Mega-Coup von Flixbus: Fulminante Übernahme einer Legende ist offiziell

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Vielleicht hast du in Hollywood-Blockbustern schon einmal Busse zur Kenntnis genommen, auf denen ein großer, grauer Windhund zu sehen ist. Sie gehören zu Greyhound, dem größten amerikanischen Anbieter für Intercity-Reisen mit dem Bus. Jetzt gehört Greyhound zu Flixbus.
Greyhound Bus in den USA steht vor einem Stadion.
Greyhound ist ab sofort Teil des deutschen Unternehmens FlixMobility.Bildquelle: Greyhound

Die weltweite Corona-Krise hat dafür gesorgt, dass die Reisebranche auf der ganzen Welt am Boden lag. Auch FlixMobility, Muttergesellschaft der Marke Flixbus, hatte schwer zu kämpfen. Langsam rollt das Angebot an Fernbusreisen aber wieder an – nicht nur in Deutschland, sondern auch international. Und mit Blick auf die Internationalisierung ist FlixMobility jetzt ein waschechter Coup gelungen. Denn um sich der eigenen Konkurrenz zu entledigen, hat sich der deutsche Fernbus-Spezialist kurzerhand dazu entschlossen, den wohl wichtigsten Konkurrenten in den USA zu übernehmen: Greyhound.

Greyhound Lines ab sofort Teil von FlixMobility

Seit 2007 gehörte Greyhound Lines zur britischen FirstGroup plc, die ebenfalls im Fernbus-Geschäft aktiv ist. In den USA ist Greyhound der größte Fernbusanbieter und steuert 2.400 Ziele in Nordamerika an. Pro Jahr transportiert das Unternehmen nach eigenen Angaben fast 16 Millionen Fahrgäste, litt zuletzt ähnlich wie Flixbus aber an den Beschränkungen durch den Corona-Ausbruch. Zum Vergleich: Vor der Coronapandemie beförderte Flixbus im Jahr 2019 in ganz Europa mehr als 62 Millionen Fahrgäste. FlixMobility-Gründer André Schwämmlein sagt: „Die Übernahme von Greyhound stärkt die Position von Flixbus in den USA. Beide Unternehmen teilen die gemeinsame Vision für erschwingliche, smarte und nachhaltige Mobilität für alle.“

Marke Greyhound soll nicht sterben

Vorerst ist es offenbar nicht geplant, die legendäre Marke Greyhound vom amerikanischen Fernbusmarkt verschwinden zu lassen. „Ich bin davon überzeugt, dass Greyhound als Teil von FlixMobility gut aufgestellt sein wird, um die traditionsreiche Marke noch viele Jahre lang fortzuführen und auszubauen“, heißt es in einer Konzernmitteilung von FirstGroup-Boss David Martin.

Schon seit 2018 ist Flixbus unter eigener Marke in den USA aktiv und verbindet unter anderem 27 Städte im Südwesten des Landes miteinander. Dazu zählen unter anderem Los Angeles, Las Vegas und Phoenix. Zusammen mit Greyhound ergeben sich jetzt vollkommen neue Möglichkeiten auf dem nordamerikanischen Kontinent. Denn dort fahren die Greyhound-Busse unter anderem auch nach Kanada und Mexiko.

Greyhound und Flixbus Bus parken an einer Haltestelle nebeneinander.
Künftig ein Unternehmen: Flixbus und Greyhound Lines.

Flixbus kauft zu – nicht zum ersten Mal

Ähnlich wie jetzt in den USA war FlixMobility auch schon in anderen Ländern vorgegangen. In Deutschland hatte das Unternehmen etwa die Wettbewerber MeinFernbus und PostBus übernommen. FlixMobility-Mitbegründer Jochen Engbert sagt: „Der kontinuierliche Ausbau unserer Dienstleistungen, Partnerschaften und Akquisitionen war schon immer ein wesentlicher Bestandteil unserer Wachstumsstrategie zum Aufbau unserer globalen Präsenz. Die Übernahme von Greyhound in den USA ist für uns ein großer Schritt nach vorn.“ Der Kaufpreis liegt bei rund 170 Millionen US-Dollar – umgerechnet etwa 146 Millionen Euro.

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