Test zeigt: Mit diesem Gerät lässt sich fast alles gravieren - sogar bunt

9 Minuten
Die eigene Trinkflasche gravieren, als Geschenk schicke Holzschnitte erstellen oder sich mit Kreationen auf Etsy etwas dazu verdienen - ein eigener Lasergravierer bietet viele Optionen. Und der xTool M2 kann sogar noch mehr, wie mein Testbericht zeigt.
xTool M2 Lasergravierer mit einer Gravur in Holz
Lasergravierer xTool M2 im TestBildquelle: inside digital

Der xTool M2 kombiniert einen geschlossenen 10-W-Diodenlaser mit einem zusätzlichen CMYK-Druckkopf und der Möglichkeit, über den RA3 Lite auch runde Werkstücke zu bearbeiten. Du kannst somit neben der Gravierung auch Farbdrucke durchführen, und das auf ebenen wie unebenen Flächen. In meinem zweiwöchigen Test wollte ich herausfinden, ob diese Kombination tatsächlich mehr bietet als ein klassischer Desktop-Laser – und wie einsteigerfreundlich das Gesamtpaket wirklich ist.

Der Einstieg gelingt auch ohne Laser-Erfahrung

Beim Auspacken macht der M2 einen wertigen Eindruck. Das Gerät ist sehr gut verpackt und wirkt nicht wie ein einfacher Bausatz, bei dem zunächst zahlreiche Einzelteile zusammengesetzt und ausgerichtet werden müssen. Praktisch: Über einen QR-Code gelangt man zu einem Einrichtungsvideo. Gerade als Einsteiger konnte ich den einzelnen Schritten dadurch gut folgen und das grundlegende Set-up schnell abschließen. Danach führt xTool Studio durch erste Demoprojekte. Das ist sinnvoll, weil man nicht nur die Software kennenlernt, sondern gleichzeitig ein Gefühl dafür bekommt, wie der Laser arbeitet. Neulinge werden hier tatsächlich an die Hand genommen. Statt direkt mit einer leeren Arbeitsfläche und unzähligen Parametern zu starten, erhält man einen verständlichen Einstieg in die wichtigsten Abläufe.

xTool 2 ausgepackt mit Blick in den Karton
Das große Gerät wird kompakt geliefert und ist recht flott aufgebaut Bildquelle: inside digital

Etwas mehr Aufmerksamkeit verlangt das CMYK-Modul. Der Einbau und insbesondere die Kalibrierung sind aufwendiger als der reine Laserbetrieb. Unlösbar war das für mich nicht, aber du solltest dir dafür etwas Zeit nehmen und die Anweisungen genau befolgen.

Laser, Farbdruck und Konturschnitt in einem Gerät

Die größte Stärke des xTool M2 ist für mich seine Vielseitigkeit. Das Gerät kann Materialien nicht nur gravieren und schneiden. Mit dem zusätzlichen CMYK-Modul lassen sich Motive auch farbig aufbringen und anschließend entlang ihrer Kontur ausschneiden.

Laut Hersteller arbeitet das 10-W-Diodenmodul mit einer Wellenlänge von 445 Nanometern. Die maximale Arbeitsfläche beträgt 426 × 320 Millimeter, die angegebene Bewegungsgeschwindigkeit liegt bei bis zu 600 Millimetern pro Sekunde. Der Hersteller gibt außerdem an, dass das Modul bis zu acht Millimeter starkes Linden-Sperrholz in einem Durchgang schneiden kann. Das CMYK-Modul soll mit einer Auflösung von bis zu 1.200 dpi drucken.

inside digital mit dem xTool M2 erstellt als Karte
Karten mit genauer Schrift sind kein Problem für den xTool M2 Bildquelle: inside digital

Interessant ist dabei vor allem der gemeinsame Arbeitsablauf: Ein Motiv wird zunächst gedruckt und kann anschließend im selben Gerät konturgenau ausgeschnitten werden. Im Alltag eröffnet die Kombination hiermit viele Möglichkeiten. Aufkleber, kleine Schilder oder Dekorationen lassen sich farbig gestalten und danach direkt ausschneiden. Du musst das bedruckte Material also nicht in eine zweite Maschine einlegen und dort erneut möglichst genau ausrichten.

Die Kamera erleichtert die Positionierung deutlich

Besonders angenehm fand ich das integrierte Kamerasystem. Das Werkstück wird auf der Arbeitsfläche angezeigt, sodass sich ein Motiv direkt darauf positionieren lässt. Dadurch muss ich nicht ständig Schablonen verwenden oder Ausgangspunkte millimetergenau ausmessen. Das ist vor allem bei Reststücken praktisch. Statt ein neues Materialstück exakt an einer bestimmten Position auszurichten, kann ich auf dem Kamerabild sehen, welche Fläche noch verfügbar ist. Das Motiv lässt sich anschließend innerhalb dieses Bereichs platzieren.

Eine weitere Stärke ist die umfangreiche Materialbibliothek von xTool. Für zahlreiche Materialien stehen bereits passende Vorgaben zur Verfügung. Die Preset-Werte haben bei meinen Tests sehr gut funktioniert und ermöglichten schnell brauchbare Ergebnisse. Für mich als Laser-Einsteiger war das ein wichtiger Punkt: Ich musste nicht bei jedem Material komplett bei null anfangen und mich über viele Fehlversuche an geeignete Einstellungen herantasten.

Mit dem RA3 Lite werden auch Thermobecher interessant

Der RA3 Lite erweitert den Arbeitsbereich um runde und zylindrische Gegenstände. Damit lassen sich beispielsweise Gläser, Flaschen und Thermobecher gravieren. Das dafür nötige Zubehör ließ sich bei mir einfach positionieren und arbeitete präzise. Besonders gefallen hat mir die Möglichkeit, Thermobecher als persönliche Geschenke für Freunde und Familie zu gestalten. Genau hier zeigt sich, warum der M2 für mich mehr ist als ein gewöhnlicher Flachbettlaser.

Lasergravur auf rundem Objekt mit xTool M2
Flaschen wie diese sind easy graviert und ideal als Geschenk Bildquelle: inside digital

Im normalen Betrieb bearbeitet das Gerät flache Materialien. Mit dem RA3 Lite kommen Gegenstände hinzu, die sich auf einer ebenen Arbeitsfläche nicht gleichmäßig gravieren ließen. Wer häufiger personalisierte Geschenke, Trinkgefäße oder ähnliche Objekte herstellen möchte, erhält dadurch einen echten zusätzlichen Anwendungsbereich.

xTool Studio macht eigene Projekte schnell zugänglich

Ein weiterer Pluspunkt ist für mich die Software. Bilder lassen sich unkompliziert aus dem Internet in xTool Studio importieren und dort für das jeweilige Projekt anpassen. So kann ich aus einer vorhandenen Grafik vergleichsweise schnell ein individuelles Geschenk erstellen.

Natürlich ersetzt die Software keine Erfahrung im Umgang mit Materialien. Gerade bei neuen Werkstoffen bleibt es sinnvoll, zunächst ein kleines Teststück zu verwenden. Die Materialbibliothek und die geführten Projekte reduzieren die Einstiegshürde jedoch deutlich.

Bei dickerem Holz zeigen sich die Grenzen der 10 Watt

Jetzt aber der Haken: Das getestete Lasermodul bietet eine Leistung von 10 Watt. Für viele Bastelarbeiten, Gravuren und kleinere Schneidprojekte reicht das aus. Sobald stärkeres Holz oder eine größere Anzahl von Schnitten ins Spiel kommt, wird der Unterschied zu leistungsfähigeren Modulen mit 20 oder 40 Watt jedoch spürbar. Der M2 ist in dieser Konfiguration daher kein Gerät für Nutzer, die hauptsächlich dicke Platten möglichst schnell durchtrennen möchten. Die 10-W-Version spielt ihre Stärken eher bei vielseitigen Hobbyprojekten aus, bei denen Schneiden, Gravieren und Drucken kombiniert werden.

Ein Mandala-Motiv aus Holzschnitt mit dem xTool M2
Selbst ein so detailliertes Holzmotiv wurde sauber erstellt Bildquelle: inside digital

Auch bei Metall solltest du die Erwartungen realistisch halten. Für tiefe Metallgravuren ist ein Diodenlaser dieser Art nicht die optimale Lösung. Je nach Material und gewünschtem Ergebnis wären dafür ein Faserlaser oder ein Infrarotlaser besser geeignet.

Praktisch: Die Plattform lässt sich immerhin später erweitern. Neben dem getesteten 10-W-Modul unterstützt sie laut den Herstellerangaben auch ein stärkeres 20-W-Diodenmodul sowie ein 3-W-Infrarotmodul für Metalle und bestimmte Kunststoffe. Du bist also nicht zwingend dauerhaft auf die anfängliche Konfiguration festgelegt. Alternativ kannst du dich auch direkt für ein Bundle mit einem 20-W- oder sogar 40-W-Modul entscheiden.

Der M2 braucht einen festen Platz

Mit Abmessungen von 610 × 569 × 180 Millimetern ist der M2 kein kleines Schreibtischgerät. Hinzu kommt ein Gewicht von rund 12,3 Kilogramm. Vor dem Kauf solltest du deshalb prüfen, ob auf der Arbeitsfläche genügend Platz vorhanden ist, und ihm in deiner Wohnung einen festen Platz geben. Auch der zusätzliche Arbeitsraum rund um das Gerät darf nicht vergessen werden. Materialien müssen eingelegt, Zubehörteile montiert und fertige Werkstücke entnommen werden. Besonders beim Einsatz des RA3 Lite sollte der Arbeitsplatz nicht zu knapp bemessen sein.

xTool M2 aufgebaut auf einem Tisch
xTool M2 braucht relativ viel Platz Bildquelle: inside digital

Die geschlossene Bauweise sorgt für ein aufgeräumtes Gesamtbild und die nötige Sicherheit. Die Sicherheitsverriegelungen (Laserklasse 1) garantieren, dass der Laser stoppt, sobald der Deckel geöffnet oder die Bodenplatte entfernt wird. Wirklich kompakt ist der M2 trotz der Bauweise aber nicht. Für eine kleine Ecke auf einem ohnehin vollen Schreibtisch ist er eher ungeeignet.

Rund 880 Euro für das getestete Komplettpaket

Über den Preis haben wir bisher noch gar nicht gesprochen. Der xTool M2 mit dem 10-W-Lasermodul startet preislich bei rund 550 Euro. Durch das CMYK-Druckmodul und den RA3 Lite steigt der Preis deutlich. Für die von mir getestete Kombination werden ungefähr 880 Euro aufgerufen.

Das ist eine beträchtliche Summe für den Einstieg in das Thema Desktop-Laser. Wer ausschließlich Holz gravieren und schneiden will, benötigt weder den CMYK-Druckkopf noch zwingend den RA3 Lite. In diesem Fall wäre das Komplettpaket unnötig umfangreich. Möchtest du dagegen Farbdruck, Konturschnitt und Rundgravur in einem System verbinden, bietet die Kombination einen deutlich breiteren Einsatzbereich.

Fazit: Für wen lohnt sich der xTool M2?

Die größte Stärke des xTool M2 ist eindeutig seine Vielseitigkeit. Mit dem 10-W-Laser kann ich gravieren und schneiden, das CMYK-Modul ergänzt den Farbdruck und der RA3 Lite ermöglicht die Bearbeitung runder Gegenstände. Das Kamerasystem, die Materialbibliothek und die geführten Demoprojekte erleichtern dabei den Einstieg erheblich, was für Neueinsteiger in dem Bereich eine riesige Hilfe sein kann. Besonders die Möglichkeit, Bilder schnell zu importieren, anzupassen und daraus persönliche Geschenke für Familie und Freunde zu erstellen, macht für mich den Reiz des M2 aus.

Die größte Schwäche ist hingegen die begrenzte Leistung des getesteten 10-W-Moduls. Für viele Hobbyprojekte reicht sie aus. Wer regelmäßig dickes Holz schneiden oder tiefe Gravuren in Metall erzeugen möchte, sollte aber eine leistungsfähigere beziehungsweise besser geeignete Lasertechnik wählen.

Insgesamt geht man mit Kosten von über 500 oder gar über 800 Euro aber auf jeden Fall ein ordentliches Investment ein. Wenn du nur einmalig bedruckte Trinkflaschen für ein Event wie einen Geburtstag drucken möchtest, ist der Fachhandel günstiger. Wer aber Interesse an der Technik und den vielen Anwendungsmöglichkeiten hat und diese regelmäßig nutzen möchte, trifft mit dem xTool M2 eine gute Wahl. Empfehlen würde ich die getestete Kombination daher vor allem technikinteressierten Hobbyanwendern, Makern und 3D-Druck-Fans, die individuelle Geschenke, Schilder, Aufkleber, Dekorationen und gravierte Trinkgefäße herstellen möchten.

Vorteile des xTool M2

  • Lasergravur, Schneiden, Farbdruck und Konturschnitt in einem Gerät
  • Einsteigerfreundliche Einrichtung mit Video und geführten Demoprojekten
  • Kamerasystem erleichtert die Platzierung von Motiven
  • Umfangreiche Materialbibliothek mit gut passenden Preset-Werten
  • RA3 Lite ermöglicht präzise Gravuren auf runden Werkstücken
  • Plattform kann später mit anderen Lasermodulen erweitert werden

Nachteile des xTool M2

  • 10-W-Modul stößt bei dickerem Material und vielen Schnitten an Grenzen
  • Für tiefe Metallgravuren nicht die geeignete Laserart
  • CMYK-Modul benötigt zusätzliche Einrichtung und Kalibrierung
  • Hoher Preis des Komplettpakets von rund 880 Euro
  • Mit rund 61 × 57 Zentimetern benötigt das Gerät viel Platz
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Bildquellen

  • xTool 2 M2 Paket: inside digital
  • xTool M2 im Einsatz: inside digital
  • Lasergravur auf rundem Objekt: inside digital
  • xTool M2 sauberer Holzschnitt: inside digital
  • xTool M2 aufgebaut: inside digital
  • xTool M2 Lasergravierer im Test: inside digital

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