Samsung Galaxy Fold im ersten Test: Wenn Science-Fiction Realität wird

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Nach dem Desaster rund um das Galaxy Fold im Frühjahr, hat Samsung auf der IFA nun die überarbeitete Version des faltbaren Smartphones vorgeführt. Dieses Mal war das Modell nicht in einem Glaskasten vor der Masse geschützt, sondern konnte aus allen Perspektiven begutachtet werden. Wie sich das Galaxy Fold anfühlt und welchen Eindruck es hinterlässt, verraten wir euch im ersten Praxis-Test.
Samsung Galaxy Fold in einer Hand
Bildquelle: Blasius Kawalkowski/inside digital

Ob sich die Displayfolie löst? Ob es in der Mitte einfach bricht? Hat sich überhaupt etwas geändert? Fragen über Fragen, die einem Nutzer durch den Kopf schießen, wenn er nach langer Wartezeit das Galaxy Fold von Samsung das erste Mal in die Hände nehmen kann. Im Hinterkopf das Szenario, mit dem sich das faltbare Smartphone im Frühjahr auseinandersetzen musste: Nach nur wenigen Tests versagte das Galaxy Fold und Samsung nahm es vorerst wieder vorm Markt.

Nun ist das Galaxy Fold zurück und startet am 18. September in Deutschland durch. Anstatt 2.000 kostet es nun jedoch 2.100 Euro – die Verbesserungen lässt sich Samsung also etwas kosten. Die alles entscheidende Frage: Worin unterscheidet sich das „neue“ Galaxy-Fold-Modell von der ersten Ausgabe?

Galaxy Fold: Kleine Verbesserungen mit großer Wirkung

Deutlichen Verbesserungen bedurfte vor allem das Display beziehungsweise die Einlassung des Panels in den Rahmen. Das grundlegende Design hat sich dabei nicht verändert, die Differenz liegt lediglich im Detail. Vergleicht man Bilder des ersten und neuen Modells direkt miteinander, wird dem aufmerksamen Beobachter auffallen, dass der Gehäuserahmen nun ein wenig mehr ins Display ragt. Der breitere Rahmen soll außerdem dafür sorgen, dass kein Staub mehr unter das flexible Display gelangt.

Mittig, also dort, wo man das Gerät faltet, wird der Rahmen sehr schmal. Diesem hat Samsung oben und unten nun noch einen kleinen Steg angefügt, der die Displayfolie in Form hält und verhindert, dass sie sich beim Faltvorgang nicht nach oben wölbt. Außerdem schließt sich so der Spalt zwischen Display und Rahmen, der beim früheren Modell beim knicken entstand.

Angefasst und ausprobiert: Das Galaxy Fold im Detail

Kannste knicken – und das ist wörtlich zu nehmen. Das Gefühl ist dennoch seltsam: Jeder, der sein „normales“ Smartphone schon einmal einem Stabilitätstest unterzogen hat – sprich, es versucht hat zu biegen – kennt die Sorge vor dem Moment, in dem das Handy bricht. So oder so ähnlich ist es auch beim Galaxy Fold, mit dem Unterschied, das es zum Falten da ist. Benötigt man zu Beginn ein wenig Kraft, um das Smartphone zu knicken, schnappt es durch die Spannung im Scharnier in den letzten Sekunde wie von allein zu. Ein kurzer Schreckensmoment – doch alles gut. Das Display ist noch intakt, das Gehäuse unbeschädigt.

Apropos Gehäuse: Von Außen sieht das Galaxy Fold wie ein typisches Highend-Smartphone von Samsung a la Galaxy S10 oder Galaxy Note 10 aus. Es ist glänzend und von einer gläsernen Schicht umhüllt. Diese geht am Rand in einen Metallrahmen über, der letztlich die flexible Displayfolie in Position hält. Das Scharnier erinnert optisch ein wenig an den S-Pen der Galaxy-Note-Serie: Es ist recht eckig und besitzt den charakteristischen Samsung-Schriftzug an seinem oberen Ende. Dieser ist aber nur zu sehen, wenn sich das Galaxy Fold in gefaltetem Zustand befindet. Ist es ausgeklappt, verschwindet das Scharnier zwischen den Display-Elementen.

Bedienung: Der erste Eindruck

Die Bedienung des Galaxy Fold funktioniert im ersten Hands-On reibungslos. Egal ob das Smartphone leicht geknickt ist oder flach auf dem Tisch liegt – das Display reagiert prompt und führt Apps schnell aus. Standardmäßig öffnet sich eine App über den gesamten Bildschirm. Auf Wunsch lässt sich jedoch auch ein sogenanntes Multi-Active-Window öffnen, das den Platz für insgesamt drei Apps nutzt. So füllt eine App dann beispielsweise die gesamte linke Displayhälfte aus, während die zwei verbleibenden Anwendungen in kleinen Fenstern auf der rechten Seite offen sind. Nach Belieben lassen sie sich auch verschieben. Gewöhnungsbedürftig ist allerdings das Gefühl der weichen Displayfolie an den Fingern. Vor allem im Hinblick auf die harten und kühlen Gläser, die sich bei den meisten Smartphones über dem Bildschirm befinden.

Damit man das Galaxy Fold auch unterwegs und im zugeklappten Zustand nutzen kann, hat Samsung sich eine Lösung ausgedacht. In das linke Gehäuse ist ein weiteres kleines Display verbaut, durch das sich das faltbare Smartphone ganz normal bedienen lässt. Man aktiviert es, indem man auf die Power-Taste drückt. Egal, was man machen möchte – ob ein Foto schießen oder eine SMS schreiben -, der Bildschirm gibt es in Kleinformat wieder. Zusätzlich lässt es sich als Always-On-Display nutzen. Schlussendlich fällt auch die Kamera beziehungsweise Fotos positiv auf. Sie erscheinen auf den ersten Blick satt und kontrastreich.

Auffälligkeiten des Galaxy Fold

So interessant der Umgang mit dem Galaxy Fold auch ist – ein paar „Auffälligkeiten“, wenn man so will, gibt es letztlich doch. Über die vergangenen Jahre hinweg haben Hersteller ihre Kunden an immer dünner werdende Smartphones gewöhnt. Hier kann das Galaxy Fold nicht mithalten. Ist es ausgeklappt recht schlank, ist es vor allem durch das Scharnier im zusammengefalteten Zustand ziemlich dicklich.

Erwähnenswert ist außerdem die Knickfalte, die in der Displayfolie bestehen bleibt. Das heißt, dass man je nach Blickwinkel einen Schatten auf dem Bildschirm sieht. Ob das wirklich störend ist? Hier entscheidet wohl je die subjektive Wahrnehmung des Nutzers. Die Frage ist, inwieweit sich die Falte beziehungsweise der daraus resultierende Schatten bei längerer Nutzung verstärkt.

Bildquellen:

  • Samsung Galaxy Fold: Blasius Kawalkowski/inside digital
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1 KOMMENTAR

  1. Das Falt-Display offenbart eigentlich nur, woran es beim immer mächtiger gewordenen Smartphone eklatant mangelt: An einer ausreichenden audiovisuellen Schnittstelle (die dann auch noch als Touch-Medium der Interaktion dienen soll).

         Eher „privatissime“ war auch auf der IFA zu vernehmen, dass einige Hersteller etwas anderes mehr bewegt als 5G oder „fold“: Die Verschmelzung von Smartphone und SOHO-PC. In einer Wolke von „Ahnungen“ wurde – wie auch schon zuvor in Barcelona – erkennbar, woran getüftelt wird: An einem reinen (TV-fähigen) Bildschirm bis etwa zum tischtauglichen 27″-Format, bei dem sich das Smartphone in einen (genormten) Slot einschieben lässt und zu dem drahtlos eine Tastatur und eine Maus gehören. „Man“ erkennt „ein ungeheures Substitutionspotential“, die reinen PC-Hersteller brotlos zu machen. Also das gesamte SOHO-IT-Potential am Arbeitsplatz ebenso verfügbar wie unterwegs in der Jackett-Tasche. – Da werden 5G und die eigenen „Wolken“ als Lagerhalle für alle Daten erst besonders interessant.
         Pointe: Microsoft freut sich schon jetzt auf die Smartphones, die mit einem überarbeiteten Windows dann auch „ancient“ (klassische) PC-Programme verdauen und nutzbar machen können…
    – mlskbh –

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