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Rokid AI Glasses im Test: Ich reise nicht mehr ohne

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Was macht man eigentlich mit einer smarten Brille? Genau diese Frage habe ich mir lange gestellt. Dann habe ich Videos auf Social Media gesehen, die mit Smart Glasses aufgenommen wurden. Und als ich dann die Chance bekam, die Rokid AI Glasses zu testen, musste ich das einfach selbst ausprobieren.
Eine Frau trägt die Rokid AI Glasses in der Natur.
Die Rokid AI Glasses im AlltagstestBildquelle: inside digital

Ich bin im September durch Wyoming gereist und habe dabei meine Rokid AI Glasses mitgenommen. Da ich normalerweise eh eine Brille trage, waren die Smart Glasses keine große Umgewöhnung. Ich habe sie in meiner Sehstärke bestellt, also konnte ich sie auch beim Autofahren problemlos tragen. Doch wie viel habe ich die Brille tatsächlich benutzt? Lohnt es sich, so viel Geld für ein Gadget auszugeben?

Rokid AI Glasses: Was können die überhaupt?

Die AI Glasses von Rokid sind das neue Einstiegsmodell der Firma. Sie bieten eine verbaute Kamera und eine Vielzahl an KI-Funktionen, verzichten allerdings auf ein Display im Glas. Für mich perfekt, da ich ein Display im Blickfeld im Alltag eher störend finden würde.

Leider gibt es die AI Glasses nur in einem Design, das recht klobig ist. Man blendet das dicke schwarze Gestell zwar nach kurzer Zeit aus, aber mit Gläsern in Sehstärke ist die Brille recht schwer. Ich musste kleine Silikonhaken kaufen, damit die Brille mir nicht ständig die Nase runterrutscht. Bei einer Brille, die ohne Gläser in Sehstärke fast 300 Euro kostet, würde ich mir einstellbare Nasenpads wünschen.

Gibt man allerdings das Geld für individuell gefertigte Gläser aus, dann kann man die Brille visuell nochmal deutlich aufwerten. Ich habe mich für photochrome Gläser entschieden, die sich bei Sonneneinstrahlung lila färben.

Mein Highlight: die Kamera

Im Urlaub habe ich die AI Glasses primär genutzt, um Videos und Fotos zu machen, ohne mein Handy zücken zu müssen. In manchen Situationen wäre es gar nicht möglich gewesen, mit dem Handy ein Video zu machen, da ich beispielsweise damit beschäftigt war, einen Bison zu füttern. Und genau hier zeigen sich die AI Glasses von ihrer besten Seite.

Es macht unglaublich viel Spaß, Dinge so filmen zu können, wie man sie sieht. Zum Beispiel auch beim Autofahren. Ohne auch nur einen Finger vom Lenkrad zu nehmen, konnte ich Bergketten genau so filmen, wie ich sie aus dem Auto heraus gesehen habe. Beim Wandern konnte ich wilde Tiere filmen, ohne erst mein Handy oder meine Kamera aus der Tasche kramen zu müssen.

Dank der Brille konnte ich die Rehe am Wegrand fotografieren, ohne ein Gerät aus der Tasche holen zu müssen.
Ein weiterer Blick in die Natur.
Ein Blick in die Weiten von Wyoming.
Mit den AI Glasses lässt sich auch beim Autofahren ein Video aufnehmen.
Einen Bison füttern, während man eine Kamera hält ist nahezu unmöglich.

Natürlich ist die Auflösung der Videos und Bilder nicht so gut wie man sie vom Handy kennt. Meiner Meinung nach ist sie allerdings völlig ausreichend, um Momente im Alltag festzuhalten. Soll es dann aber doch mal ein anspruchsvolleres Bild werden, dann müssen Handy und Kamera herhalten.

Die größte Schwäche: der Akku

Das einzige Manko der AI Glasses ist die recht geringe Akkulaufzeit. Bei längeren Wanderungen oder Autofahrten kann es mit dem Akku schnell eng werden. Glücklicherweise lädt die Brille allerdings sehr schnell. Mit einer Powerbank im Rucksack ist sie also schnell wieder einsatzbereit. Wer jedoch alleine im Auto sitzt und viele Videos aufnimmt, der sollte damit rechnen, alle paar Stunden anzuhalten und die Brille aufzuladen.

Manchmal passiert es auch, dass sich die Brille versehentlich einschaltet. Bemerkt man das nicht und schaltet sie nicht manuell aus, dann kann es passieren, dass man die Brille zwar gerade erst aufsetzt, aber der Akku trotzdem leer ist.

Bei langen Fahrten muss man auf den Akkustand achten. Bildquelle: inside digital

Da die Brille via Bluetooth mit dem Handy verbunden ist, kann es manchmal passieren, dass es zu kleineren Problemchen mit der Verbindung kommt. Das ist besonders dann der Fall, wenn man viele Geräte gleichzeitig mit dem Handy verbunden hat. Nicht direkt ein Problem der Brille, aber etwas, dessen man sich bewusst sein sollte.

AI Glasses und Datenschutz

Viele beschäftigt aktuell zu recht die Debatte rund um Datenschutz und AI Glasses. Und wie leider bei so vielen Technologien ist es so, dass Smart Glasses an in sich bösartig sind, aber Menschen mit schlechten Absichten die Möglichkeit geben, andere zu verletzten. Dessen bin ich mir sehr bewusst, weswegen ich meine Smartglasses beispielsweise nur dann trage, wenn ich plane, Aufnahmen zu machen.

Dank des klobigen Designs der AI Glasses ist es recht offensichtlich für Außenstehende, dass es sich um eine smarte Brille handelt. Des Weiteren befindet sich ein Licht innerhalb der Linse, welches weiß leuchtet, wenn eine Aufnahme läuft.

Ich persönlich habe zusätzlich die Sprachsteuerung deaktiviert. Das schont den Akku und verhindert außerdem, dass die Brille mithört oder man versehentlich eine Aufnahme startet. Generell hilft es außerdem, transparent mit Leuten zu kommunizieren. Ein einfacher Hinweis auf die Brille und die Tatsache, dass keine Aufnahme läuft, kann viele Konflikte entschärfen, bevor sie überhaupt entstehen.

Fazit: Die AI Glasses sind ein Reise-Must-Have

Trotz ihrer Schwächen werde ich meine AI Glasses auch in Zukunft mit auf Reisen nehmen. Die Videos und Fotos, die ich mit der Brille aufgenommen habe, bringen mir immense Freude und lassen mich Momente festhalten, die sonst verloren gegangen wären. Und das Beste daran ist, dass ich den Moment nicht verlassen muss. Denn letzten Endes ist es viel schöner, Dinge mit eigenen Augen zu sehen und nicht durch ein Handydisplay.

Wer Smartglasses verantwortungsvoll benutzt, der wird an den AI Glasses Freude haben. Denn egal, ob du ein privates Video-Tagebuch führen, oder Momente für Familie und Freunde festhalten möchtest, die Brille macht es einfacher als je zuvor.

Pro

  • Viel Speicher für Fotos und Videos
  • Gute Auflösung für eine smarte Brille
  • Tolles Einsteiger-Modell

Contra

  • Geringe Akkulaufzeit
  • Nur in einem Design verfügbar
  • Mit Sehstärke-Gläsern recht schwer

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