Tageslichtwecker: So wirst du auch im Dunkeln von der Sonne geweckt

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Draußen ist es noch dunkel und der Körper ist eigentlich noch nicht bereit, um aufzustehen. Tageslichtwecker können dir helfen energiegeladener in den Tag zu starten, denn sie simulieren einen Sonnenaufgang. Wir zeigen dir, was du wissen musst.
Eine Frau sitzt auf einem Bett vor einem Fenster und streckt sich.
Mit Tageslichtweckern entspannter aufwachen.Bildquelle: Bruce Mars/Unsplash

Unter der Woche ist es schon schlimm – am Wochenende, wo man eigentlich ausschlafen kann, setzt es noch einen obendrauf: das nervtötende Piepen des Weckers. Er klingelt und du sitzt völlig erschrocken kerzengerade im Bett. Das ist stressig. Doch es gibt auch eine sanftere Methode, denn: In Wahrheit richtet sich die innere Uhr des Menschen nach dem Sonnenlicht. Richtig wach werden wir erst, wenn die Sonne aufgeht. Da man sich in modernen Zeiten aber nur noch wenig von der Sonne wecken lässt – was in Wintermonaten sowieso schwer mit dem Job vereinbar ist -, kannst du den Effekt künstlich erzeugen. Mit (smarten) Tageslichtweckern.

Was ist ein Tageslichtwecker?

Wie der Name schon sagt, imitiert der Wecker Tageslicht beziehungsweise die aufgehende Sonne. Anstelle eines lauten Geräuschs holen diese Modelle dich mit Licht aus deinen Träumen. Die Sonne geht mit dem Wecker etwa 20 bis 40 Minuten vor dem Aufstehen auf, was für deinen Körper insgesamt entspannter ist. Das bestätigen auch Studien. In diesen äußerten Testpersonen, dass sie sich wacher und energiegeladener fühlen, wenn sie mit Licht geweckt wurden. Zudem gibt es Studien, die nachweisen, dass der Cortisol-Spiegel, der für die morgendliche Energie verantwortlich ist, höher ist.

Gerade bei Menschen mit unregelmäßigen Schlafzeiten kann ein solcher Wecker helfen, um die Schlafqualität zu verbessern und das Aufstehen angenehmer zu gestalten. Auch im Winter kann die Simulation eines Sonnenaufganges dazu beitragen gegen Winterdepressionen zu wirken.

Melatonin-Cortisol-Wechselwirkung: Das bewirkt Tageslicht

In den Monaten, in denen weniger Tageslicht zur Verfügung steht, sind wir Menschen häufig noch müder und schlafen länger. Allgemein wird der Gemütszustand negativ, da das Sonnenlicht fehlt. Das Phänomen ist auch als Winterdepression bekannt. Doch was bewirkt Sonnen- beziehungsweise Tageslicht im menschlichen Körper?

Melatonin in unserem Körper sorgt dafür, dass wir schlafen. Sobald es dunkel wird, steigt der Melatonin-Spiegel an und macht uns müde. Sobald es morgens wieder heller wird, sinkt der Spiegel und wir werden wieder wacher. Während Melatonin dafür sorgt, dass wir müde sind, gibt uns Cortisol einen Energieschub am Morgen. Nachts steigt das Hormon in unserem Körper an. Beim Aufwachen ist der Spiegel am höchsten und lässt uns wach fühlen. Im Laufe des Tages nimmt der Cortisol-Spiegel wieder ab und der Melatonin-Spiegel steigt dafür wieder an. So regelt unser Körper die Wach- und Schlafphasen.

Darauf kommt es beim Tageslichtwecker an

Wecker ist nicht gleich Wecker. Offensichtlich ist: Der Tageslichtwecker sollte leuchten können. Doch damit sind die Kaufkriterien noch nicht zu Ende: Es gibt Intervallfunktionen, verschiedene Farben und Temperaturen, Sonnenuntergänge und mehr.

  • Funktions-Intervalle: Da jeder Mensch anders auf das Licht reagiert und unterschiedlich schnell davon wach wird, ist es ratsam, einen Wecker mit Funktions-Intervallen zu nehmen. Hier kannst du meistens eine Lichtphase zwischen 10 und 120 Minuten auswählen. Standardmäßig haben die meisten Wecker eine Lichtphase von 30 Minuten. Neben den Intervallen ist es ebenfalls praktisch, wenn du die für dich effektivste Lichtintensität einstellen kannst.
  • Farben und Farbtemperatur: Je nach Budget bekommst du mit deinem Wecker auch verschiedene Farben zur Hand. Das ist hauptsächlich dann wichtig, wenn du Wert auf möglichst realitätsnahe Simulationen legst. Essenzieller ist die Farbtemperatur: Wenn du nicht von einem kalten Weißlicht aus dem Bett geholt werden willst, solltest du darauf achten, dass der Tageslichtwecker natürliches Tageslicht nachahmen kann. Hier sind dann bis zu 5.500 Kelvin nötig.
  • Sound: Neben dem Aufwachen von Licht bieten einige Wecker noch zusätzlich Aufwecktöne an, die dich zusätzlich aus dem Schlaf holen können. Einige bieten dabei sanfte Naturtöne, die langsam lauter werden. Ein alternatives Kriterium könnte sein, dass du den Lichtwecker mit einem Radiowecker kombinierst. Eine Zwei-in-Eins-Lösung sollte dann auf deinem Nachttisch landen.
  • Einschlafen erwünscht? Nicht nur beim Aufwachen können Tageslichtwecker helfen – auch beim Einschlafen. Der Wecker imitiert also sowohl Sonnenaufgang- als auch Sonnenuntergang. So wird die Lampe nicht wie beim Aufwecken immer heller, sondern dimmt das Licht stufenlos ab. Die Idee dahinter ist, dass das immer weniger werdende Licht die Produktion von Melatonin anregt und dich somit immer müder werden lässt.
  • Smarte Bedienung: Die Bedienung des Tageslichtweckers sollte im Allgemeinen nicht nur einfach sein. Im Speziellen kannst du es auch smarter machen – denn du kannst manche Modelle auch per App bedienen. So kannst du den Tageslichtwecker nicht nur aus der Ferne programmieren, sondern beispielsweise auch für andere – zum Beispiel deinen Partner oder deine Kinder – einfach einstellen. Ist diese Funktion erwünscht, solltest du explizit beim Kauf darauf achten. Der Wecker braucht dann eine WLAN– oder Bluetooth-Anbindung oder gar mit smarten Assistenten wie Alexa kompatibel sein.
  • Batterie oder Strom? Neben den Weckern, die Steckdosenbetrieben sind, gibt es auch einige mit Batterien. Das kann praktisch sein, wenn du deinen Wecker auch mit in den Urlaub nehmen möchtest. Weiterer Vorteil: Auch im Falle eines Stromausfalls würde der batteriebetriebene Wecker dich wecken.

Diese Modelle gibt es – eine Auswahl

Zu den bekanntesten Tageslichtweckern gehören jene von Philips. Das Modell HF3531/01 ist ein Besteller auf Amazon und bietet beispielsweise ein Touchdisplay samt Nachtlicht- und Snooze-Funktion. Du kannst beim Tageslichtwecker zwischen sieben Tönen auswählen oder auf ein Radio zurückgreifen. Überdies holt dich der Philips HF3531/01 mit einer farbigen Sonnenaufgangsfunktion von Rot zu Gelb aus dem Schlaf und nicht „nur“ mit Licht. Kostenpunkt: 140 Euro. Eine Alternative aus gleichem Hause wäre zum Beispiel das Modell Philips HF3505/01.

Wer neben dem Punkt Tageslicht auch auf eine smarte Bedienung achtet, wird bei Beurer fündig. Die Modelle Beurer WL 75 und Beurer WL 50 kannst du beide mit der zugehörigen App steuern. Während beide Wecker Radio abspielen lassen können, bietet der Beurer WL 50 zusätzlich Bluetooth-kompatibilität. Beide Modelle wecken dich mit Sonnenaufgang – und untergang, bieten außerdem natürliche Töne. Der WL 50 kann darüber hinaus in verschiedenen Farben leuchten. Allerdings bietet nur der Beurer WL 75 eine eigene App. Zu bekommen sind die Tageslichtwecker für 132 Euro (Beurer WL 75) und 60 Euro (Beurer WL 50). Als smarte Alternative dient hier die Xiaomi Mi Bedside Lamp 2, die mit Alexa gekoppelt werden kann.

Die Dritte im Bunde ist die Amouhoum LED Nachttischlampe, die schon allein aufgrund ihres Designs auffällt. Anstelle eines ausgefüllten Gehäuses ist sie in einem Lichtring gestaltet und sticht mit einer weiteren Funktion heraus. Den Tageslichtwecker kannst du auch als Ladestation (kabellos) für dein Smartphone nutzen. Der Wecker leuchtet in einer warmen Farbtemperatur mit bis zu 4.500 Kelvin. Zum weiteren Funktionsumfang gehört eine Snooze-Funktion und die Bedienung über ein Touchdisplay. Zu haben ist die Amouhoum LED Nachttischlampe für 54 Euro.

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1 KOMMENTAR

  1. Frei

    Noch besser wäre es, die REM-Schlafphasen zu messen, und den optimalsten Weckzeitpunkt zu berechnen…

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