DJI Osmo Pocket 4 im Test: Wenn DJI ein Gimbal baut, dann richtig

6 Minuten
Wer Videos drehen möchte, benötigt zwangsläufig ein Gimbal. Die Handy-Kamera reicht da nicht aus. Schließlich will man eine wackelfreie Aufnahme produzieren. Und genau das macht der neue DJI Osmo Pocket 4. Doch die High-End-Kamera kann in Wahrheit noch sehr viel mehr. Wir haben getestet.
DJI Osmo Pocket 4 Gimbal
DJI Osmo Pocket 4 im Test: Wenn DJI ein Gimbal baut, dann richtigBildquelle: Artem Sandler / inside digital

Eine DJI-Box liegt auf meinem Tisch. Darin der neue DJI Osmo Pocket 4 in der Kreative-Combo-Version. Ich öffne das Paket, und finde neben dem eigentlichen, überraschend kompakten Gimbal auch zwei Taschen und diverse Tütchen mit unterschiedlichem Zubehör vor. Und dann beginnt das große Basteln und Ausprobieren – inklusive diverser Aha- und Oho-Momente. Doch alles der Reihe nach.

DJI Osmo Pocket 4 – Technik im Überblick

Zunächst einmal das Offensichtliche: Das Osmo Pocket 4 ist hervorragend verarbeitet. Zwar handelt es sich bei dem Material um Kunststoff, aber bei der Qualität macht DJI genauso wie Apple selten Kompromisse. Auch die zahlreichen zusätzlichen Elemente wie ein Mini-Stativ, ein Akkugriff, ein Fülllicht und ein magnetisches Weitwinkelobjektiv sitzen wie angegossen. Den Punkt können wir also getrost schnell abhaken und zur Hardware springen.

Auch hier weiß der neue Gimbal zu überzeugen. Beim Display gibt es kaum Unterschiede zum Vorgänger. Heißt: 2,0 Zoll und 556 x 314 Pixel (320 PPI). Lediglich die Helligkeit hat sich deutlich erhöht – von ursprünglich 700 Nits auf 1.000 Nits. Auch die Zahl der Mikrofone blieb bei dreien, dafür verfügt der Osmo Pocket 4 über einen neuen 1-Zoll-CMOS-Sensor, mit einer äquivalenten Brennweite von 20 mm und einer f/2.0-Blende. Das System ermöglicht überdies Videoaufnahmen in 4K bei bis zu 240 fps. Vertikal sind allerdings nur 3K und 60 fps verfügbar.

DJI Osmo Pocket 4 verpackt
DJI Osmo Pocket 4 in der Kreative-Combo-Version erinnert an einen Ikea-Baukasten Image source: Artem Sandler / inside digital

Weitere Daten:

  • Abmessung:  144,2 × 44,4 × 33,5 mm (L×B×H)
  • Gewicht: 190,5 g
  • ISO-Bereich: 50 – 12.800
  • El. Verschlusszeit: 1/8000 bis 1/4 s
  • Videomodi: Zeitlupe, Zeitraffer/Motionlapse, Hyperlapse, Nacht
  • Farbmodus/Abtastverfahren: 10-Bit 4:2:0 (H.265) / D-Log
  • Max. Video-Bitrate: 180 Mbit/s
  • Mikro-SD: 1 TB
  • Audioausgang: 48 kHz 16 Bit; AAC
  • Schwenken: -235° bis 58°
  • Neigen: -120° bis 70°
  • Rollen: -45° bis 45°
  • Akku: 1.545 mAh
  • Akkulaufzeit: 240 Min. (in der Praxis deutlich weniger)
  • Ladeleistung: 65 Watt

Die perfekte Alternative

Grundsätzlich sind Gimbals alles andere als neu. Früher dienten sie dazu, die eigene Kamera oder das eigene Handy zu stabilisieren. Die Osmo-Pocket-Serie von DJI geht einen anderen Weg. Hier sind Gimbal und Kamera vereint, was viele Vorteile bringen soll – insbesondere als Ersatz für Smartphone-Gimbals. So lässt sich der Akku hier beliebig erweitern, während der interne Speicher (107 GB) um bis zu 1 TB per Mikro-SD-Karte erweitert werden kann. Auch der Datenversand an das Smartphone ist möglich, sogar mit bis zu 800 MB/s. Zudem bietet DJI mit seiner App DJI Mimo die Möglichkeit, den Gimbal beinahe vollständig vom Handy aus zu steuern. In unserem Test hat das hervorragend funktioniert, zumal die App auch einige weitere praktische Funktionen ergänzt.

Übrigens: Ein großer Vorteil des DJI-Gimbals ist, dass dieser lediglich 190,5 Gramm wiegt. Wer schon einmal seine Videokamera auf einem großen Gimbal herumtrug, weiß, wie körperlich anstrengend ein Drehtag ausfallen kann. Nicht so mit dem Osmo Pocket 4. Außerdem ist der DJI-Gimbal extrem handlich und lässt sich deshalb bei Bedarf sogar in der Jackentasche verstauen. Obwohl die mitgelieferten Taschen grundsätzlich natürlich eine bessere Option darstellen.

DJI Osmo Pocket 4 Gimbal
DJI Osmo Pocket 4 komplett zusammengebaut Image source: Artem Sandler / inside digital

Nachteilig ist der Gimbal übrigens wie die meisten anderen Gimbals deshalb, weil dieser nicht wasserdicht ist. Wer bei Regen drehen möchte, macht dies auf eigene Gefahr.

DJI Osmo Pocket 4 ausprobiert

Nach Herstellerangaben soll der Vorläufer des Pocket 4, das Pocket 3, im Jahr 2025 stolze 62 Prozent des Marktes für tragbare intelligente Kameras vereinnahmt haben. Das verwundert nicht, denn wie wir festgestellt haben, ist der neue DJI-Gimbal ein ausgereiftes und sehr durchdachtes Produkt. So bietet das Gerät unzählige fürs Filmen hilfreiche Funktionen. Dazu gehören klassische Video-Einstellungen wie ein Weißabgleich und ein anpassbarer Fokusmodus, allerdings auch viele spezielle Features wie eine Gestensteuerung, intelligentes Tracking selbst bei 4-fach-Zoom (klappte im Test wunderbar), 14-Blendenstufen-Dynamikumfang und 10-Bit D-Log. Auch mit Blick auf Portrait-Shots hat der Hersteller nachgebessert, sodass Personen einen noch natürlicheren Hautton erhalten sollen. 

Und natürlich bietet der Pocket 4 auch viele wichtige Gimbal-Einstellungen. Allen voran die Gimbal-Modi. Hier können Nutzer zwischen „Folgen“, „Neigen gesperrt“, „FPV“ und „FPV-⊥“ wählen – jeweils mit praktischen Erklärungen für Einsteiger. Wie gesagt, durchdacht ist der Gimbal allemal.

DJI Osmo Pocket 4
Der DJI-Gimbal liegt gut in der Hand und wiegt kaum etwas Image source: Artem Sandler / inside digital

Videoqualität

Und die Videoqualität? Die technischen Spezifikationen haben wir bereits angeteasert, und sie können sich durchaus sehen lassen. Doch wie schlägt sich die Kamera in der Praxis? Genau das haben wir ausprobiert und müssen sagen, dass die Qualität für die meisten Hobby-Videofilmer und Vlogger absolut ausreichend sein sollte. Knallige Farben, eine schöne Hintergrundunschärfe, Detailreichtum, selbst bei schlechteren Lichtverhältnissen – lediglich Nahaufnahmen sind nur schwer umsetzbar. Denn der Fokusbereich fängt erst bei 0,2 Metern an. Dafür bietet der Gimbal einen zweifachen verlustfreien Zoom und eine entsprechende mechanische Zoom-Taste, direkt neben einer weiteren personalisierbaren Taste.

Panorama-Foto aufgenommen mit dem DJI Osmo Pocket 4
Panorama-Foto aufgenommen mit dem DJI Osmo Pocket 4 Image source: Artem Sandler / inside digital

Was uns abschließend positiv auffiel, ist das drehbare Display. Ist es vertikal ausgerichtet, filmt der DJI Osmo Pocket 4 vertikal. Im Querformat, filmt der Gimbal quer. Praktisch, einfach und auch irgendwie … cool. Und auch die automatische Achsensperre für einfache Aufbewahrung hilft im Alltag sehr. Insbesondere, da sich die Kamera zudem auch mechanisch fixieren lässt und der Motor somit wirklich sicher ist. Klingt banal, doch nicht alle Hersteller denken an etwas so Simples und dennoch Wichtiges.

Eine Frau macht ein Selfie
Der Porträtmodus (Beispielbild des Herstellers) Image source: DJI
Foto einer Frau vor einer nächtlichen Skyline
Aufnahme bei schlechten Lichtverhältnissen (Beispielbild des Herstellers) Image source: DJI

Stabilisierung

Dank einer 3-Achsen-Stabilisierung fielen unsere Testaufnahmen ziemlich wackelfrei aus. Allerdings benötigt man hierfür etwas Übung. Wer sich mit dem Gimbal genauso bewegt, wie auch sonst, kann keine herausragende Stabilisierung erwarten. Die Knie etwas gebeugt, langsamere und fließende Bewegungen – schon sind die Aufnahmen nicht mit Smartphone-Aufnahmen zu vergleichen. Übrigens: Für uns war das Joystick-Tempo ab Werk etwas zu hoch eingestellt. Glücklicherweise lässt sich dieses mit nur wenigen Klicks in den Einstellungen anpassen. Und das gilt auch für zig weitere Features. Wir empfehlen daher, nicht einfach drauflos zu filmen, sondern sich erst einmal mit den zahlreichen Möglichkeiten des Pocket 4 vertraut zu machen.

DJI Osmo Pocket 4 Frontalansicht
Frontseite des DJI Osmo Pocket 4 Image source: Artem Sandler / inside digital

Fazit

In unserem Test schlug sich der DJI Osmo Pocket 4 – Kostenpunkt: ab 499 Euro – hervorragend. Der Gimbal ist, klein, leicht und handlich – liefert jedoch sehr gute und mit etwas Übung wackelfreie Videoaufnahmen. Wer nicht gerade einen Hollywood-Film zu drehen gedenkt, wird mit dem Osmo Pocket 4 zufrieden sein. Auch deshalb, weil die Fülle an anpassbaren Einstellungen und nützlichen Video-Funktionen ziemlich beeindruckend ist. Es heißt ja: „Nicht geschimpft ist genug gelobt“. Und tatsächlich, unsere Kritik hält sich diesmal stark in Grenzen und ist auf einem hohen Niveau.

DJI OSMO POCKET 4
DJI Osmo Pocket 4 499,00 €
Den DJI Osmo Pocket 4 Gimbal gibt es in der Standard-Ausführung bereits ab 499 Euro. Die von uns getestete Kreativ-Combo kostet 619 Euro.

Pros:

  • sehr handlich und leicht
  • gute Videoqualität
  • durchdachtes Gesamtpaket

Contras:

  • nicht wasserdicht
  • ziemlich teuer

→ Noch mehr Infos gibt’s direkt beim Hersteller

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Dieser Artikel ist Teil einer Kooperation mit DJI. Der Partner nimmt keinen Einfluss auf den Inhalt des Artikels.

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