IFA-Nebenschau: Das haben wir auf der Global Connect Show getestet

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Abseits der großen IFA-Hallen zeigt die Global Connect Show KI-Wearables aus China. Wir haben die Smartglasses INMO GO3 und Rokid Glasses sowie das Exoskelett Ascentiz H+K selbst getestet. Von Live-Übersetzung über einen Agent Store bis zur Unterstützung beim Treppensteigen.
Vogelperspektive auf einen Hotelsaal mit mehreren Reihen von Ausstellungstischen, an denen Besucher und Standpersonal der Global Connect Show Technikprodukte zeigen und testen, im Hintergrund ein Werbebanner von Vevor.
Blick in den Ausstellungssaal der Global Connect Show, die parallel zur IFA 2026 in Berlin ihre eigene kleine Hausmesse veranstaltet hat.Bildquelle: Global Connect Show

Während sich auf der IFA die großen Hallen mit Fernsehern, Kühlschränken und Saugrobotern füllen, geht es ein paar Schritte weiter deutlich leiser zu. Die Global Connect Show (GCS) hat auch 2026 wieder ihre eigene kleine Hausmesse am Rande der IFA veranstaltet, zu der wir eingeladen waren. Vor allem chinesische Marken zeigen ihre neuesten Produkte, oft bevor diese überhaupt offiziell in Europa gelauncht sind. Zwischen den Ständen ließen wir uns gleich drei Neuheiten zeigen und durften sie direkt selbst aufsetzen beziehungsweise anlegen: die KI-Brillen INMO GO3 und Rokid Glasses sowie das modulare Exoskelett H+K von Ascentiz.

Zwei Brillen für die Zukunft

Am INMO-Stand dreht sich fast alles um die Übersetzung. Ein Mitarbeiter setzt uns die GO3 auf und lässt zwei Journalisten in ihrer jeweiligen Muttersprache miteinander reden. Während die Brille im Hintergrund live übersetzt – 77 Ausgangssprachen in 98 Zielsprachen –, sehen wir die Untertitel direkt im Sichtfeld, begleitet von einem eingebauten Lautsprecher. Als Vortrags- oder Video-Tool taugt die GO3 ebenfalls. Über einen kleinen Ring lässt sich der Teleprompter berührungslos steuern, Slide für Slide, Zeile für Zeile. Der Akku wird nicht gesteckt, sondern magnetisch angedockt und mit einem Klick getauscht. Ein kleines, aber sehr durchdachtes Detail. Vom Design her bleibt die 53 Gramm leichte Brille dabei eher unauffällig, fast schon bieder.

Ein paar Meter weiter finden wir den Stand von Rokid. Die Rokid Glasses treten optisch selbstbewusster auf als die GO3 und bringen mit Live-Übersetzung und Teleprompter ein ähnlich breites Repertoire mit. Ganz neu vorgestellt wurde hier aber vor allem der eigene Agent-Store. Wer mit der Brille unterwegs ist und sich langweilt, kann sich darüber kleine Spiele laden, welche die Community selbst entwickeln kann. Genau dieses offene Ökosystem war es, worüber am Stand am meisten gesprochen wurde.

Wenn Treppensteigen plötzlich leichtfällt

Der größte Auflauf entstand allerdings am Stand von Ascentiz, wo wir die Möglichkeit hatten, in ein Exoskelett zu steigen. Dort durfte man eben Treppen steigen und durch den Bereich mal sprinten. Das H+K-System besteht aus einem zentralen „Exo-Belt“ mit Akku, Steuerung und Sensorik sowie Hüft- und Kniemodul, die sich per MOLLE-Schnellverschluss in Sekunden austauschen lassen. Kaum angelegt, ging es für uns direkt die Stufen hoch und wieder runter. Je nach eingestelltem Modus schob uns das Hüftmodul mal sanft, mal sehr spürbar nach vorn, während das Kniemodul beim Runtergehen sichtlich abfederte. Eine der Verantwortlichen erklärte nebenbei, dass genau dieses Zusammenspiel von Hüfte und Knie als ein System der eigentliche Clou sei.

„Menschen bewegen sich nicht immer gleich und brauchen nicht immer dieselbe Unterstützung“, sagte uns Ascentiz-Vice-President Cody Kou dazu. Deshalb der modulare Ansatz, bei dem die Plattform über Updates und neue Module mitwachsen soll. Anstatt Nutzer bei jeder neuen Generation komplett neu einsteigen zu lassen. Im Gespräch wurde dabei auch klar, wen Ascentiz jenseits von Messe-Spielerei im Blick hat. Wanderer, Menschen mit Gehbehinderung und Handwerkerinnen, die im Arbeitsalltag Rücken und Beine entlasten wollen. Das H-Modul ist laut Hersteller bereits erhältlich, das K-Modul soll bald folgen, die Preise reichen von 1.599 bis 3.999 Euro.

Ein Nachmittag, drei Blicke in die nahe Zukunft

Am Ende dieses Nachmittags abseits der großen IFA-Hallen bleibt vor allem eines hängen. Wie unterschiedlich die Antworten chinesischer Hersteller auf dieselbe Frage ausfallen. Während INMO und Rokid beide zeigen, wie selbstverständlich Übersetzung, Teleprompter und KI-Assistenz mittlerweile in einer gewöhnlichen Brille Platz finden, macht Ascentiz vor, dass auch ein Exoskelett längst kein Science-Fiction-Requisit mehr sein muss, sondern sich in Sekunden anlegen lässt wie eine Jacke. Ob sich das alles im Alltag durchsetzt, wird sich erst zeigen müssen. Ein Nachmittag auf der GCS reicht jedenfalls, um zu ahnen, in welche Richtung es geht.

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