Technisch ist der neu vorgestellte CO-DRIVER NO3 ein GPS-basierter Verkehrswarner, der passiv arbeitet. Er kombiniert GPS-Daten mit den Live-Meldungen der OOONO-Community, die laut Hersteller inzwischen mehr als fünf Millionen Mitglieder zählt. Dazu fließen Daten von Cyclops, einem Anbieter von Blitzer- und Warnungsdaten, der zur Ooono-Familie gehört, mit ein. Und: Ein eigenes Datenteam prüft in Dänemark, in Kopenhagen die eingehenden Warnungen.
Gewarnt wird vor Blitzern, Abschnittskontrollen und Unfällen sowie Baustellen. Das funktioniert aber nur mit gekoppeltem Smartphone. Der CO-DRIVER NO3 verbindet sich mit der kostenlosen OOONO App, in der du Einstellungen und Services verwaltest. Auf Wunsch landen Warnungen und Services per Apple CarPlay oder Android Auto zusätzlich auf dem Bildschirm deines Autos.
OOONO CO-DRIVER NO3: Das Display macht den Unterschied
Herzstück ist das klickbare TFT-Display mit 350 × 328 Pixeln, das OOONO Focus Display nennt. Es zeigt dir, welche Art von Warnung vorliegt und wie weit der Vorfall noch entfernt ist. Bei drohenden Blitzern ist auch die aktuell zulässige Höchstgeschwindigkeit vom Bildschirm ablesbar.
Im Auto war es in meinen ersten Tests, die ich schon vor dem offiziellen Marktstart über ein vom Hersteller bereitgestelltes Testgerät durchführen konnte, perfekt ablesbar. Störende Spiegelungen haben wir nicht wahrgenommen. Und auch die Bedienung klappt auf Anhieb. Eine Meldung bestätigen, verwerfen oder selbst einen aktuellen Vorfall melden? Ein Druck aufs Display genügt. Klare Symbole zeigen dir dabei, was zu tun ist.
Überzeugt hat mich auch der Näherungssensor, der zuverlässig reagiert, wenn du dich mit deinem Zeigefinger der Anzeige näherst. Umgehend springt das Display an und lässt eine Bedienung des digitalen Fahrassistenten zu. Das passt zum allgemeinen Konzept: Der Bildschirm wacht nur auf, wenn es etwas zu melden gibt oder du es bedienen möchtest. Den Rest der Zeit bleibt es dunkel und lenkt dich so nicht unnötig beim Fahren ab. Die Warntöne bleiben, sind aber neu gestaltet und lassen sich je nach Gefahr unterscheiden.
Tempowarnung: Bitte nicht rasen
Praktisch finde ich auch die Geschwindigkeitswarnung. Bin ich schneller unterwegs als erlaubt, zeigt mir der CO-DRIVER NO3 das an. Der Bildschirm bleibt dann so lange eingeschaltet, bis ich wieder bei der vor Ort gültigen Höchstgeschwindigkeit inklusive einer frei wählbaren Toleranz (bis zu 30 km/h) bin. Einstellbar ist die Höhe der Toleranz in der OOONO App.
Die Warnungen funktionieren einwandfrei und helfen gerade auf unbekannten Strecken mit ständig wechselnden Tempolimits. Inwiefern die Tempowarnungen auch bei kurzfristig eingerichteten Baustellen oder anderen temporären Wechseln der zulässigen Höchstgeschwindigkeit stimmen, muss ein ausführlicher Test zeigen.
Günstiger tanken per Knopfdruck
Der erste von zwei neu verfügbaren Services auf dem Display ist die Spritpreissuche. Kraftstoffart und Suchradius von bis zu 20 Kilometern legst du vorab in der App fest. Ein kurzer zweifacher Druck auf den Menü-Knopf oben am Gerät, und der CO-DRIVER NO3 zeigt dir in Deutschland die günstigste Tankstelle in deiner Umgebung an.
Der Vergleich mit den Daten aktueller Spritpreis-Apps zeigt: Die Informationen des CO-DRIVER sind aktuell. Es wird tatsächlich die günstigste Tankstelle im ausgewählten Umkreis angezeigt. Wohlgemerkt: die günstigste. Denn nur eine Tankstelle lässt sich vom Display ablesen. Auch dann, wenn es mehrere Tankstellen mit dem gleichen Preis gibt. Der CO-DRIVER zeigt immer den Preis der nächstgelegenen, günstigsten Tankstelle an.
Und: Willst du direkt zur preiswertesten Zapfstelle fahren, lässt du dich nach einem Tipper auf „Route“ über dein Smartphone mit deiner bevorzugten Navi-App zur Tankstelle führen. Gegenwärtig stehen neben OOONO Map in der OOONO‑App nur Google Maps und Apple Maps zur Verfügung. Weitere Navi-Apps wie Waze fehlen. Alternativ kannst du auch Apple CarPlay und Android Auto für die Routenführung nutzen.
Demnächst soll sich der Sprit vor Ort sogar direkt über den Co-Driver bezahlen lassen. Dazu laufen laut OOONO bereits Beta-Tests, es ist aber noch unklar, wann der finale Startschuss fällt.
Fahrtenbuch für Pendler und Vielfahrer
Ein weiterer neu verfügbarer Service ist das OOONO Fahrtenbuch. Anders als die Spritpreissuche kostet das Fahrtenbuch nach einer Gratisphase Geld. Hast du es abonniert, startet es automatisch, sobald du losfährst, und stoppt beim Aussteigen.
Auf dem Display siehst du, ob das Fahrtenbuch aktiv ist und welche Kategorie läuft. Zwischen Dienstfahrt, Arbeitsweg und Privat wechselst du per Druck aufs Display. Exportiert werden die aufgezeichneten Daten über die App.
Zum Verkaufsstart ist das Fahrtenbuch drei Monate kostenlos nutzbar. Danach werden 9,99 Euro pro Monat fällig. Oder du entscheidest dich für ein Jahresabo. Dann kostet das OOONO Fahrtenbuch 99,99 Euro.
Größer, schwerer – aus gutem Grund
Einen Haken gibt es aber auch: Der CO-DRIVER NO3 ist deutlich größer und schwerer als der CO-DRIVER NO2. Mit 59 Millimetern Durchmesser, 18,4 Millimetern Tiefe und 64 Gramm fällt er am Armaturenbrett schneller auf. Gleichzeitig ist die Displaygröße für die Bedienung optimal, kleiner sollte sie nicht ausfallen. Das Gehäuse besteht aus eloxiertem Aluminium, der 600-mAh-Akku soll bis zu einen Monat durchhalten und lädt per USB-C in rund 90 Minuten auf. Die mitgelieferten Magnethalterungen benötigen eine ebene Fläche ohne Stoffbezug. Für alle anderen Fälle gibt es die Lüftungshalterung MOUNT NO3 für 12,99 Euro.
Was kostet der OOONO CO-DRIVER NO3?
Verkaufsstart ist am 28. Oktober 2026. Zum Launch kostet der CO-DRIVER NO3 bis zum 10. November 89,95 Euro statt 99,95 Euro, zunächst exklusiv über ooono.de. Ab dem 11. November gibt es ihn zum regulären Preis auch bei Amazon sowie MediaMarkt und Saturn. Dazu gibt es drei Monate Fahrtenbuch gratis, kostenlosen Versand und 100 Tage Rückgaberecht, das allerdings nur für ungeöffnete Geräte gilt. Und auch das ist im Vergleich zum Wettbewerb wichtig: Die Warnungen selbst bleiben kostenlos.
Mein Ersteindruck
Nach den ersten Fahrten bin ich von der technischen Weiterentwicklung aus dem Hause OOONO angetan. Der Bildschirm beantwortet endlich die Frage, was tatsächlich auf mich zukommt, statt mich Töne selbst interpretieren zu lassen. Tempowarnung und Spritpreissuche machen den CO-DRIVER NO3 zum echten Alltagshelfer. Größe und Gewicht sind der Preis dafür. Alle weiteren Details liest du in unserem ausführlichen Testbericht, den wir voraussichtlich kommende Woche, pünktlich zum Verkaufsstart, veröffentlichen.
Wichtig: Das ist in Deutschland erlaubt
Bei aller Begeisterung: Die Blitzerwarnung des OOONO CO-DRIVER NO3 darfst du unter anderem in Deutschland nicht nutzen. Laut § 23 Abs. 1c StVO dürfen Fahrer kein Gerät betreiben oder betriebsbereit mitführen, das Verkehrsüberwachungsmaßnahmen anzeigt. Wer erwischt wird, zahlt 75 Euro und bekommt einen Punkt in Flensburg.
Achte bei einer Nutzung innerhalb Deutschlands also darauf, dass Blitzerwarnungen während der Fahrt nicht aktiv sind. Kauf und Besitz des Geräts sind nicht verboten. Die übrigen Funktionen wie Gefahrenwarnungen, Tempowarnung, Spritpreissuche und Fahrtenbuch darfst du ganz legal nutzen.
Auch in der Schweiz ist der Einsatz von Warnfunktionen vor Geschwindigkeitsmessungen während der Fahrt nicht zulässig. Hier solltest du dich, wie auch beim Einsatz in anderen europäischen Ländern, vor einem Einsatz genau informieren, um etwaigen Bußgeldern aus dem Weg zu gehen.
Der OOONO CO-DRIVER NO3 hat mich schon nach den ersten Fahrten überzeugt. Das Display ist im Auto sehr gut ablesbar und einfach zu bedienen, der Näherungssensor reagiert zuverlässig und auch Tempowarnungen funktionieren gut. Auch die Spritpreissuche im Umkreis von bis zu 20 Kilometern funktioniert tadellos. Einziger Wermutstropfen: Der NO3 ist deutlich größer und schwerer als der NO2. was für manche Halterung zum Problem werden könnte. Für die Bedienung ist die Displaygröße aber genau richtig.
