Preisschock für Telekom-Kunden: DSL wird teurer

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DSL-Kunden der Deutschen Telekom müssen tiefer in die Tasche greifen. Der Bonner Konzern hebt die Preise für viele DSL-Kunden an. Die Erhöhung fällt moderat aus, trifft aber ausgerechnet Nutzer älterer und günstigerer Tarife.
Eine Flagge mit dem Logo der Deutschen Telekom
Eine Flagge mit dem Logo der Deutschen TelekomBildquelle: Thorsten Neuhetzki / inside digital

Betroffen sind nach Angaben der Telekom ältere MagentaZuhause (sowie Call-&-Surf-Tarife), die vor April 2023 abgeschlossen wurden. Für diese Anschlüsse steigt der monatliche Grundpreis um 2 Euro. Ein konkretes Beispiel ist MagentaZuhause L mit 100 Mbit/s: Statt bisher 44,95 Euro werden ab April 2026 dann 46,95 Euro fällig. Die Telekom betont gegenüber Verivox, dass Bestandskunden damit weiterhin günstiger unterwegs seien als Neukunden. Für Neuabschlüsse kostet MagentaZuhause L regulär 48,95 Euro pro Monat. Wie viele Kunden von der Preisanpassung betroffen sind, lässt das Unternehmen offen.

Warum die Telekom jetzt an der Preisschraube dreht

Als Begründung nennt die Telekom gestiegene Kosten für Betrieb und Nutzung des eigenen Netzes sowie höhere Ausgaben für Servicedienstleistungen. Diese Kostensteigerungen habe man über mehrere Jahre nicht an Bestandskunden weitergegeben. Nun sei eine Anpassung notwendig.

Ganz neu ist dieses Argument nicht. Bereits im April 2023 hatte die Telekom die Grundgebühren im Festnetz um monatlich 3 Euro erhöht. Damals traf es vor allem Neu- und Tarifwechsler. Jetzt folgen die älteren Vertragsmodelle. Auffällig ist, dass die Preiserhöhung unabhängig von Bandbreite oder Leistungsumfang erfolgt. Kunden zahlen also mehr, ohne dafür automatisch schnelleres Internet oder zusätzliche Leistungen zu bekommen. Der Aufpreis dient ausschließlich dazu, bestehende Kosten auszugleichen.

Preiserhöhung wegen besserer Glasfaser?

Allerdings ist auch nicht von der Hand zu weisen, dass die Telekom mit der Preiserhöhung ihre Kunden motivieren wollen könnte, auf Glasfaser umzusteigen, wo es schon möglich ist. Denn mit dem neuen Preis von 46,95 Euro ist DSL 100 sogar 1 Euro teurer als der Listenpreis für Glasfaser 150. Das Argument „Glasfaser ist teurer als DSL“ wäre damit durch die Hintertür auch für Bestandskunden entkräftet.

Telekom informiert Kunden per Schreiben

Die Telekom kündigt an, alle betroffenen Kunden fristgerecht über die Preisanpassung zu informieren. In entsprechenden E-Mails oder Briefen werden der neue Preis und der Zeitpunkt der Umstellung klar benannt. Wer nichts unternimmt, dessen Vertrag läuft automatisch zu den neuen Konditionen weiter. Für Geschäftskunden gilt die gleiche Anpassung, dort wird die Erhöhung netto ausgewiesen. Inhaltlich unterscheidet sich das Schreiben jedoch nicht von dem an Privatkunden.

Mit der Preiserhöhung geht ein Sonderkündigungsrecht einher. Innerhalb von drei Monaten nach Erhalt der Mitteilung können Kunden ihren Vertrag ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist beenden. Frühestens wirksam wird die Kündigung zum Ende März 2026. Allerdings: Verträge, die mehr als zwei Jahre laufen, können ohnehin regulär monatlich gekündigt werden.

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