Fünf Euro. So viel soll ein Maxibrief innerhalb Deutschlands ab dem 1. Januar 2027 kosten. Heute sind es 2,90 Euro. Das ist ein Plus von 72 Prozent. Die Deutsche Post hat ihre neuen Briefpreise am 20. Oktober bekanntgegeben. Teurer wird aber nicht nur der Maxibrief:
- Der Standardbrief kostet künftig 1,15 Euro statt 95 Cent, die Postkarte ebenso.
- Der Großbrief steigt von 1,80 auf 2,35 Euro.
- Der Kompaktbrief steigt von 1,10 auf 1,25 Euro.
Die neuen Preise sollen zwei Jahre gelten, also bis Ende 2028
Grundlage ist ein Entscheidungsentwurf der Bundesnetzagentur. Danach darf die Post das Porto für Briefe und Postkarten im Schnitt um 20,35 Prozent anheben. Für Päckchen und Pakete von Privatkunden sind es 10,72 Prozent. Zum Vergleich: In der letzten Runde 2024 lag der Spielraum für Briefe bei 10,48 Prozent. Damals stieg das Porto für den Standardbrief zum Januar 2025 von 85 auf 95 Cent. Jetzt ist der erlaubte Aufschlag fast doppelt so hoch.
Neue Preise ab 2027 im Überblick und Vergleich
Für Briefe stehen die Preise fest. Zumindest vorläufig. Für Päckchen und Pakete von Privatkunden will die Post sie später nennen. Dort zeigt die Tabelle weiter unsere Modellrechnung. So sähen die Preise aus, wenn die Post jedes Produkt um genau den erlaubten Prozentsatz anhebt.
| Produkt | Preis heute | Preis 2027 |
|---|---|---|
| Standardbrief / Postkarte | 0,95 Euro | 1,15 Euro |
| Kompaktbrief | 1,10 Euro | 1,25 Euro |
| Großbrief | 1,80 Euro | 2,35 Euro |
| Maxibrief | 2,90 Euro | 5,00 Euro |
| Warensendung | 2,70 euro | 3,10 Euro |
| Brief / Postkarte ins Ausland | 1,25 Euro | 1,45 Euro |
| Päckchen S | 4,19 Euro | 4,64 Euro (Modellrechnung) |
| Päckchen M | 5,19 Euro | 5,75 Euro (Modellrechnung) |
| Paket bis 2 kg | 6,19 Euro | 6,85 Euro (Modellrechnung) |
| Paket bis 5 kg | 7,69 Euro | 8,51 Euro (Modellrechnung) |
| Paket bis 10 kg | 10,49 Euro | 11,61 Euro (Modellrechnung) |
Bei Groß- und Maxibrief hinkt der Vergleich etwas, denn beide Formate ändern sich zum Jahreswechsel. Dazu gleich mehr. Das Paket bis 31,5 Kilogramm fehlt bewusst in der Tabelle. Es gehört nicht zum regulierten Bereich, der nur Pakete bis 20 Kilogramm umfasst.
So verteilt die Post den Spielraum
Wichtig zum Verständnis: Die Bundesnetzagentur legt keine einzelnen Preise fest. Sie gibt einen Rahmen vor. Wie die Post ihn verteilt, entscheidet sie selbst. Entscheidend ist nur, dass der Durchschnitt über alle Produkte eines Bereichs die Grenze nicht überschreitet. Zum Briefbereich gehören neben Inlandsbriefen und Postkarten auch Zusatzleistungen wie das Einschreiben sowie Briefe ins Ausland.
Die Post verteilt sehr ungleich:
- Der Standardbrief liegt mit 21 Prozent leicht über dem Durchschnitt. Bei gleichmäßiger Verteilung hätte er 1,14 Euro gekostet.
- Der Kompaktbrief liegt mit knapp 14 Prozent darunter.
- Die Preise für das Einschreiben im Inland bleiben sogar gleich.
- Groß- und Maxibrief werden dagegen kräftig teurer.
Warum es ausgerechnet den Maxibrief so hart trifft, erklärt die Post in ihrer Pressemitteilung nicht. Sie verweist allgemein auf sinkende Briefmengen und steigende Kosten. „Wenn immer weniger Briefe über diese Infrastruktur laufen, steigen die Kosten pro Brief zwangsläufig“, sagt Nikola Hagleitner, Vorständin Post & Paket Deutschland.
Ganz fix sind die Preise aber noch nicht. Die Post spricht von grünem Licht der Bundesnetzagentur. Gleichzeitig nennt sie die Preise selbst „vorbehaltlich der abschließenden Genehmigung“. Denn bisher gibt es nur den Entwurf. Bis zum 30. Oktober können die Post, ihre Wettbewerber und Verbraucherschützer ihn kommentieren. Die endgültige Entscheidung erwartet die Bundesnetzagentur im November. Erst danach beantragt die Post die Preise für die einzelnen Produkte.
Päckchen mit Sendungsverfolgung, aber nur noch bis 1 Kilo
Auch beim Päckchen ändert die Post einiges. Sie begründet das damit, dass die Sendungsverfolgung für Privatverkäufer auf Plattformen wie Vinted wichtiger wird. Im Entwurf der Bundesnetzagentur waren die Details noch geschwärzt. Geschäftsgeheimnis. Die Behörde sieht einen Teil der Pläne kritisch, lässt sie aber zu.
Jetzt ist raus, was kommt:
- Ab Januar sind Sendungsverfolgung und eine Haftung bis 20 Euro im Päckchen enthalten.
- Dafür darf es nur noch 1 statt 2 Kilogramm wiegen.
- Das Päckchen S schrumpft außerdem auf 5 statt 10 Zentimeter Höhe.
Wer bisher Sendungen zwischen 1 und 2 Kilogramm als Päckchen verschickt hat, muss künftig zum Paket greifen. Das Paket bis 2 Kilogramm gibt es ab 2027 dafür auch in der Filiale, bisher nur online. Was Päckchen und Pakete künftig kosten, sagt die Post noch nicht.
Großbrief und Maxibrief: Neue Formate ab 2027
Bisher kaum beachtet: Die Post baut zum 1. Januar 2027 auch die Briefformate um. Auslöser ist ein Beschluss des Weltpostkongresses in Dubai vom September 2025, der die internationalen Formate neu regelt. Die Post zieht im Inland nach. Darüber hatten wir bereits berichtet.
Der Großbrief gewinnt. Er darf künftig 3 statt 2 Zentimeter dick sein und bis zu 1.000 statt 500 Gramm wiegen. Länge und Breite bleiben gleich. Laut Entwurf schaffen die Sortieranlagen für Großbriefe Sendungen bis 3 Zentimeter Höhe.
Beim Maxibrief ist das Bild gemischt. Er wird größer: bis zu 38,1 mal 30,5 Zentimeter statt bisher 35,3 mal 25 Zentimeter. Er darf schwerer sein: bis 2.000 statt 1.000 Gramm. Aber er wird dünner. Statt 5 sind nur noch 3 Zentimeter erlaubt. Wer bisher einen 4 Zentimeter dicken Maxibrief verschickt hat, braucht ab 2027 also ein anderes Produkt. Ersatzlos gestrichen wird außerdem der Maxibrief mit Zusatzentgelt, auch Maxibrief Plus genannt. Mit ihm konnte man bisher für 5,10 Euro Sendungen bis 2 Kilogramm und bis zu 60 mal 30 mal 15 Zentimetern als Brief verschicken.
Auch international ändert sich einiges. Der bisherige Großbrief International heißt künftig Midibrief und wird etwas größer. Er kostet 3,80 statt 3,30 Euro. Aus dem Maxibrief International wird der Großbrief International bis 1.000 Gramm, mit maximal 3 statt 5 Zentimetern Dicke. Er kostet 6,80 statt 6,50 Euro. Der Maxibrief International bis 2 Kilogramm entfällt.
Was die Post gern auf dich umgelegt hätte
Die Post wollte mehr. Die Bundesnetzagentur sagt, sie sei unter den geforderten Anpassungen geblieben. Denn nicht alles, was die Post beantragt hat, hat der Regulierer akzeptiert. So wollte der Konzern einen großen Posten für qualitätssteigernde Maßnahmen, die die Post ab 2027 umsetzen will, in die neuen Kosten einrechnen lassen. Darunter fallen die Vermeidung von Fehlprozessen, regionale und saisonale Qualitätsmaßnahmen, allgemeine Qualitätsstandards und eine Laufzeitoptimierung. Was genau dahintersteckt, ist ebenfalls geschwärzt. Das Ziel der Post: Sie will die gesetzlichen Laufzeitvorgaben auch künftig einhalten. Nach dem neuen Postgesetz müssen 95 Prozent der Briefe am dritten und 99 Prozent am vierten Werktag nach Einlieferung ankommen. Die Bundesnetzagentur sagt, ihr lägen keine Hinweise vor, dass die Post die Vorgaben verfehle. Die Post habe auch nicht plausibel dargelegt, dass das 2027 oder 2028 drohe. Die Maßnahmen würden das Porto einseitig verteuern, ohne dass die Kunden etwas davon hätten. Teilweise vermutet die Behörde sogar doppelte Strukturen. Ihr Urteil: ineffizient.
Eine Ausnahme gibt es. Zusätzliche Transportfahrten zu Briefzentren in Randlage, im Entwurf „Vorabzüge“ genannt, darf die Post voll einpreisen. Sie ergänzen die Lkw- und Sprinterfahrten, mit denen die Post seit dem Ende der nächtlichen Briefflüge im Jahr 2024 die Briefe durchs Land bringt. Das Ziel: Mehr Briefe sollen auch auf langen Strecken am nächsten Tag ankommen.
Gekürzt hat die Behörde auch an anderer Stelle. Einen Teil der Filialkosten hatte die Post überwiegend den Briefen zugeordnet. Angesichts des wachsenden Paketgeschäfts hält die Bundesnetzagentur das für unplausibel und verteilt um. Und dann ist da noch eine Gebühr, die die neue Konzernmutter DHL AG für die Nutzung der Marke DHL verlangen will. Auch die sollte ins Porto einfließen. Die Behörde lehnt das grundsätzlich ab.
