Diese Philips-Hue-Alternative kostet nur ein Drittel und kann trotzdem mehr

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SwitchBot bringt ein Set aus zwei Lightbars mit Farbzonen, separatem Weißlicht und Matter ohne Hub. Der Hersteller verlangt dafür 55,99 Euro und landet damit weit unter Philips Hue. Wo liegt der Haken?
Neue SwitchBot-Lightbars
Neue SwitchBot-LightbarsBildquelle: SwitchBot

Wer Licht hinter Monitor oder Fernseher haben will, landet fast automatisch bei der Play Lightbar von Philips Hue. Die Leiste ist seit 2018 auf dem Markt und hat sich seitdem kaum verändert: eine Farbe pro Leiste, die Bridge als Voraussetzung, dafür das ausgereifteste Entertainment-System im smarten Licht. Genau dort setzt SwitchBot an. Die neue RGBICWW Lightbar (Uff, was ein Name) verspricht mehr Technik für deutlich weniger Geld. Bei den Funktionen liegt sie auf dem Papier vorn, in einem entscheidenden Punkt aber nicht.

Sechs Farbzonen pro Leiste: Was die SwitchBot Lightbar anders macht

Der wichtigste Unterschied steckt im Kürzel. „RGBIC“ steht für LEDs mit eigenen Steuerchips: Laut SwitchBot lässt sich jede Leiste in sechs Zonen aufteilen, die unabhängig voneinander leuchten. Statt einer einfarbigen Fläche an der Wand sollen so Farbverläufe entstehen, wie Hue sie nur bei seinen teureren Gradient-Produkten anbietet.

SwitchBot-Lightbars
SwitchBot-Lightbars Bildquelle: SwitchBot

„WW“ steht für separate LEDs in Warm- und Kaltweiß. Die Farbtemperatur reicht nach Herstellerangaben von 2.200 bis 6.500 Kelvin, also von gemütlichem Warmweiß bis zu tageslichtähnlichem Kaltweiß. Das ist relevant, weil reine RGB-Leisten Weiß nur mischen und dabei oft farbstichig wirken. Mit eigenen Weiß-LEDs taugt das Set auf dem Papier auch als indirektes Arbeitslicht hinter dem Monitor. Zusammen sollen beide Leisten bis zu 800 Lumen schaffen, im Kleingedruckten räumt SwitchBot allerdings eine Toleranz von bis zu 20 Prozent ein.

Dazu kommen zwei Extras. Ein eingebautes Mikrofon steuert sechs musikreaktive Effekte, ganz ohne Zusatzgerät. Und über die SwitchBot-API sollen die Leisten den Status von KI-Agenten anzeigen, etwa mit einem pulsierenden Licht, während ein Agent arbeitet. Für die meisten Haushalte ist das eine Spielerei, für Entwickler am Schreibtisch aber ein praktischer Seitenblick. Montiert wird per Magnet an Metallflächen oder mit Klebepads.

Matter ohne Hub, aber mit einer wichtigen Einschränkung

SwitchBot setzt auf Matter over Wi-Fi. Matter ist der gemeinsame Smart-Home-Standard von Apple, Google, Amazon und Co. Einen SwitchBot-Hub brauchst du laut Hersteller nicht, wohl aber einen Matter-Controller, etwa einen passenden HomePod, Nest Hub oder Amazon Echo. Der Haken steht in der Fußnote. Zonen, Musiksynchronisation und dynamische Effekte richtest du ausschließlich in der SwitchBot-App ein. Über Apple Home oder Google Home dürften die Leisten deshalb vor allem als einfache Farbleuchte auftauchen. Das Aushängeschild des Sets funktioniert also nur im SwitchBot-Universum.

SwitchBot gegen Hue Play Lightbar: Wo Philips vorne bleibt

Auf dem Papier liegt SwitchBot bei Farbzonen, Preis und Hub-Freiheit vorn. In der Praxis bleibt Hue in zwei Punkten stark. Erstens bei der Synchronisation mit dem Bildschirm. Die Play Lightbar ist für Ambilight-artige Effekte gebaut: Für die Synchronisation mit dem Fernseher braucht es zusätzlich eine Hue Sync Box oder die Hue Sync TV App. Zu einer Bildsynchronisation schweigt die SwitchBot-Mitteilung komplett. Ohne sie ist die neue Leiste eher Stimmungs- und Schreibtischlicht als Ambilight-Ersatz, wie ihn Philips Hue zur IFA 2026 günstiger gemacht hat.

TV-Setup mit den neuen SwitchBot-Lightbars
TV-Setup mit den neuen SwitchBot-Lightbars Bildquelle: SwitchBot

Zweitens womöglich bei der Helligkeit. Hue nennt für die Play Lightbar 500 Lumen bei 4.000 Kelvin und setzt sie mit einer 42-Watt-Lampe gleich. Das spricht für einen Wert pro Leiste. Dann kämen zwei Hue-Leisten auf rund 1.000 Lumen und lägen über den 800 Lumen des SwitchBot-Sets.

Dafür verlangt Hue den Einstieg ins eigene System. Denn erst mit Bridge gibt es Automationen, Fernzugriff und die Matter-Anbindung. Das hat sich auch beim Test der neuen Hue Play Steh- und Tischleuchte gezeigt. Zwar klappt seit dem Hue-Update auf App-Version 6.0 die TV-Synchronisation erstmals ohne Bridge, allerdings nur mit passender neuer Hardware.

Preis und Verfügbarkeit: Was die SwitchBot Lightbar kostet

Die SwitchBot RGBICWW Lightbar ist ab sofort im SwitchBot-Shop und bei Amazon erhältlich, die UVP liegt bei 55,99 Euro für beide Leisten. Philips Hue verlangt im eigenen Shop 149,99 Euro für das Play-Lightbar-Doppelpack. Die Bridge noch nicht eingerechnet. Die steht dort aktuell mit 79,99 Euro. Das Starter-Set mit zwei Play Lightbars und Bridge Pro kostet 199,99 Euro. Wer bei null startet, zahlt bei Hue also rund das Dreieinhalbfache.

Wer bereits eine Hue Bridge und eine Sync Box betreibt, bleibt bei der Play Lightbar besser aufgehoben: Die Einbindung ins bestehende Setup wiegt mehr als sechs Farbzonen. Und wer nur Licht hinter Monitor oder Regal will, bekommt bei SwitchBot nach Herstellerangaben mehr Technik für einen Bruchteil des Geldes, muss aber akzeptieren, dass die besten Funktionen an die SwitchBot-App gebunden sind. Ob Weißlicht und Farbzonen im Alltag halten, was SwitchBot verspricht, muss ein Test zeigen.

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