Schluss mit langsam: Neue FRITZ!Box bringt Gigabittempo per DSL-Anschluss

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Viele Haushalte warten noch auf Glasfaser – und müssen mit dem Anschluss leben, der schon liegt. Eine neue FRITZ!Box soll genau hier ansetzen und verspricht mehr Tempo, aktuelles WLAN und Smart-Home-Funktionen. Was dahintersteckt, lohnt einen Blick. Denn es gibt Einschränkungen.
FritzBox 7632 steht auf einem Tisch
FritzBox 7632 bringt G.fastBildquelle: Fritz!

Mit der FRITZ!Box 7632 ist seit kurzem ein neues Modell im Handel, das vor allem zwei Welten abdecken soll: klassische DSL-Anschlüsse und Anschlüsse, bei denen die letzten Meter noch über Kupfer laufen, aber schon moderne Technik dahintersteckt. Laut Hersteller ist die Box an allen DSL-Netzen nutzbar und soll dort bis zu 300 MBit/s erreichen. Spannender ist der zweite Teil: Unterstützung für G.fast (212 MHz). Darüber sind laut Angaben bis zu 1 GBit/s möglich. Die Box soll außerdem auch dann weiterverwendet werden können, wenn du später auf Glasfaser wechselst – dann als Router hinter einem Glasfasermodem (ONT).

Wo das „Gigabit per DSL“ in der Praxis überhaupt möglich ist

Wichtig ist das Kleingedruckte hinter dem Gigabit-Versprechen: G.fast ist kein „normales DSL“, das überall anliegt. Es kommt typischerweise dann ins Spiel, wenn Glasfaser bereits bis nah ans Gebäude reicht (FTTB) und nur die letzten Meter über Kupfer gehen. Ob du davon profitierst, hängt also komplett davon ab, was bei dir im Haus tatsächlich geschaltet ist. Zum Einsatz kommen diese Anschlüsse beispielsweise bei den regionalen Anbietern M-net und NetCologne. In der Regel wird dabei die Glasfaserleitung bis ins Haus verlegt und ab dem Keller die bisherige Telefonleitung genutzt. Auch die Telekom setzt das Verfahren mitunter ein.

Und wie immer gilt: „bis zu“ heißt nicht „immer“. Selbst wenn G.fast verfügbar ist, bestimmen Leitungslänge, Hausverkabelung und Anbieterprofil, wie viel am Ende ankommt. Für viele bleibt damit der realistische Sprung eher: stabile 100 bis 300 MBit/s über Supervectoring 35b – was für Streaming, Homeoffice und große Downloads trotzdem ein spürbares Upgrade sein kann.

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Fritz! FritzBox 7632

Marktdaten

Anschluss-Art DSL

Daten

LAN-Anschlüsse (2,5 Gigabit/s) 1
LAN-Anschlüsse (Gigabit/s) 3
Frequenz
  • 2,4 GHz
  • 5,0 GHz
WLAN-Standard
  • IEEE 802.11a (WiFi 1)
  • IEEE 802.11ac (WiFi 5)
  • IEEE 802.11ax (WiFi 6)
  • IEEE 802.11b (WiFi 2)
  • IEEE 802.11be (WiFi 7)
  • IEEE 802.11g (WiFi 3)
  • IEEE 802.11n (WiFi 4)
WLAN-Datenrate (brutto) 2.880 Mbit

WLAN 7, Ports und die Frage nach dem echten Mehrwert

Bei WLAN setzt die FRITZ!Box 7632 auf Wi-Fi 7 (2 x 2) auf 2,4 und 5 GHz. Angegeben sind bis zu 2.880 MBit/s im 5-GHz-Band und bis zu 688 MBit/s auf 2,4 GHz, zusammen bis zu 3,5 GBit/s. Das sind theoretische Maximalwerte auf Funkebene – spürbar wird der Vorteil erst, wenn deine Endgeräte Wi-Fi 7 auch unterstützen und die Funkumgebung mitspielt. Multi-Link Operation und WPA3 sind ebenfalls genannt, was in der Praxis eher für Stabilität und Sicherheit als für „Wunder-Tempo“ sorgt.

Kabelseitig gibt es einen 2,5-GBit/s-WAN/LAN-Port plus drei Gigabit-LAN-Ports. Das ist sinnvoll, wenn du im Heimnetz mehr als 1 GBit/s verteilen willst oder später am ONT nicht sofort wieder im Gigabit-Flaschenhals landest. Dazu kommt USB 3.0 – unter anderem für Mobilfunksticks (5G/4G) als Fallback oder für Speicher und Drucker.

Telefonie, Smart Home und FRITZ!OS als Zentrale

Die Box bringt wie üblich eine DECT-Basis mit, unterstützt Telefonie über DECT sowie IP/SIP und bietet zusätzlich einen analogen Telefonanschluss (FXS). Für Smart Home ist DECT ULE vorgesehen. Dazu kommen die typischen FRITZ!OS-Funktionen wie Mesh, Gastzugang, Kindersicherung, NAS/Mediaserver und VPN. Der Hersteller betont außerdem Sicherheitsfunktionen wie Stateful Packet Inspection Firewall, Diagnose-Tools und automatische Updates.

Das alles macht die 7632 vor allem für dich interessant, wenn du die FRITZ!Box nicht nur als Modem, sondern als zentrale Schaltstelle nutzen willst: WLAN, Telefonie, Heimnetz und Smart Home aus einer Hand. Wenn du hingegen ohnehin schon einen separaten Router, Access Points und Smart-Home-Hub betreibst, ist der Mehrwert schnell kleiner als die Spezifikationen auf dem Papier vermuten lassen.

Preis und Einordnung

Die FRITZ!Box 7632 ist laut Hersteller ab sofort für 269 Euro UVP erhältlich. Ob das für dich passt, hängt weniger vom Wi-Fi-7-Label ab, sondern davon, ob du G.fast tatsächlich nutzen kannst oder perspektivisch willst. Ohne G.fast bleibt es im Kern eine neue DSL-Box mit modernem WLAN und solider Ausstattung – aber eben nicht automatisch „Gigabit für alle“. Hier hat FRITZ! deutlich bessere Router im Angebot.

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