Mercedes-Benz opfert beliebte Modellreihe für mehr SUVs

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Noch gehören Kombis bei Mercedes-Benz zum Angebot. Doch schon bald könnte es damit vorbei sein. Denn die T-Modelle werden offenbar zu schlecht nachgefragt. Das wiederum schafft Platz für noch mehr SUVs, die sich auch bei der Kernmarke von Daimler deutlich besser verkaufen.
Mercedes-Benz Kombi fährt auf der Straße.
Kombis werden wohl bald aus dem Angebot von Mercedes-Benz verschwinden.Bildquelle: Daimler

Diese Nachricht dürfte bei vielen Fans von Mercedes-Benz einschlagen wie eine Bombe. Laut eines Berichts der für gewöhnlich gut informierten Branchenzeitung „Automobilwoche“ wird Daimler bei seiner Kernmarke demnächst keine T-Modelle mehr bauen. Seit vielen Jahren stehen die T-Modelle bei Mercedes-Benz für Kombis, die über ein in die Länge gezogenes Heck mehr Ladevolumen bieten als klassische Limousinen. Insbesondere als Dienstwagen erfreuen sich Kombis einer hohen Beliebtheit. Bei Mercedes primär in der C- und E-Klasse.

Mercedes-Benz will keine Kombis mehr bauen

T-Modelle, neuerdings auch als Shooting Brake bezeichnet, gehören schon seit Ende der 1970er Jahre fest zum Bestandteil der Angebotspalette von Mercedes-Benz. Doch laut Informationen der „Automobilwoche“ sollen sie in den kommenden Jahren Schritt für Schritt verschwinden. Dem Vernehmen nach soll ab 2025 zunächst die „Shooting Brake“-Variante des Mercedes-Benz CLA wegfallen. Parallel zu den aktuellen A- und B-Klasse-Modellen. Für die E-Klasse plant man bei Mercedes-Benz spätestens bei der übernächsten Modellgeneration ohne Kombi-Modell. Die C-Klasse soll schon ab der kommenden Modellgeneration auf ein T-Modell verzichten.

Und stattdessen? Klar, auch Daimler ist nicht entgangen, dass sich immer mehr Menschen einen SUV wünschen. Nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen für den Konzern wichtigen Ländern wie China oder den USA. Entsprechend sollen auch bei Mercedes-Benz verstärkt SUV-Modelle in den Fokus rücken. Auch Crossover-Pkw wie der Mercedes-Benz EQA nehmen in Zukunft in der Strategie der Neuentwicklungen des Herstellers eine gewichtigere Rolle ein. Und das vorwiegend elektrifiziert. Denn es ist längst kein Geheimnis mehr, dass bei Daimler sowohl Benziner als auch Diesel mittelfristig aufs Abstellgleis gestellt werden.

Zu geringe Nachfrage auf wichtigen Märkten

Einen Grund für das Aus der Kombi-Modelle bei Mercedes-Benz liefert die „Automobilwoche“ übrigens auch. Offenbar ist der deutsche Hersteller inzwischen stark von ausländischen Märkten abhängig. Und weil die T-Modelle unter anderem in den Mega-Märkten USA und China zu wenig nachgefragt würden, komme jetzt nach und nach das Aus. Eine Rolle dürfte in diesem Zusammenhang auch spielen, dass Daimler inzwischen zu einem wesentlichen Teil in chinesischer Hand ist. Namhafte Groß-Investoren aus China waren zum 31. September 2021 mit knapp 10 Prozent die Tenaciou3 Prospect Investment Limited und mit weiteren 5 Prozent die Beijing Automotive Group.

Gleichwohl: Die Pressestelle von Mercedes-Benz wollte die Informationen der „Automobilwoche“ auf Nachfrage von inside digital nicht bestätigen. Zwar kommentiere man grundsätzlich keine Spekulationen, zu Planungen, welche Modellreihen in ferner Zukunft möglicherweise auf ein Kombimodell verzichten und welche nicht, es seien aber noch keine endgültigen Entscheidungen getroffen, erklärte ein Konzernsprecher.

In Deutschland endete das Jahr 2021 für Mercedes-Benz übrigens mit einem Marktanteil von 8,6 Prozent. Von rund 2,62 Millionen Neuzulassungen entfielen rund 225.000 auf die Marke mit Stern im Konzernlogo. Nur rund 12.000 davon waren mit einem reinen Elektroantrieb ausgestattet. Auf dem Markt der E-Autos erreichte Mercedes-Benz hierzulande im vergangenen Jahr nur einen Marktanteil von 3,4 Prozent.

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1 KOMMENTAR

  1. Karl Friederichs

    Mercedes hat sich zunehmend von dem Status „Vernunftauto für Vielfahrer“ verabschiedet. Da ist der komplette Umstieg auf den Suff, weil man mehr verdient, wenn man ihn den Kunden aufschwatzt, logisch. Hoffentlich bleibt Skoda, die die Rolle übernommen haben, bei den Vernunftauto Superb E Kombi + Octavia Kombi.

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