Roomba gilt als Pionier der Saugroboter. Für viele steht der Name bis heute für die ganze Gattung. Nur: Ein bekannter Name saugt noch keinen Krümel vom Boden. Und das Spielfeld hat sich verschoben. Wischwalzen, absenkbare LiDAR-Türme und Kletterarme für Türschwellen sind in der Oberklasse 2026 Standard. Neue Namen drängen nach vorn, alte verlieren an Boden.
Auf die Frage nach der besten Saugroboter-Marke habe ich nach diesem Jahr eine klare Antwort. Es ist ein Hersteller, der nicht jede Disziplin gewinnt. Dafür hat er in jeder Preisklasse einen Roboter im Regal, der mehr kann, als sein Preis erwarten lässt. Schon ab 899 Euro steckt Technik drin, die sonst erst jenseits der 1.000 Euro üblich ist. Rede ist von Roborock.
Das Saugergebnis: Auch auf dem Teppich kommt Leistung an
Die Kernaufgabe eines Saugroboters ist nun mal das Saugen. Saros 20 Sonic, Neo und Flow Complete arbeiten laut Roborock mit 36.000 Pa, die Qrevo-Modelle mit 20.000 bis 25.000 Pa. Pascal ist allerdings ein Unterdruckwert. Mit anderen Worten: Mehr Pascal bedeutet nicht zwangsläufig ein besseres Reinigungsergebnis. Entscheidend ist, was am Boden ankommt. Auf Fliesen und PVC blieb im Test bei keinem Modell nennenswert etwas liegen.

Wichtiger ist der Teppich. Dort bricht die Leistung bei den meisten Saugrobotern ein, auch bei Dreames-Topmodell, dem X60 Pro Ultra Complete (Test). Beim Saros 20 Neo (Test) und beim Saros 20 Flow Complete (Test) ist das nicht passiert. Lediglich beim Saros 20 Sonic sank sie minimal. Bemerkenswert ist, dass die günstigeren Modelle mithalten. Der Qrevo Edge 2 (Test) verliert auf Teppich nur wenig, der Qrevo Curv 2 Pro (Test) saugt dort solide. Der 749 Euro teure Dreame L50s Pro Ultra zeigte im Test dagegen große Schwächen. Abstriche macht im Test nur der Qrevo Curv 2 Flow, der feinen Sand im Teppich nicht ganz so gründlich erwischt.
Haustierbesitzer sollten aufhorchen: Bei keinem der sieben Modelle musste ich im Testzeitraum Haare aus Haupt- oder Seitenbürste entwirren. Bei Neo, Sonic, Flow Complete und Qrevo Edge 2 übernimmt das eine zweigeteilte Hauptbürste, die Haare zerteilt, statt sie aufzuwickeln.

Wischen: Vier Konzepte, ein klarer Sieger
Spannender als das Saugen ist, wie unterschiedlich Roborock das Wischen löst. Der Saros 20 Neo drückt zwei rotierende Pads mit bis zu 14 N auf den Boden. Eingetrocknete Flecken waren im Test spätestens im zweiten Durchgang weg, ohne Schlieren. Der Dreame X60 Pro Ultra Complete brauchte dafür drei Anläufe und hat dabei verschmiert. Der Saros 20 Sonic (Test) wischt sogar mit einer Platte und bekam trotzdem eingetrockneten Senf und Ketchup vom Boden.

Die Wischwalze hat Roborock zuerst im Qrevo Curv 2 Flow (Test) gebracht. Schon dort war die Wischleistung die beste, die ich bis dahin von Roborock gesehen hatte. Selbst eingetrocknete Flecken schrubbt er weg. Der Haken ist die Bauhöhe von 11,9 cm. Genau das löst der neue Flow Complete. Seine 27 cm breite Walze wird laut Hersteller von 16 Düsen permanent mit Frischwasser gespült. Frische wie eingetrocknete Flecken waren im Test nach einem Durchgang weg. Mit 8,98 cm laut Hersteller kommt er unter Sofas, vor denen der Curv 2 Flow parkt. Warum die Wischtechnik die Bauhöhe bestimmt, habe ich hier erklärt.
Beim günstigsten Modell merkst du den Preisunterschied am deutlichsten. Der Qrevo Edge 2 wischt mit zwei Pads und einem Anpressdruck von 8 N. Feuchte und leicht eingetrocknete Flecken sind nach zwei Durchgängen weg. Bei hartnäckigen Rückständen musst du aber den Wasserfluss aufdrehen und ihn mehrfach drüberschicken. Der Curv 2 Pro bekam eingetrocknete Flecken im Test dank Warmwasser weg.
Bei der Navigation hat Roborock einen Trick etabliert, den ich mir bei jedem Saugroboter wünsche. Der LiDAR-Turm sitzt am Heck, senkt sich vor flachen Möbeln ab und scannt durch einen Spalt im Gehäuse weiter. Eingeführt hat Roborock das im Qrevo Curv 2 Pro, mit dem Qrevo Edge 2 gibt es das Prinzip für 899 Euro. Der Sonic nutzt denselben Ansatz. Neo und Flow Complete versenken ihren Turm ebenfalls und orientieren sich dann über eine 100-Grad-Rückansicht. Der Saros 20 (Test) verzichtet ganz auf den Turm und navigiert über Kameras.

Im Test umkurvten die Roborock-Modelle Kabel, sowie Tisch- und Stuhlbeine zuverlässig. Bei den vier Saros-Modellen konnte ich keinen einzigen Fehler provozieren. Fairerweise muss ich sagen: Den Bestwert liefert ein anderer. Der DJI Romo P2 (Test) ist ebenfalls fehlerfrei und fährt dabei so geschmeidig wie kein Saugroboter vor ihm.
Dafür punktet Roborock bei den Maßen. Saros 20, Sonic, Neo, Qrevo Edge 2 und Curv 2 Pro bleiben mit eingefahrenem oder fehlendem Turm unter 8 cm. Über Doppelschwellen klettert die Saros-20-Reihe laut Roborock bis 8,8 cm (4,5 plus 4,3 cm). Besonders in Altbauwohnungen mit hohen Türschwellen ist das ein echtes Argument.
Auch die Roborock-App ist ein gelungenes Gesamtpaket
Die Roborock-App ist für mich weiterhin die übersichtlichste Saugroboter-App am Markt. Damit bin ich nicht allein: Im App Store kommt sie auf 4,7 Sterne bei rund 92.000 Bewertungen. Und mit dem Matter-Standard ist auch was für Smart-Home-Fans dabei. Somit bindest du den Saros 20 Sonic, Neo, Flow Complete, Qrevo Edge 2 und Curv 2 Pro in Apple Home und Co. ein. Viel mehr als Starten, Stoppen und den Restakku gibt der Standard derzeit allerdings nicht her.

Den größten Sparpunkt der Qrevo-Reihe siehst du an der Station: Edge 2, Curv 2 Flow und Curv 2 Pro haben keinen Tank für Reinigungsmittel. Putzmittel musst du also selber in den Frischwassertank kippen. Neo und Sonic dosieren zwar automatisch, legen aber keins in den Karton. Beim 1.599 Euro (UVP) teuren Sonic ist das kaum zu rechtfertigen.
Fazit: Welcher Roborock der beste ist, entscheidet dein Budget
Roborock baut 2026 nicht in jeder Disziplin den besten Saugroboter, aber in jeder Preisklasse einen, der mehr kann, als sein Preis verspricht. Schon der Qrevo Edge 2 bringt für derzeit 549 Euro einen absenkbaren LiDAR-Turm und eine Heißwasser-Moppwäsche mit, die sonst teureren Modellen vorbehalten sind. Der Saros 20 Neo holt die Oberklasse unter die 1.000-Euro-Marke. Und der Saros 20 Flow Complete ist der Saugroboter mit der besten Wischleistung in meiner Bestenliste. Abzüge gibt es vor allem beim Putzmittel: Die Qrevo-Modelle dosieren es nicht automatisch, Neo und Sonic legen keins in den Karton.

Wenn du die beste Wischleistung willst, greifst du zum Flow Complete. Wenn du unter 1.000 Euro bleiben und trotzdem über hohe Schwellen willst, bekommst du mit dem Neo fast alles, was die Saros-Reihe ausmacht. Und wenn du vor allem flach und günstig putzen willst, machst du mit dem Qrevo Edge 2 ebenfalls nichts falsch.
