Dieses Thermostat sagt dir, wenn Schimmelbefall droht

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Feuchte Ecken und dunkle Flecken an der Wand bemerkst du meist erst, wenn es zu spät ist. Ein Update soll das ändern und Alarm schlagen, bevor sich Schimmel festsetzt. Doch wie verlässlich ist die Warnung, und wer kann sie überhaupt nutzen?
Dieses Thermostat sagt dir, wenn Schimmelbefall drohtKI-generiertes Bild
Dieses Thermostat sagt dir, wenn Schimmelbefall drohtBildquelle: KI-generiert mit Google Gemini

Schimmel kündigt sich selten laut an. Erst riecht es in einer Ecke etwas muffig, dann zeigt sich ein grauer Schatten hinter dem Schrank, und irgendwann ist die Tapete fleckig. Mit Beginn der Heizsaison steigt das Risiko, denn laut einer aktuellen Mitteilung der Verbraucherzentrale NRW ist Feuchtigkeit in Innenräumen neben schlechtem Wärmeschutz die häufigste Ursache.

Viele smarte Thermostate messen ohnehin ständig, wie warm und feucht es im Raum ist. Ein bekannter Hersteller will diese Daten jetzt nutzen, um dich frühzeitig vor Schimmel zu warnen. Das klingt clever. Ob die Warnung hält, was sie verspricht, hängt allerdings von Details ab, die du vor dem Einschalten kennen solltest.

Schimmelindex: So bewertet dein Thermostat das Raumklima

Ein einzelner Feuchtewert sagt wenig über die Schimmelgefahr aus. Der neue Schimmelindex berücksichtigt deshalb, wie sich Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Laufe der Zeit entwickeln. Grundlage ist das sogenannte VTT-Modell, ein etabliertes bauphysikalisches Rechenmodell aus Finnland. Die Logik dahinter: Eine kurze Feuchtespitze nach dem Duschen ist harmlos, tagelang feuchte Luft in einem kühlen Raum dagegen nicht.

Das Ergebnis zeigt dir die App für jeden Raum in drei Stufen an: niedrig, erhöht oder hoch. Springt ein Raum auf „hoch“, kannst du gegensteuern, bevor sich der Schimmel festsetzt. Gerade für Mieter ist das relevant, denn wer Schimmel entdeckt, muss laut Verbraucherzentrale umgehend den Vermieter informieren. Was du in diesem Fall außerdem tun solltest, erklärt die Verbraucherzentrale NRW in ihrem Schimmel-Ratgeber.

Schimmelindex in der Tado-App
Schimmelindex in der Tado-App Bildquelle: Tado

Hinter der Funktion steckt Tado. Der Münchner Hersteller verteilt den Tado Schimmelindex per Update an sein System Tado X. In der App findest du ihn im Bereich Raumluft-Komfort. Der erste Haken liegt in der Messung. Das VTT-Modell rechnet ursprünglich mit Werten direkt an der Wandoberfläche. Schimmel wächst dort, wo es kalt ist: an Außenwänden, in Ecken, hinter dem Kleiderschrank. Tado misst dagegen die Raumluft am Thermostat oder Sensor. Wie der Hersteller diese Lücke schließt, verrät er nicht. Sieh den Index deshalb als Frühwarnsystem, nicht als Diagnose.

Richtig heizen und lüften: Was dir der Index nicht abnimmt

Der Schimmelindex warnt, handeln musst du weiterhin selbst. Die Verbraucherzentrale NRW nennt Stoß- oder Querlüften als wirksamste Maßnahme: mehrmals täglich fünf bis zehn Minuten, statt das Fenster stundenlang zu kippen. Besonders wichtig ist das nach dem Aufstehen, Duschen, Kochen und Wäschetrocknen.

Als Zielwert für die Luftfeuchtigkeit nennen die Verbraucherschützer 40 bis 60 Prozent, in alten, ungedämmten Häusern eher am unteren Rand. Ein einfaches Hygrometer zeigt dir allerdings nur den Moment. Der Index ergänzt den Wert um die entscheidende Frage, wie lange die Feuchte schon zu hoch liegt.

Auch beim Heizen gibt es klare Richtwerte. Selten genutzte Räume wie Schlafzimmer oder Flur sollten nicht unter 16 bis 18 Grad fallen, Wohn- und Arbeitsräume liegen idealerweise bei 20 bis 22 Grad. Auch wenn du tagsüber oder am Wochenende unterwegs bist, rät die Verbraucherzentrale, die Wohnung nicht unter 16 Grad abkühlen zu lassen. Wer seine Thermostate per Zeitplan stark absenkt, sollte die Untergrenzen deshalb prüfen.

Große Möbel gehören außerdem nicht an kalte Außenwände, weil sich dahinter Feuchtigkeit staut. Genau diese Stellen erfasst kein Thermostat, und genau dort hilft dir der Index am wenigsten.

Preis und Verfügbarkeit: Der zweite Haken

Tado verteilt den Schimmelindex im Laufe des nächsten Monats per Update, einen konkreten Termin nennt der Hersteller nicht. Nutzen kannst du ihn nur mit Tado X (Test). Besitzer des älteren Systems V3+ gehen leer aus. Dazu kommt das Abo: Der Index ist Teil von AI Assist. Das kostet laut Tado 3,99 Euro pro Monat oder 29,99 Euro im Jahr und enthält unter anderem auch Geofencing, den hydraulischen Abgleich und Vorheizen vor der Ankunft. Wer AI Assist bereits bucht, bekommt den Index ohne Mehrkosten.

Tado X
Tado X Bildquelle: Benjamin Lucks / inside digital

Was sonst noch neu ist

Ebenfalls im AI-Assist-Abo steckt eine überarbeitete Fenster-offen-Erkennung. Sie lernt laut Tado per KI das typische Verhalten jedes Raums und soll offene Fenster so zuverlässiger erkennen. In der App siehst du, ob sie sich noch in der Lernphase befindet. Kostenlos für alle Tado-Kunden und bereits verfügbar ist ein anpassbarer Startbildschirm, auf dem du Kacheln umsortieren und ausblenden kannst.

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