O2-Netzabdeckung: So arbeitet Telefónica am LTE-Netzausbau

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Es war der bis dato der größte Netzzusammenschluss Europas: Telefónica Deutschland hat nach der Übernahme von E-Plus das Netz mit dem von O2 zusammengelegt. Das hat Jahre gedauert. Inzwischen gibt es nur noch ein Mobilfunknetz und O2 kann sich auf den Ausbau des Netzes konzentrieren.
Techniker arbeiten auf einem Dach an einer Basisstation. Im Hintergrund sind der O2-Tower und Antennen zu sehen
Bildquelle: Telefónica

Aktueller Stand beim O2-Netzausbau

Auf der Strecke blieb durch die Zusammenlegung von E-Plus und O2 lange Zeit der eigentliche Ausbau des neuen Telefónica-Netzes. Daher auch der schlechte Empfang in vielen Regionen. Erst 2018 nahm O2 hier langsam wieder Fahrt auf. Der Grund für den schleppenden Netzausbau: Die Techniker und auch die finanziellen Mittel waren in der Fusion der beiden Mobilfunknetze gebunden. Im Laufe des Jahres 2018 hat O2 nach eigenen Angaben insgesamt 6.700 neue LTE-Standorte in Betrieb genommen und so die O2-Netzabdeckung verbessert.

Für 2019 plante O2 insgesamt 10.000 neue LTE-Sender im Rahmen des LTE-Ausbaus ans Netz zu bringen oder die Kapazitäten zu erweiten. Bis September 2019 seien insgesamt 7.00 der geplanten 10.000 Standorte am Netz gewesen. 2.800 von ihnen hatten vorher gar kein LTE. Damit gibt es nach und nach auch eine bessere LTE Verfügbarkeit für mobiles Internet und besseren Empfang in ländlichen Regionen.

Das machte sich auch in verschiedenen Netztests bemerkbar. Ende 2019 schnitt O2 in den meisten Tests mit gut ab. Selbst im Test der Zeitschrift Connect konnten die Münchner zu den anderen beiden deutschen Mobilfunknetzen aufschließen. Und auch 2020 sollen noch einmal 10.000 LTE-Stationen hinzukommen. So will O2 die LTE-Abdeckung deutlich erhöhen.

Den aktuellen Stand der O2-Netzabdeckung zeigt der Netzbetreiber selber auf seiner Netzabdeckungskarte. Als das beste Netz gilt nach unabhängigen Netztests aber weiterhin das Telekom-Netz. Bis die LTE-Netzabdeckung auf dem Niveau der Deutschen Telekom angekommen ist, wird es für O2-Kunden sicherlich noch eine ganze Weile dauern.

Baldiges Aus für UMTS

Die LTE-Tarife von O2 sind auf 225 Mbit/s gedeckelt. Das ist somit die aktuell höchste Datenrate für schnelles Internet in dem neuen Netz. Bei seinen Tarifen setzt der Anbieter mit Sitz in München vor allem auf Allnet-Flat-Tarife. Auch Mobilfunk-Discounter wie Aldi Talk nutzen das Netz mit. Sie bieten günstigere Handytarife als der originale Netzbetreiber. Die Besonderheit: Alle SIM-Karten sind für LTE freigeschaltet. Das gilt auch für die Prepaid-Tarife. Das UMTS Netz von O2 soll indes bald abgeschaltet werden. Ein Zeitplan dafür steht schon. Bis es soweit ist, werden die Frequenzen für UMTS schon nach und nach für LTE genutzt.

Der 5G-Ausbau steht schon vor der Tür

Noch während O2 ein passables LTE-Netz in Deutschland errichtet, müssen sich die Münchner schon mit der nächsten Baustelle beschäftigen. Denn schon bald wird der Ausbau von 5G beginnen. Dafür werden die Mobilfunkanbieter noch mehr Standorte benötigen. Die jetzt von O2 umgebauten Standorte dürften sich jedoch relativ leicht auch für 5G verwenden lassen. Was mit 5G möglich ist, zeigen wir dir auf zahlreichen Hintergrundseiten. Schon 2020 sollen die ersten Städte bei O2 mit 5G versorgt sein.

Um auf 5G vorbereitet zu sein, helfen auch zahlreiche Abkommen mit Glasfaser-Netzbetreibern wie beispielsweise NGN. Das Unternehmen  bindet zahlreiche Sendestandorte vor allem entlang von Autobahnen mit Glasfaserleitungen an. Auch mit der Telekom und Unitymedia sowie wieder Anbietern hat O2 einen Vertrag über die Anbindung zahlreicher Sendemasten geschlossen.

Rückblick: National Roaming & Netzüberlastung

Nach der Übernahme der Düsseldorfer E-Plus hatte Telefónica Germany 2014 neben O2 ein zweites Mobilfunknetz. Zwei bis dato getrennte Netze und somit doppelte Sendemasten, doppelte Antennen, doppelte Zuführungen, doppelte Vermittlungstechnik, doppelte Verträge für Netzübergänge und Standorte und mehr. Kein Wunder also, dass Telefónica die beiden Netze zu einem Netz unter der Marke O2 zusammenführen wollte.

Doch unterschiedliche Technik, verschiedene Frequenzen, Tarife und vieles mehr machten den Umbau offenbar schwerer als erwartet. Statt weniger Monate brauchte das gemeinsame Netz, bis es annähernd fertig war, bis Ende 2018. Die beiden Netze von O2 und E-Plus zeichneten sich durch eine unterschiedliche Netzabdeckung aus. Beide im Volksmund als E-Netze bezeichneten Anbieter hatten ein gutes GSM-Netz.

Während das E-Plus-Netz eine bessere UMTS-Abdeckung aufweisen konnte, hatte O2 seinerzeit im Vergleich den besseren LTE-Empfang. Um den Kunden der beiden Netze, die nun beide Telefónica-Deutschland-Kunden waren, erste Verbesserungen durch die Fusion spüren zu lassen und auch erste Sendemasten abschalten zu können, entschied sich Telefónica zu einem National Roaming. So konnten E-Plus-Kunden das O2-Netz nutzen und umgekehrt.

Es war nicht das erste Mal, dass bei O2 national Roaming zum Einsatz kam: Schon zum Start des Netzes – damals unter dem Namen Viag Interkom – setzte der Netzbetreiber auf ein solches Verfahren. Damals war die Deutsche Telekom der Partner. Allerdings hielten beim neuerlichen Roaming-Abkommen die Netze der Last oft nicht stand. Denn plötzlich wollte an einigen Standorten die doppelte Zahl an Nutzern Daten übertragen oder telefonieren.

Insbesondere dort, wo nur ein Netz UMTS oder LTE ausgebaut hatte. Welches Netz der Kunde nutzte, darauf hatte der schon bald keinen Einfluss mehr. Die Folge: Massive Netzüberlastungen vor allem beim mobilen Surfen und Frust bei den Kunden. Auch der O2-Empfang war oft schlecht, weil kein weiterer Ausbau erfolgte. Inzwischen gilt der Umbau des Netzes als abgeschlossen. Was genau bei dem Umbau passierte, hat Telefónica nach dem erfolgten Umbau in Potsdam gezeigt.

 

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3 KOMMENTARE

  1. Ich finde ausbau Mechanik von o2 etwas in die Hose gegriffen.

    Was bringt das eigentlich aus LTE Netz in den Wäldern soweit zu stärken dass es dann auf den Straßen stecken so gut gar nicht mehr ankommt… dann haben wir leicht die Waldbewohner was davon aber nicht die Leute die in der Stadt wohnen.

    Eine aktuell absolut sinnlose ausbau Taktik das muss ich schon sagen

  2. Alle haben den blick auf 5 G dabei wäre ich froh wenigstens 3G zu empfangen. Wohne nahe der Autobahn und empfange nur edge. Mein vertrag beinhaltet 20 Gb. Ich kann nur per w lahn mein handy nutzen. Sollten nicht der ausbau an den autobahnen voran gehen. Ich merke nichts davon. Ich denke das 5 G einfach beiseite schieben und den LTE ausbau voran treiben. Es gibt nicht nur Großstädte sondern sehr viele Leute die auf dem land leben.

    • Der 5G-Ausbau steht zwangsläufig im Zusammenhang mit einem weiteren LTE-Ausbau. Warum? Weil 5G momentan gar nicht ohne LTE funktioniert. Auch die Telefonie wird zunächst weiterhin nur über LTE, UMTS bis es abgeschaltet wird und GSM laufen. Also kann man entspannt bleiben und sich darauf freuen, dass dort wo 5G kommt, auch LTE mit ausgebaut wird.

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