Coronavirus auf Mallorca: Erste Airline streicht Flüge

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Keine guten Nachrichten für den Tourismus auf Mallorca: Die erste große Fluggesellschaft reagiert auf nachlassende Buchungen und streicht diverse Flüge. Eine zweite Airline macht gleich drei operative Basen dicht.
Ryanair fliegt weniger nach Spanien (Mallorca)
Ryanair reduziert das Flugangebot in den kommenden Wochen deutlich.Bildquelle: Ryanair

Die erste namhafte Fluggesellschaft reagiert auf die neue Corona-Welle in Spanien. Ryanair, führende Low-Cost-Airline Europas, hat angekündigt, im September und Oktober deutlich seltener zu verschiedenen Reisezielen – unter anderem Mallorca – zu fliegen als ursprünglich geplant. Insgesamt plant Ryanair mit einer um 20 Prozent reduzierten Flugkapazität, heißt es in einer Mitteilung. Betroffen sind unter anderem Verbindungen nach Spanien.

Buchungen bei Ryanair wieder eingebrochen

Als Grund führt die Airline an, dass sich die Zahl der Buchungen zu bestimmten Zielen in den vergangenen Tagen deutlich abgeschwächt habe. Vor allem in Länder, in denen in jüngster Zeit aufgrund des sich wieder stärker ausbreitenden Coronavirus neue Reisebeschränkungen ausgesprochen wurden, reduziert Ryanair das Angebot. Das sei zum Beispiel auf Verbindungen nach Spanien, Frankreich und Schweden der Fall.

Allerdings sollen die meisten Destinationen nicht komplett aus dem Flugplan verschwinden. Es handele sich bei den Kürzungen eher um Frequenzreduzierungen als um komplette Streckenstreichungen. Gleichwohl behält sich Ryanair auch die Möglichkeit offen, komplette Verbindungen aus dem Flugplan zu streichen. Das wäre für Reisende unter Umständen mit ziemlichen Problemen verbunden. Denn selbst wenn sie möglicherweise ohne Probleme zu ihrem Ziel reisen können, wäre dann eine geordnete Rückreise nicht mehr möglich.

Geschäftskunden meiden Flüge

Außerdem kündigte Ryanair an, aus anderen Ländern weniger häufig nach Irland zu fliegen. Denn Einreisende aus EU-Ländern müssen sich dort für 14 Tage in Quarantäne begeben. Betroffene Kunden will Ryanair nach eigenen Angaben per E-Mail informieren und über mögliche Optionen aufklären. Vor allem bei Geschäftsreisenden habe Ryanair in den vergangenen Tagen einen deutlichen Rückgang an Buchungen registriert, teilte die Airline weiter mit.

Für Ryanair ist die neue Reduzierung der eigenen Flugkapazitäten ein herber Rückschlag. Denn die Billigfluggesellschaft hatte Anfang des Monats kommuniziert, nach der großen Corona-Krise im August wieder 60 Prozent ihres regulären Flugplans wieder bedienen zu wollen. Dieser Plan lässt sich nun nach der Reduzierung des Angebots in verschiedene Länder natürlich nicht mehr halten.

Lufthansa und Eurowings fliegen weiter nach Mallorca

Die großen deutschen Fluggesellschaften wie Lufthansa oder Eurowings haben sich offiziell noch nicht zu möglichen Flug-Anpassungen nach Spanien geäußert. Das liegt unter anderem wohl an der Tatsache, dass große Touristik-Konzerne wie TUI oder DER Touristik ihre Pauschalreisen vorerst nur für eine kurze Zeit abgesagt haben. Einige Reiseveranstalter wie Alltours stellen es zum Beispiel Mallorca-Urlaubern frei, ihre gebuchte Reise anzutreten oder kostenlos zu stornieren.

Auch von Easyjet gibt es noch keine offiziellen Auskünfte darüber, ob in den kommenden Tagen das Flugangebot zu bestimmten Europa-Destinationen reduziert oder eingestellt wird. Unter anderem nach Mallorca hebt Easyjet von mehreren deutschen Flughäfen ab. Der größte Wettbewerber von Ryanair kündigte aber an, Ende August gleich drei Basen in Großbritannien zu schließen: London Stansted, London Southend und Newcastle. Londen Stansted und Newcastle sollen aber Teil des Easyjet-Streckennetzes bleiben. Von dort will die Airline noch einige ausgewählte Inlands- und Auslandsflüge anbieten.

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