Was will man mehr als eine smarte Überwachungskamera mit lokalem Speicher, zwei Flutlichtern und einem Solar-Panel? Fragen wir das den Hersteller Reolink, streckt er uns aktuell die neue Solar Floodlight Cam entgegen und verlangt nur 99 € dafür. Aber überzeugt die smarte Überwachungskamera auch wirklich im Test?
Design & Einrichtung der Reolink Solar Floodlight Cam
Starten wir mit der Einrichtung der smarten Überwachungskamera. Reolink hat viel Erfahrungen darin, die Einrichtung von Smart-Home-Zubehör möglichst einfach zu gestalten. Zusammen mit der Reolink-App unter iOS ist die Einrichtung wirklich kinderleicht.
Dafür schaltest du die Kamera über einen Knopf neben dem microSD-Port ein und scannst daraufhin den QR-Code auf der Rückseite der Kamera. Reolink führt dich dann Schritt-für-Schritt durch die einzelnen Schritte. Erfreulicherweise verbindet sich die Kamera autark WLAN-Netzwerken, du benötigst also keine Bridge oder etwa eine Home-Base. Nach nur fünf Minuten ist die Solar Floodlight Cam dann betriebsbereit.
Da die Floodlight Cam für Außenbereiche designt ist, kommt sie ohne Standfuß, der ein Aufstellen in Innenräumen erlauben würde. Stattdessen bringst du eine Halterung mit zwei Schrauben an eine Außenwand an und schraubst die Kamera dann über ein Stativgewinde auf. Über ein Hilfswerkzeug richtest du den Kugelkopf der Halterung dann so aus, wie du die Kamera aufstellen möchtest und schraubst ihn fest. Die Kamera sitzt dann äußerst stabil an der Wand, kann aber mit genügend Kraft ohne Werkzeug abgenommen werden. Ein Nachteil bei vielen smarten Überwachungskameras.
Das Design der Kamera finden wir insgesamt dennoch gut durchdacht. Dabei sind die Flutlichter links und rechts neben der Kamera beweglich und sorgen so für eine optimale Ausleuchtung von Außenbereichen. Dass Reolink das Solar-Panel unbeweglich installiert, ist da umso ärgerlicher. Hängt die Kamera bei dir etwa unter einer Dachschräge, musst du ein zusätzliches Solar-Panel kaufen und in der Sonne platzieren. Das Reolink Solar Panel 2S kostet knapp 80 € zusätzlich.
Die Solar Floodlight Cam ist natürlich gegen Wasser und Staub geschützt. Reolink zertifiziert sie nach IP66, sie kann also durchaus im Regen hängen. Hier gibt’s also nix auszusetzen!
Funktionen der Reolink-App
Nach der Einrichtung über die Reolink-App gibt’s hier auch sonst viel zu entdecken. Dabei ist es mal wieder sehr positiv zu sehen, dass Reolink die wichtigsten Funktionen auch ohne Abo anbietet. KI-Funktionen soll die Kamera zudem lokal verarbeiten, etwa die Erkennung von Personen, Fahrzeugen oder Haustieren.
Ein Vorteil dabei gegenüber anderen Kameras: Die Solar Floodlight Cam ist mit einem Bewegungssensor ausgestattet, sodass sie nicht dauerhaft auf den Videofeed zugreifen muss. Der Bewegungssensor lässt sich zudem in seiner Empfindlichkeit einstellen. Möchtest du dabei bestimmte Bereiche im Kamerabild ausblenden, funktioniert das in der Reolink-App trotzdem.
Die Steuerung der Kamera, der Zugriff auf gespeicherte Fotos und Videos sowie Smart-Home-Funktionen funktioniert ebenfalls via App. Während die Floodlight Cam im Funktionsumfang überzeugt, lassen die Smart-Home-Funktionen jedoch zu Wünschen übrig.
In der Reolink-App kannst du die Kamera für Amazons Alexa-Smart-Home-System freischalten. Zusätzlich ist sie mit dem Google Assistant kompatibel. Jeweils kannst du aber lediglich den Kamerafeed auf smarten Displays einsehen – Automatisierungen sucht man hier wieder vergebens. Genauso sieht’s bei den Standards aus. Die Solar Floodlight Cam kommt ohne Matter-Zertifizierung. Als Protokolle unterstützt die Kamera HTTPS, SSL, TCP/IP, UDP, SMTP, NTP, FTP und P2P.
Speicheroptionen der Reolink Solar Floodlight Cam
Einen genaueren Blick werfen wir noch einmal auf die Speichermöglichkeiten der Reolink Solar Floodlight Cam. Denn insgesamt gibt es vier Möglichkeiten, wie du Videos mit der smarten Überwachungskamera speichern kannst.
Einmal funktioniert das Speichern von Videos über die microSD-Karte, die du in das Gehäuse der Kamera einstec ken kannst. Darüber kannst du Videos lokal speichern, ohne dabei ein Abonnement beim Hersteller Reolink abschließen zu müssen – praktisch!
Ebenfalls ohne Cloud-Abo kannst du den Reolink Home Hub für 129,99 € oder den Home Hub Mini für 89,99 € dazukaufen. Die kleine Home-Base unterstützt eine microSD-Karte mit bis zu 1 TB Speicherplatz, die größere bietet zwei Speicherkartenslots. Der große Vorteil ist dabei, dass die Daten sicher in deiner Wohnung geschützt sind. Die Home-Basen unterstützen bis zu acht Kameras.
Noch mehr Speicherplatz mit bis zu 16 TB gibt es über Reolinks eigenen Netzwerkvideorekorder, die es mit WLAN oder Ethernet gibt. Die Preise starten hier bei 300 € und es werden bis zu 18 Kameras unterstützt.
Möchtest du überhaupt kein zusätzliches Gerät kaufen, kannst du auch ein Abo der Reolink-Cloud abschließen. Das Abo gibt’s mit bis zu 60 Tagen Videowiedergabe für bis zu 10 Kameras. Der verfügbare Speicher ist dabei unbegrenzt.
Video- und Tonqualität der Reolink Solar Floodlight Cam
Reolinks Solar Floodlight Cam wird im Netz dafür kritisiert, dass sie lediglich Bildraten von bis zu 15 Bilder pro Sekunde unterstützt. Tatsächlich gibt es Überwachungskameras, die flüssige Videos mit 30 Bilder pro Sekunde aufnehmen. In Testberichten und auf Datenblättern sind Framerates natürlich ausschlaggebend, in der Praxis bieten sie aber bei Überwachungsvideos aber wenig Vorteile. 15 Bilder pro Sekunde reichen aus, um auch schnell bewegte Objekte scharf erkennen zu können – gleichzeitig sind die Dateien theoretisch nur halb so groß. Wir finden 15 Bilder pro Sekunde daher ausreichend.
Die Bildqualität der Solar Floodlight Cam hat allerdings ein anderes Problem: Die Kamera ist mit seiner 2K-Videoauflösung nicht allzu scharf. Schriftzüge oder Personen, die kleiner im Kamerabild sind, lassen sich beim digitalen Zoomen nicht allzu gut erkennen. Die Qualität nimmt dabei weiter ab, wenn die Kamera in die Infrarot-Nachtsicht schaltet.
Reolink verbaut eine recht schwache IR-Leuchte direkt unter der Kamera. Sie kann zwar einen Bereich von 10 Metern vor der Kamera ausleuchten, das Bild bleibt dabei aber recht dunkel. Reolink legt den Fokus natürlich auf das integrierte Flutlicht, das bei Erkennung von Bewegungen aktiviert wird. Es bietet den Vorteil, dass es potenzielle Einbrecher abschrecken kann. In unserem Test konnte es unseren Raum dank 1.000 Lumen gut mit Licht füllen.
Wie die meisten smarten Überwachungskameras unterstützt die Solar Floodlight Cam 2-Wege-Audio. Die Gesprächsqualität ist dabei ausreichend hoch, dass wir uns mit einer Person vor der Kamera unterhalten konnten. Willst du diese lieber verscheuchen, gibt’s in der App auch ein lautes Warnsignal.
Akku und Solarladen
Reolink stattet die Solar Floodlight Cam mit einem 7.800 mAh starken Akku aus. Dieser kann die Kamera laut Herstellerangaben maximal drei Monate lang in Betrieb halten. Allerdings reduziert sich die Leistung stark, wenn die Kamera häufig Personen oder Fahrzeuge erkennt oder sie die integrierten Flutlichter regelmäßig aktivieren muss.
Interessant ist die Solar Floodlight Cam wie eingangs erwähnt allerdings auch, da sie über ein integriertes Solar-Panel bietet, das bei genügend Licht 3 W leistet. Ist das Panel eine Stunde am Tag direktem Sonnenlicht ausgesetzt, musst du die Kamera im Optimalfall nicht aufladen.
Falls doch, geschieht das über USB C. Dabei empfiehlt sich eine dauerhafte Stromverbindung ab Werk weniger, da das mitgelieferte Kabel recht kurz ist. Reolink bietet aber längere Kabel mit den benötigten Gummidichtungen an.
Fazit
Für nur 99 Euro bekommst du mit der Reolink Solar Floodlight Cam ein interessantes Gesamtpaket. So gibt es wenig Kameras im Preisbereich unter 100 €, die sowohl einen integrierten Akku, ein integriertes Solar-Panel sowie ein Flutlicht bieten. Dadurch kannst du die smarte Überwachungskamera besonders flexibel am Gartenhaus oder an der Einfahrt anbringen. Das integrierte Flutlicht kann dann Bereiche ausleuchten oder einfach zur Abschreckung von Einbrechern dienen.
Besonders überzeugend ist dabei das Ökosystem von Reolink. Der Hersteller bietet unzählige Kameras mit Sonderfunktionen wie Power-over-Ethernet an, erlaubt eine Datenspeicherung auch ohne Cloud und bietet Hardware an, die aufgezeichnete Videos sicher im Haus lagern. Der Nachteil, dass die microSD-Karte nicht geschützt ist, fällt hier dementsprechend weniger stark ins Gewicht.
Die einzigen wirklich relevanten Nachteile der Reolink Solar Floodlight Cam sind daher: Das Kamerabild ist mit seiner 2K-Auflösung nicht sonderlich scharf und erlaubt nur rudimentäres Hineinzoomen. Bei Nacht nimmt die Qualität zudem weiter ab. Und die Smart-Home-Kompatibilität ist ohne Matter-Unterstützung und mit der Exklusivität für Google Assistant und Alexa recht eingeschränkt. Stört dich das nicht, ist die Reolink Solar Floodlight Cam eine Empfehlung!
Vorteile:
- Helles Flutlicht mit 1.000 Lumen
- Integriertes Solar-Panel ermöglicht flexible Platzierung
- Flexible Speichermöglichkeiten ganz ohne Abo-Zwang
- Wirklich komfortable Einrichtung
Nachteile:
- 2K-Bildqualität nicht sonderlich scharf …
- … und nimmt im IR-Modus nochmal ab
- microSD im Gehäuse nicht geschützt
- Sehr wenig Smart-Home-Funktionen
