Manche Funktionen vermisst du erst, wenn du sie einmal hattest. Diese gehört dazu: Das Bild endet nicht mehr am Rahmen des Fernsehers, sondern setzt sich an der Wand dahinter fort. Nur haben die wenigsten Geräte das eingebaut. Wer nachrüsten wollte, musste bisher eine Box zwischen Zuspieler und Fernseher hängen. Die sieht allerdings nur, was per Kabel ankommt. Welcher Weg heute der richtige ist, hängt stark davon ab, welcher Fernseher bei dir im Wohnzimmer steht. Und beim Preis gibt es eine Überraschung, die mit dem Fernseher selbst wenig zu tun hat.
Gehört dein Fernseher zum kleinen Kreis?
Gemeint ist Licht, das sich passend zum Fernsehbild verfärbt. Und natürlich ist es am bequemsten, wenn der Fernseher die Arbeit selbst übernimmt. Genau das macht die Hue Sync TV App von Philips Hue. Sie läuft direkt auf dem Gerät und greift das Bild unabhängig von der Quelle ab: Streaming-Apps, Konsole, Set-Top-Box oder klassisches Fernsehprogramm. Die Play HDMI Sync Box, Hues bisherige Nachrüstlösung, sieht dagegen nur HDMI‑Signale. Der Haken an der App: Nur zwei Hersteller lassen sie überhaupt auf ihre Geräte. Die meisten kompatiblen Modelle hat Samsung. Laut Samsung-Support läuft die App auf diesen Geräten:
- 2022: Q60B und höher
- 2023: Q60C und höher
- 2024: Q60D und höher
- 2025: Q7F und höher
- 2026: U9000H und höher
- OLED S-Serie

Bei LG ist die Liste kürzer. Unterstützt werden TVs ab Modelljahr 2024 mit webOS 24 oder neuer. Ältere Geräte bleiben außen vor, auch wenn sie per Update auf webOS 24 gehoben wurden. Bei allen anderen Herstellern, etwa Sony, Philips, Hisense oder TCL, gibt es die App nicht.
Ohne Hue-Sync-TV-App: So rüstest du jeden Fernseher nach
Steht dein Modell nicht auf der Liste, ist die Play Screen Sync von der IFA 2026 die naheliegende Lösung. Die kleine Kamera sitzt oben auf dem Fernseher und blickt mit einer Fischaugenlinse auf den Bildschirm. Sie erfasst das Bild von Rand zu Rand, kalibriert sich selbst und gleicht wechselndes Raumlicht aus. Weil sie filmt, was du siehst, ist die Quelle egal: TV-Apps, Fernsehprogramm oder Konsole.
Signify gibt die Kamera für Bildschirme bis 85 Zoll frei. Ohne Bridge steuert sie seit dem Hue-Update auf Version 6.0 genau einen kompatiblen Play Gradient Lightstrip. Mit Bridge oder Bridge Pro bindest du bis zu zehn farbfähige Hue-Leuchten in den Entertainment-Bereich ein, etwa die neuen Hue Play Steh- und Tischleuchten.
Für noch größere Fernseher bleibt die HDMI‑Lösung. Die neue Play HDMI Sync Box 4K arbeitet unabhängig von der Bildschirmgröße, sieht aber nur ein angeschlossenes HDMI-Gerät und keine TV-Apps.
Hue Sync-TV‑App oder Kamera: Was sich für dich lohnt
Signify bietet die App als Einmalkauf für 129,99 Euro an, gebunden an einen Fernseher. Alternativ gibt es ein Abo für 2,99 Euro im Monat, das bis zu drei TVs abdeckt. Teurer als der Einmalkauf wird das Abo erst nach rund 43 Monaten. Pflicht ist in jedem Fall eine Hue Bridge.
Wie groß der Unterschied zur Kamera ist, hängt von deinem Setup ab. Mit nur einem Play Gradient Lightstrip kostet der Weg über die Kamera rund 220 Euro, weil die Bridge entfällt. Über die App sind es mit Einmalkauf rund 310 Euro. Willst du mehrere Lampen einbinden, brauchst du die Bridge auch für die Kamera.
Der Vorteil der App liegt woanders: Sie braucht kein Gerät über dem Bildschirm und liest das Signal digital aus, statt es abzufilmen. Die Kamera zieht dafür bei jedem Fernsehertausch mit um. Wenn du bereits einen kompatiblen Samsung- oder LG-Fernseher und eine Hue Bridge besitzt, bekommst du mit der App die sauberste Lösung.

