Bundesnetzagentur hat sie der Simsalasim Germany GmbH aus Berlin zugeteilt. Hinter dem Unternehmen steht Xing-Gründer Lars Hinrichs, der selbst mehr als zehn Jahre im Aufsichtsrat der Deutschen Telekom saß. Siehst du die Nummer demnächst auf deinem Display, ruft dich also ein Kunde eines brandneuen Anbieters an. Als wir Anfang Oktober zum ersten Mal über Simsalasim berichtet haben, war vieles offen. Das hat sich geändert. In einem ausführlichen Hilfebereich erklärt der Anbieter jetzt, wie sein Tarif funktioniert. Länder., Drosselung, Tethering, Rufnummernmitnahme und Bezahlung. Nur eine Frage bleibt: Wann geht es los? Simsalasim nennt bewusst keinen Termin. Buchen kannst du noch nicht, nur dich auf eine Warteliste setzen.

10 Euro, kein Datenlimit, keine Drosselung

Der Preis steht jetzt offiziell auf der Website: 10 Euro im Monat. Dafür gibt es genau einen Tarif. Keine Stufen. Kein Upgrade. Kein Downgrade. Enthalten ist unbegrenztes Datenvolumen in 100 Ländern, Deutschland mitgezählt. Und das mit 5G, wo das lokale Netz es anbietet. Dazu kommen unbegrenzte Anrufe und SMS in 50 Länder und zu allen anderen Simsalasim-Kunden weltweit.

Eine Mindestlaufzeit gibt es nicht, eine Aktivierungsgebühr auch nicht. Der Tarif verlängert sich monatlich, gekündigt wird in der App. Die Kündigung wirkt zum Ende des laufenden Abrechnungszeitraums.

Und das Datenlimit? „Unlimited heißt bei uns unlimited“, schreibt Simsalasim. Kein Volumen, das herunterzählt. Keine Grenze, ab der gedrosselt wird. Weder in Deutschland noch im Ausland. Das verwundert. Selbst die teuren Unlimited-Tarife von Telekom, Vodafone und O2 kennen im EU-Ausland meist eine Fair-Use-Grenze, und außerhalb der EU kostet Roaming in der Regel extra. Wie sich das rechnen soll, bleibt offfen.

Daten nach Standort, Telefonie nach Ziel

Spannend wird es bei den Ländern. Simsalasim führt zwei getrennte Listen, und die funktionieren unterschiedlich. Bei Daten zählt, wo du gerade bist. Bei Anrufen und SMS zählt, welche Nummer du wählst. Bist du in Thailand und rufst nach Deutschland an, ist das inklusive. Eine Nummer anzurufen, die nicht in der Liste der 50 Inklusiv-Länder ist, kostet dagegen extra, egal wo du stehst. Die Liste der 100 Datenländer ist öffentlich. Drin sind unter anderem die USA, die Schweiz, Großbritannien, die Türkei, Japan, Thailand und China. Kanada, die Vereinigten Arabischen Emirate und Marokko fehlen hingegen.

Für Länder außerhalb der Liste verkauft Simsalasim Data Passes. Einmal bezahlt, feste Laufzeit, keine automatische Verlängerung. Der Pass zählt erst ab der ersten Verbindung im Zielland, du kannst ihn also schon vor der Reise kaufen. Data Passes funktionieren sogar ohne Tarif. Für Anrufe in Länder außerhalb der 50 gibt es Talk+Text Passes, die setzen aber einen Tarif voraus. Was die Pässe kosten, verrät Simsalasim bislang nicht. In einigen wenigen Ländern funktioniert Simsalasim laut Hilfebereich gar nicht, auch nicht mit Pass. Böse Überraschungen auf der Rechnung soll es nicht geben. Ohne Abdeckung und ohne Pass gibt es schlicht keine Daten. Kein Zähler, keine Nachberechnung.

Tethering ja, Festnetz-Ersatz nein

Auf der Startseite verspricht Simsalasim: Tethering ist drin, ohne Aufpreis und ohne Drosselung. Du kannst also unterwegs deinen Laptop über das Handy ins Netz bringen. Im Hilfebereich steht allerdings eine Einschränkung. Die SIM soll keinen festen Internetanschluss ersetzen. Keine Router. Keine Server-Boxen. Kein dauerhaftes Tethering als Ersatz für das Internet zu Hause oder im Büro. Extra kosten soll so eine Nutzung nicht. Hält sie aber an, kann Simsalasim den Vertrag ordentlich kündigen. Übersetzt heißt das: Tethering so, wie man es eigentlich nutzt, ist in Ordnung. Mal im Zug. Mal im Ferienhaus. Mal im Café. Wer dagegen einen Unlimited-Tarif für 10 Euro sucht, um den DSL-Anschluss loszuwerden, ist hier falsch.

Ähnlich klar ist eine zweite Regel: Der Tarif läuft auf genau einem Handy. Eine Multi-SIM gibt es nicht, eine zweite Person braucht einen eigenen Tarif. Simsalasim begründet das damit, dass genau diese Beschränkung unbegrenzte Daten zum Festpreis möglich mache. Ohnehin gibt es nur eine eSIM, keine Plastik-SIM. Nicht einmal auf Nachfrage.

Deine Rufnummer kannst du mitnehmen. Ob du sie behältst oder eine neue willst, entscheidest du beim Abschluss. Bei der Mitnahme startest du zunächst mit einer vorübergehenden Nummer, der eigentliche Wechsel läuft dann in der App und dauert laut Simsalasim ein paar Werktage. Die neue Vorwahl 015333 dürftest du also vor allem bei Kunden sehen, die sich bewusst eine neue Nummer holen.

Gezahlt wird hinterher

Ungewöhnlich ist die Abrechnung. Der Tarif startet nicht mit dem Kauf und nicht mit der Installation, sondern mit der ersten Verbindung zu einem Netz. Spätestens nach 30 Tagen beginnt er von selbst. Der Tag der ersten Verbindung wird dein Abrechnungstag. Bezahlt wird am Ende jedes Zeitraums, nicht im Voraus. Als Zahlungsarten nennt Simsalasim Visa, Mastercard, Apple Pay und Google Pay. Lastschrift oder PayPal tauchen nicht auf.

VPN, Werbeblocker und ein Anrufdienst

Neben dem Tarif gibt es zwei Zusatzprodukte. Ein VPN, bei dem du das Ausgangsland und sogar die Stadt wählst. Und Ad-Free, einen Werbe- und Trackerblocker, der direkt im Netz arbeitet: auf dem ganzen Handy, in Apps und im Browser, ohne zusätzliche App. Nur YouTube-Werbung kommt durch, weil sie direkt in den Videostream eingebaut wird. Das erinnert an den von uns getesteten DNS-Filter der FritzBox. Beide Extras laufen nur zusammen mit dem Tarif und kosten extra. Wie viel, verrät Simsalasim auch hier nicht. In den Hilfetexten taucht außerdem ein Dienst namens Away auf. Er nimmt offenbar Anrufe an, wenn du nicht rangehen kannst. Erklärt wird er bislang nicht.

Warum die eigene Vorwahl so viel verrät

Die meisten günstigen Mobilfunkmarken sind reine Wiederverkäufer, sogenannte Reseller oder Provider. Sie kaufen Minuten und Datenvolumen bei Telekom, Vodafone oder O2 ein und nutzen deren Vorwahlen. Simsalasim geht einen anderen Weg. Eine eigene Vorwahl bekommt in der Regel nur, wer eigene Vermittlungstechnik betreibt. Medienberichten zufolge ist Simsalasim ein virtueller Netzbetreiber (MVNO) im O2-Netz von Telefónica. Ihm hat die Bundesnetzagentur die eigene Netzkennung 262-26 zugeteilt. Die Antennen kommen also von O2, die Steuerung der Kunden im Netz übernimmt Simsalasim selbst.

Dafür spricht noch mehr. In der Datenbank PeeringDB ist Simsalasim seit Sommer 2025 mit einem eigenen autonomen System registriert, quasi einer eigenen Adresse im Internet-Backbone. Dazu kommen zwei Anschlüsse mit je 100 Gigabit pro Sekunde am Frankfurter Internetknoten DE-CIX und Präsenz in zwei Equinix-Rechenzentren. Das baut niemand für einen simplen Reseller-Tarif auf.

Simsalasim selbst spricht von einem eigenen, weltweiten Kernnetz in der Cloud. Per Multi-IMSI soll sich dein Handy im Ausland jeweils mit dem stärksten lokalen Netz verbinden. Multi-IMSI heißt: Auf einer eSIM liegen mehrere Teilnehmerkennungen, und je nach Land wird die passende aktiviert. Das Verfahren nutzt beispielsweise auch 1&1 bei seinen mehr als zwölf Millionen Kunden, wenn diese im Ausland roamen.

Was wir zur Drosselung vermutet hatten

In unserem ersten Bericht hatten wir Zweifel, ob „unbegrenzt“ für 10 Euro in 100 Ländern wirklich unbegrenzt ist. Die Kollegen von teltarif hatten in einer früheren Fassung der Datenschutzerklärung von Simsalasim einen Hinweis auf Redtea Mobile entdeckt. Das Unternehmen aus Singapur verkauft über die Marke eSIM Access weltweite Datentarife an andere Anbieter, auch „Unlimited“-Pakete. Deren Haken: pro Tag 1, 2, 3 oder 10 GB mit vollem Tempo, danach wird gedrosselt, je nach Paket auf 256 bis 512 kbit/s oder auf 1 bis 2 Mbit/s. Wir hielten es für gut möglich, dass Simsalasim ein ähnliches Modell nutzt.

Simsalasim widerspricht dem jetzt deutlich. Kein Gigabyte-Limit, keine Drosselung, weder zu Hause noch im Ausland. Ob Redtea überhaupt beteiligt ist, bleibt offen. Schon Anfang Oktober tauchte der Name in der Datenschutzerklärung nicht mehr auf.

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