Gaming trifft auf Design: Das RedMagic 9 Pro im Test

7 Minuten
Mit seinem fest verbauten Lüfter gehören die RedMagic-Smartphones zu den markantesten Geräten im mobilen Gaming-Sektor. Und das soll auch künftig so bleiben. Wohl mit diesem Gedanken setzten sich die Ingenieure an die Entwicklung des RedMagic 9 Pro. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen.
Nuba RedMagic 9 Pro
Das Nuba RedMagic 9 Pro im TestBildquelle: Artem Sandler / inside digital

Die „unfassbare“ Erkenntnis, dass Gaming mittlerweile im Mainstream angekommen ist, dürfte längst keinen mehr vom Hocker hauen. Selbst mobile Handhelds feiern ihr Comeback, doch diese kosten extra und sind oftmals gar nicht mal so handlich, wie der Name vermuten lässt. Eine gute Alternative stellen Gaming-Smartphones dar – wie das nagelneue RedMagic 9 Pro aus dem Hause Nubia. Doch was macht das Handy besonders? Wieso trägt es den Titel „Gaming-Smartphone“ und etwa das Samsung Galaxy S23 Ultra nicht? Wir haben das RedMagic 9 Pro durch unseren Testparcours gejagt.

Einzelne Wertungen im Detail:

  • Gehäuse: 4 von 5 Sternen
  • Display: 4 von 5 Sternen
  • Ausstattung: 4,5 von 5 Sternen
  • Kamera: 3,5 von 5 Sternen
  • Software: 4 von 5 Sternen
  • Akku: 4 von 5 Sternen

RedMagic 9 Pro im Test: Gaming ohne Kompromisse

In der Vergangenheit hatten Gaming-Smartphones eine markante Optik, die Klischee-Spieler ansprechen sollte. Ob die Rechnung aufging, ist nicht bekannt. Seit Kurzem scheinen Gaming-Hersteller einen anderen Kurs einschlagen zu wollen und gestalten das Äußere etwas gemäßigter; nicht jedoch ohne die Gaming-Ästhetik einfließen zu lassen. Das Ergebnis: Ein rechteckiges Handy, das uns persönlich deutlich mehr zusagte, als seinerzeit noch das RedMagic 7 Pro sowie der Großteil der übrigen Android-Smartphones. Darüber hinaus wurde das Gerät schmaler und handlicher. Und das, obwohl die Displaygröße von 6,8 Zoll bei einer Auflösung von 1.116 × 2.480 Pixeln unverändert blieb. Abschließend tarnt der Hersteller seinen mechanischen nun RGB-Lüfter als vierte Kamera. Doch dazu später mehr.

Testsiegel zum RedMagic 9 Pro

Zunächst wenden wir uns der verbauten Hardware zu – angefangen mit dem Prozessor respektive dem SoC. Bei diesem handelt es sich um den Qualcomm Snapdragon 8 Gen 3 und damit so ziemlich um das Beste, was aktuell auf dem Markt zu finden ist. Das spiegelt sich auch in der Leistung wider. So erreichte das Nubia-Smartphone in unserem Benchmark-Test – durchgeführt mit der Software Antutu in den Versionen 9 und 10 – 1.627.524 und 2.135.886 Punkte. Werte, mit denen kaum ein anderes Smartphone mithalten kann. Getestet haben wir das Gerät dabei in der Speicher-Variante mit 16 GB Arbeitsspeicher und 512 GB internem Speicher.

Bleiben noch der Sound und die Konnektivität. Letztere hängt vom verbauten SoC ab und gehört beim RedMagic 9 Pro daher zur Crème de la Crème. Heißt: stationär Wi-Fi 7 und mobil 5G. In puncto Sound kann das Nubia-Smartphone indes keine Punkte sammeln. Hier ist die Konkurrenz von Asus und Xiaomi nach Einschätzung des Testers deutlich überlegen. Dafür bietet das RedMagic 9 Pro einen 3,5-Millimeter-Klinkeneingang für kabelgebundene Kopfhörer. Was mit Blick auf das Gros der Mobiltelefone mittlerweile ein wahres Alleinstellungsmerkmal darstellt.

Testsiegel zum RedMagic 9 Pro

Akku

In puncto Akku kann das RedMagic 9 Pro auf dem Papier glänzen. So bietet das Gerät eine riesige Akkukapazität von 6.500 mAh. In unserem Akkutest – durchgeführt mit der Software PCMark – erreichte das Handy mit einer Laufzeit von 11 Stunden und 32 Minuten jedoch ein absolut unspektakuläres Ergebnis. Dabei wird eine durchgehende Handynutzung simuliert, bis der angezeigte Akkustand von 100 auf 20 Prozent sinkt. Wirklich gut wäre in diesem Kontext eine Zeit von circa 16 Stunden; manche Smartphones knacken gar die 20-Stunen-Marke. Ein Problem stellt die Laufzeit des RedMagic 9 Pro dennoch nicht dar. Denn der Akku lässt sich bei Bedarf mit einer Ladeleistung von 80 Watt wieder mit Energie „befüllen“. Daher liegt die Ladedauer unter einer Stunden – laut Herstellerangaben gar bei lediglich 35 Minuten.

Kamera

Die Hauptkamera des RedMagic 9 Pro besteht aus zwei 50-Megapixel-Sensoren (Weit- und Ultra-Weitwinkel) sowie einem Tiefensensor mit 2 Megapixeln Auflösung. Das Positive ist, dass der Hauptsensor über eine optische Bildstabilisierung (OIS) verfügt. Negativ lässt sich derweil hervorheben, dass das Set-up in unserem Test nicht gänzlich zu überzeugen vermochte. Zumindest nicht, wenn man hohe Ansprüche an eine Smartphone-Kamera hat. Dem Ottonormalverbraucher dürfte die Qualität der geschossenen Fotos mehr als ausreichen (siehe Bildergalerie). Die Kamera ist gut, aber nicht das Haupt-Feature des Smartphones.

Stärken des RedMagic 9 Pro

Leistung, Klinkeneingang, Akkukapazität, Design. Das RedMagic 9 Pro bietet viele Stärken. Besonders interessant sind dabei allerdings jene Aspekte, die auf dessen Gaming-Qualitäten einzahlen. Diese lassen sich in Hard- und Software aufteilen.

Testsiegel zum RedMagic 9 Pro

Hardwareseitig bietet das Nubia-Mobiltelefon zunächst einen mechanischen Lüfter, der seinen Dienst mit bis zu 22.000 Umdrehungen pro Minute verrichtet und Komponenten wie den Prozessor abkühlt. Ferner erstrahlt der Lüfter auf Wunsch in RGB-Farben, wie es sich für ein anständiges Gaming-Gerät gehört. Selbiges gilt auch für die Modellnummer auf der Rückseite und die Schultertasten an den Seiten. Apropos Schultertasten: Diese sind wieder einmal an Bord und ermöglichen es dem Spieler, die gewohnte R2-, L2-Controller-Steuerung auch auf dem Smartphone zu erleben. Das funktionierte in unserem Test wieder einmal hervorragend. Zum Abschluss bietet das Smartphone noch einen mechanischen Schieberegler, der den sogenannten Game Space aktiviert. An dieser Stelle wechseln wir zur Software.

Der Game Space besteht aus einer Spielbibliothek mit einer Spielübersicht, Statistiken und Einstellungsmöglichkeiten. Sowie einem In-Game-Spielemenü mit einer Vielzahl interessanter und praktischer Features. Seien es Schultertasten, umgekehrte Farben, Fadenkreuze, Makros oder Tastenneuzuordnungen. Noch interessanter ist jedoch die sogenannte KI-Auslöser-Funktion. Dabei legt man Auslösebedingungen fest wie ein bestimmtes Bild in einem bestimmten Bildbereich und wählt eine Aktion. Beispielsweise: Sobald die Munition auf unter zehn Schuss fällt, wird die Waffe automatisch neu geladen. Ein wirklich praktisches Feature, das dem Spieler zum Sieg verhelfen oder schlicht zu mehr Spielspaß beitragen kann.

Schwächen des RedMagic 9 Pro

So gut das RedMagic 9 Pro als Gaming-Gerät auch sein mag, als Oberklasse-Smartphone weist es einige Defizite auf. Da wäre etwa der nur passable Sound und die ebenfalls mittelprächtige Hauptkamera. Ferner fehlt eine IP-Zertifizierung und damit auch Schutz vor Staub sowie Wasser. Wobei das RedMagic 9 Pro zugegebenermaßen praktisch das einzige Handy darstellt, bei dem dieser Umstand entschuldbar ist – mit Blick auf den mechanischen Lüfter. Denn für ein Gaming-Device ist eine gute Kühlung nun mal wichtiger als eine Wasserundurchlässigkeit.

Ferner schwächelt auch die Bildwiederholrate etwas. Grundsätzlich liegt diese mit 120 Hz auf einem ausgezeichneten Niveau. Einem Niveau, das normalerweise keiner Aufwertung bedarf. Es sei denn, bei dem Gerät handelt es sich um ein Gaming-Smartphone. Dann wären 144 oder gar 165 Hz vermutlich überzeugender – zumal die Konkurrenz mit ebenjenen Werten aufwartet. Doch das ist bereits Meckern auf einem sehr hohen Niveau.

Deutlich negativer fällt derweil die Frontkamera auf. Diese verfrachtete der Hersteller unter das Display, was generell ein nahtloseres und immersiveres Erlebnis ermöglichen soll. Leider ist die Technologie noch nicht frei von Kinderkrankheiten – und diese resultieren in einer vergleichsweise schwachen Qualität der Selfie-Knipse. Insbesondere, wenn es um die Schwarzwerte geht. Wir haben die Frontkamera mit der des Xiaomi 13T Pro vergleichen. Wobei das Xiaomi-Smartphone in dieser Kategorie ebenfalls nicht gerade zu den besten auf dem Markt gehört.

Frontkamera des RedMagic 9 Pro
Die Frontkamera des RedMagic 9 Pro (links) im Vergleich zum Xiaomi 13T Pro (rechts)

Und zu guter Letzt: Es ist unklar, wie lange das Smartphone Versions- und Sicherheitsupdates erhalten soll. Da der Hersteller sich diesbezüglich jedoch in Schweigen hüllt, dürfte nach spätestens zwei Jahren Schluss sein.

Fazit

Waren die Vorgängermodelle des RedMagic 9 Pro noch bis zur 7. Generation in erster Linie Gaming-Geräte, ist das aktuelle RedMagic 9 Pro beides – sowohl ein ausgezeichnetes Gaming-Handheld als auch ein ganzheitliches Oberklasse-Smartphone. Zumindest, wenn man von einigen Schwächen wie der Kamera, dem Sound und der fehlenden IP-Zertifizierung absieht. Dafür ist das Design diesmal wirklich bemerkenswert gut gelungen. Ein Smartphone, mit dem sowohl Gamer als auch Durchschnittsnutzer nichts falsch machen können. Zumal die Preisspanne von 649 bis 799 Euro (je nach Speichervariante) für ein Oberklasse-Handy absolut gerechtfertigt ist.

Testsiegel RedMagic 9 Pro

Pros des Handys:

  • extrem leistungsstark
  • herausragende Gaming-Qualitäten
  • schickes Design

Contras des Handys:

  • schwache Frontkamera
  • mittelprächtiger Sound
  • keine IP-Zertifizierung

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1 KOMMENTAR

  1. Nutzerbild Martin Brejcha

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