Genau hier setzt Govee mit dem AI Lighting Bot 2.0 an. KI steht inzwischen auf fast jedem Datenblatt im Smart Home, ohne dass sich am Alltag spürbar etwas ändert. Beim Licht liegt der Fall allerdings anders: Kaum eine Produktkategorie bietet so viele Einstellmöglichkeiten. Die meisten bleiben bei den Voreinstellungen, weil der Weg zur eigenen Szene über Segmente, Farbverläufe und Übergangszeiten führt.
Vom Schieberegler zum Gespräch
Den AI Lighting Bot gibt es seit der CES 2023 und Version 2.0 hat der Hersteller im Januar 2026 auf der CES vorgestellt. Neu ist vor allem die Bedienung: Der Bot versteht Text, Sprache und Bilder. Du beschreibst also, was du willst: „gemütlicher Herbstabend“, ein Urlaubsfoto, ein gesprochener Wunsch und die KI baut daraus eine Lichtszene. Entscheidend ist der zweite Schritt: Denn die KI unterstützt auch mehrstufige Dialoge. Das Ergebnis ist damit kein Endpunkt, sondern ein Vorschlag. „Etwas wärmer“, „weniger Bewegung“, „dunkler an der Decke“: die Szene lässt sich im Gespräch nachschärfen, statt sie von vorn zu bauen. Das klingt nach einer Kleinigkeit, senkt die Einstiegshürde für dich deutlich. Als nächsten Schritt kündigt Govee die Gruppensteuerung per KI an. Somit können Nutzer mehrere Geräte gleichzeitig als Gruppe steuern können. Das soll vor allem die Synchronisation vereinfachen.
Sky Ceiling Light: Deckenlicht mit Tagesrhythmus
Die Sky Ceiling Light hat Govee auf der CES 2026 gezeigt. Sie sieht aus wie ein Dachfenster und soll auch so wirken – gedacht für Zimmer ohne Fenster und für dunkle Arbeitsräume.
Der eigentliche Kniff steckt im Blauanteil des Lichts, den Govee Vitality Spectrum nennt. Im Auge sitzt ein Sinnesstoff namens Melanopsin, der dem Körper meldet, ob gerade Tag oder Nacht ist. Er reagiert am stärksten auf blaues Licht mit einer Wellenlänge von rund 480 Nanometern – Govee arbeitet mit 478 Nanometern und trifft diesen Bereich damit fast genau.
Interessant wird das im Zusammenspiel mit dem AI Lighting Bot 2.0, der direkt in der Leuchte steckt. Govee bezeichnet sie deshalb als erste Deckenleuchte der Branche, die auf die Stimmung ihrer Nutzer reagiert. Praktisch heißt das: Wer der App mitteilt, dass er gerade einen Energieschub braucht, bekommt bevorzugt Licht mit genau jenen 478 Nanometern, das Konzentration und Wachheit unterstützen soll. Die Gegenrichtung funktioniert genauso, und hier zahlt sich der mehrstufige Dialog aus – ein paar Sätze hin und her, und aus dem hellen Arbeitslicht wird weiches Stimmungslicht nach eigenem Geschmack.

Im Alltag zählt aber vor allem, wie gut das normale weiße Licht aussieht. Govee verspricht bis zu 7.000 Lumen, das ist etwa so hell wie sieben kräftige Deckenleuchten. Der Farbwiedergabewert CRI liegt bei 95 von 100, Farben sollen also so aussehen wie bei Tageslicht. Und die Lichtfarbe reicht von 1.000 bis 10.000 Kelvin, von warmem Kerzenschein bis zu kühlem Bürolicht. Dafür sorgen soll der hauseigene NaturalTone-Algorithmus. Angenehm für die Augen soll das Licht obendrein sein: Der TÜV Rheinland hat die Leuchte für Eye Comfort zertifiziert und dabei zwei Dinge geprüft – einen niedrigen Blaulichtanteil und einen flimmerfreien Betrieb. Flimmern entsteht, wenn LEDs schneller an- und ausgehen, als das Auge es bewusst wahrnimmt. Wer stundenlang darunter sitzt, ermüdet dadurch schneller. Die Funktion DaySync stellt Helligkeit und Lichtfarbe automatisch nach Uhrzeit und Wetter ein. Steuern lässt sich die Lampe über Matter, Alexa, Google Home und SmartThings. Ab dem 4. September steht sie für 399 Euro in den Regalen.
COB Strip Light 2 Pro: dichter, nahtloser, kreativer
Bei LED-Streifen gilt eine einfache Regel: Je mehr Leuchtpunkte auf einem Meter sitzen, desto weniger sieht man die einzelnen Punkte. Der COB Strip Light 2 Pro bringt 1.344 LEDs pro Meter unter. Das ist die höchste LED-Dichte der Branche, während das aktuelle COB Strip Light Pro auf 1.260 kommt. Statt einer Perlenkette soll so ein durchgehender Lichtstrich entstehen. Ein dreilagiger Aufbau verteilt das Licht zusätzlich, damit keine dunklen Stellen bleiben.

Dazu kommen 16 Steuerchips, ICs genannt, pro Meter. Sie teilen den Streifen in viele kleine Abschnitte, die getrennt leuchten können. Je mehr Abschnitte, desto feiner lassen sich Farbverläufe zeichnen. Jede LED mischt Rot, Grün, Blau und zwei Weißtöne, Govee kürzt das mit RGBWWIC ab. Zusammen mit dem hauseigenen Farbsystem LuminBlend+ und der 16-Bit-Ansteuerung, die sehr feine Farbabstufungen erlaubt, sollen daraus weiche Übergänge und sauberes Weiß werden. Die Lichtfarbe reicht wie bei der Deckenleuchte von 1.000 bis 10.000 Kelvin, den Farbwiedergabewert gibt Govee mit CRI 92 an. Damit schlägt der Streifen die Brücke zwischen dem alltäglichen Wohnbereich und professionellen kreativen Umgebungen. Wer weniger ausgeben möchte, bekommt mit dem COB Strip Light 2 dieselbe Grundtechnik in einer abgespeckten Variante.
Zum Einsatz kommt auch hier der AI Lighting Bot 2.0. Beim COB Strip Light 2 Pro genügt ein kurzer gesprochener oder getippter Satz, und aus der Idee wird eine fertige Lichtstimmung – passend zum Filmabend, zum Essen mit Gästen oder einfach zur Tagesform. Beide starten am 4. September: Fünf Meter des Pro-Modells kosten 179,99 Euro, die gleiche Länge der Standardversion 119,99 Euro.

Ebenfalls neu, aber ausschließlich für die USA angekündigt: die Permanent Outdoor Lights 2 Pro. In jedem Lichtkopf stecken zwei getrennt steuerbare Chips, die Leuchte kann also oben und unten gleichzeitig in verschiedenen Farben leuchten. Die bisherigen Permanent Outdoor Lights 2 und Pro gibt es hierzulande längst zu kaufen, für das neue Modell nennt Govee bislang keinen Starttermin für Deutschland. In den USA geht es am 7. September los, rund 30 Meter kosten dort 499,99 Dollar, rund 61 Meter 799,99 Dollar.

