Amazon hat Fire TV-Produkt abgeschaltet

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Amazon hat angekündigt, schon Ende Januar ein Gerät aus der Fire TV-Familie per Update unbrauchbar zu machen. Der Hintergrund dafür ist unklar, schließlich sind die Geräte eigentlich noch funktionsfähig.
Amazon Fire TV-Stick in einer Hand
Amazon Fire TV-Gerät vor dem AusBildquelle: Blasius Kawalkowski / inside digital

Der Fire TV Blaster von Amazon kam 2019 als Zubehör für Haushalte, in denen ein Fire TV Stick und ein Echo-Lautsprecher zusammenarbeiten. Seine Aufgabe: klassische AV-Geräte ohne Smart-Home-Funktionen per Sprache schaltbar machen. Der Blaster sendet dafür Infrarot-Signale, etwa an Fernseher oder Soundbar, und wirkt so als Brücke zwischen Fire TV (Oberfläche) und Alexa/Echo (Sprachsteuerung). Zum Start lag die Preisempfehlung in Deutschland bei 35 Euro. Jetzt beendet Amazon beendet den Support für den Fire TV Blaster und hat bereits verkaufte Geräte per Update am 31. Januar 2026 unbrauchbar gemacht.

Nischenprodukt wird zu Elektroschrott

Ein Sprecher hat das gegenüber heise online bestätigt, nachdem zuvor andere Medien darüber berichtet hatten. Immerhin: Käufer in Deutschland sollen den Kaufpreis als Amazon-Geschenkkarte erstattet bekommen. Am Grundproblem ändert das wenig – funktionierende Technik landet so trotzdem früher im Elektroschrott.

Warum Amazon das Produkt streicht, ist relativ leicht zu erklären: Der Blaster war ein Nischenprodukt. Den Verkauf hat Amazon bereits vergangenes Jahr eingestellt und verweist nun auf „gesunkenen Bedarf“. Als Ersatz nennt Amazon vor allem HDMI-CEC und eine weiterentwickelte Fire-TV-Produktpalette. Viele Fernseher lassen sich heute über HDMI-Steuersignale mit einschalten oder steuern, ohne dass ein separater IR-Übersetzer nötig ist.

Was du jetzt tun kannst

Der entscheidende Punkt ist aber nicht das Support-Ende, sondern die geplante Stilllegung per Software. Ein Gerät nicht mehr weiterzuentwickeln ist das eine. Es aktiv unbrauchbar zu machen, obwohl es seinen Job noch erledigt, ist etwas anderes. Warum das technisch nötig sein soll, bleibt offen – und genau da entsteht der Eindruck von „geplanter“ Nutzungsbeendigung.

Wenn du den Fire TV Blaster nutzt, prüfe, welche Aufgaben er bei dir wirklich übernimmt: Geht es nur um Ein/Aus, Lautstärke oder Eingangswechsel? Vieles davon lässt sich – je nach TV- und Fire-TV-Konfiguration – auch über HDMI-CEC abdecken. Wenn CEC bei dir bisher deaktiviert war oder nie sauber eingerichtet wurde, kann das eine realistische Alternative sein, um zumindest Grundfunktionen zu retten.

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1 KOMMENTAR

  1. Nutzerbild Oliver

    Das schreit nach einer Strafanzeige wegen Sachbeschädigung. Ohne die Zustimmung des Nutzers wird ein Gerät mutwillig zerstört. Vorsatz ist zweifelsfrei gegeben. Zwar darf Amazon nach seinen Nutzungsbedingungen „die App oder einen Teil davon entsprechend der Vorgaben dieser Vereinbarung jederzeit ändern, zeitweilig oder ganz einstellen“, aber eine solche Klausel dürfte nach 305c, 307 BGB zu willkürlich sein, den Verbraucher unangemessen benachteiligten und somit unwirksam sein.
    Außerdem dürfte ein solcher Schritt das Vertrauen in die gesamte Amazon Infrastruktur tief erschüttern. Immerhin gibt es keine Amazon Technikprodukte ohne irgendwelche Apps/Software, die, falls die Klausel doch wirksam sein sollte, ebenfalls jederzeit willkürlich von Amazon geschreddert werden kann.
    Vorsichtshalber würde ich als Betroffener der Box die Kommunikation mit dem Updateserver per Firewall verbieten. Fraglich ist dann allerdings, inwieweit sich die Verbindung unabhängig von anderen Amazon Services, die ggf. für die grundsätzliche Funktion benötigt werden, trennen lässt. Das ist sicher möglich, aber nicht trivial und ggf. für den Normalanwender nicht zu bewerkstelligen.
    Ich finde es erschreckend, dass Amazon sich einen solchen Schritt leistet, und dann auch noch Kunden mit einem Gutschein abspeisen will.

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