Gefälschte Akkus: So erkennst du einen originalen Akku

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Manche Hersteller, wie etwa Fairphone, greifen heute noch Konzepte auf, die früher einmal Gang und Gäbe waren: der Akku-Tausch. Segnet ein Handy das zeitliche, ist es bei modernen Geräten nicht mehr so einfach, den fest verbauten Akku selbst auszutauschen. Die Möglichkeit besteht trotzdem – im Internet findet man genügend Anbieter, die neue Akkus verkaufen. Doch nicht immer handelt es sich dabei um Originale, sondern oftmals um Fälschungen.
Modulares Smartphone mit austauschbarem Akku
Bildquelle: Unsplash

Vor einigen Jahren war es normal, dass Handy-Akkus problemlos ausgetauscht werden konnten. Der Akku war nicht festgeklebt, ebenso wenig wie die Gehäuse-Rückseite. Heutzutage gestaltet sich der Akku-Tausch komplizierter: Wenn du kein modulares Smartphone besitzt, bist du im Zweifel auf Werkstätten angewiesen.

Viele Verbraucher greifen dennoch auch selbst zum Werkzeugkasten und versuchen, ihren smarten Begleiter durch eigene Hand wieder ans Laufen zu bringen. In den Untiefen des Internets zeigt sich eine gewaltige Fülle von Händlern, die Akkus jeder Hersteller und für jegliche Handy-Modelle anbieten. Die preislichen Angaben variieren im großen Stil – und genau an dieser Stelle liegt der Knackpunkt.

Gefälschte Akkus: Das Original erkennen

Wie auf einem großen Marktplatz können im Netz nicht nur Produkte seriöser Händler angeboten werden. Sondern eben auch Produkte jener sogenannter Markenpiraten, die Produkte fälschen, zu günstigen Konditionen produzieren sowie oftmals zu geringen Preisen an Verbraucher verkaufen. Auch bei Akkus gibt es viele, die wie Originale aussehen, Plagiate. Das birgt unter Umständen Gefahren für dich als Käufer.

Händler, die Markenakkus kopieren, gehen geschickt vor und imitieren Schriftzüge, Farben und Verpackungen bis ins Detail. Und das Geschäft lohnt sich: Denn während Fachleute die Täuschung anhand diverser Merkmale erkennen, sehen Laien den Unterschied auf Anhieb nicht. Reklamierungen seitens der Kunden bleiben deswegen oft aus.

Auch wenn Markenpiraten sich bemühen, so nah wie möglich an das Original heran zu kommen, gibt es doch Hinweise auf Fälschungen, an denen sich auch Otto-Normal-Verbraucher orientieren können. Als Beispiel soll ein Fall dienen, der vor ein paar Jahren für Aufsehen sorgte und auch jetzt noch Gültigkeit besitzt. Die Computer-Zeitschrift „c’t“ deckte seinerzeit den Missstand auf. Hier wurden zwölf angebliche Original-Akkus des koreanischen Herstellers über Amazon bestellt. Alle Einheiten entpuppten sich als gefälscht.

Der Preis macht die Musik

So ist ein mehr oder minder offensichtlicher Faktor das Preisschild. Die Smartphone Hersteller verkaufen die zugehörigen Batterien zumeist zu teureren Preisen – meist ab etwa 25 oder 30 Euro. Bei Amazon kommen Suchende günstiger weg, teilweise mit der Hälfte des ursprünglichen Preises oder noch weniger. Hier ist dementsprechend Vorsicht angebracht.

Mehr Orientierung können dann auch Kundenbewertungen schaffen. Die Bewertungen werden zumindest bei Amazon groß unter den Produkten aufbereitet. Sind die Meinungen durchweg negativ, so handelt es sich höchstwahrscheinlich um billigen Ramsch, der um Längen entfernt vom Original ist. Wenn die Bewertungen auseinandergehen, könnte der Händler sowohl Originale als auch Plagiate verkaufen. Im schlimmsten Fall können die positiven Kommentare vom Händler gefälscht sein.

Bei Verpackungen genau hinsehen

Neben dem Preis kann auch die  Verpackung Aufschluss darüber geben, ob es sich um ein vom Hersteller verpacktes und produziertes Ersatzteil handelt oder um eine Fälschung. Zugegeben – die Unterschiede sind nicht leicht zu erkennen.

Hinzu kommt, dass der Verkäufer bei Online-Bestellungen das Blaue vom Himmel lügen kann. Das Originalfoto eines Akkus kann mit der Produktbeschreibung sowie dem Preis eines Plagiats gepaart werden. Selbst wenn ein Foto des gefälschten Akkus auf der Händlerseite abgebildet ist, so ist der Unterschied schwer zu erkennen.

Die Differenzen lassen sich nur erkennen, wenn man eine Original-Verpackung mit dem billigen Imitat vergleicht. Im Falle von Samsung wird seitens des Herstellers betont, das man die originalen Akkus ausnahmslos in Blisterverpackungen verkauft. Plagiate werden hingegen oft in Plastiktüten oder Ähnlichem versendet.

Gefälschter Akku Samsung Farbvergleich

Das Original links, der gefälschte Akku rechts

Abgesehen davon lohnt sich ein Blick auf die Farbgebung der Logos, auch wenn sich die Töne nur in marginalen Nuancen unterscheiden. Beim Plagiat ist das Samsung-Logo in einem helleren Blau als bei Samsungs Original. Außerdem ist es die blaue Umrandung, an der Stelle an der der Produktname aufgedruckt ist, bei Samsung abgerundet, bei der Fälschung hingegen weiterhin eckig. Hinzu kommt eine schwarze Produktbeschreibung auf der Verpackung der Markenpiraten, während es eine Graue beim Hersteller ist.

Verweise auf dem Akku untersuchen

Möchtest du noch einen Schritt weiter gehen, kannst auch die Verweise auf dem Akku genau studieren. Dort sind Hinweise zur Herkunft und Produktion zu finden. Wie bei allen Samsung-Produkten kommt auch der Akku für die Smartphones aus Korea; einzelne Bauteile sind aus China importiert. Die Fälscher geben auf ihrem Akku Japan als Herkunftsland und Korea als Fertigungsland an. Tatsächlich stammt der Akku aber aus China.

Gefälschter Akku Samsung Herkunftsverweis

Samsung-Original links, die Fälschung rechts

Diejenigen, die dem Akku genau auf den Zahn fühlen wollen, haben ebenfalls die Möglichkeit, die schwarze Folie, die den Akku umgibt, auf einer Seite abzuziehen. Darunter kommt der Herstellerschriftzug zum Vorschein, der den eindeutigsten Vermerk auf einen echten oder gefälschten Akku gibt. Demzufolge ist Samsungs Smartphone-Batterie von SDI aus Südkorea, beim Gefälschten ist ein unbekannter Fabrikant vermerkt. Obacht: Die Ersatzakkus tragen die gleiche Modellnummer wie die Original-Akkus. Das heißt, dass du die Echtheit anhand dessen in der Regel nicht überprüfen kannst.

Gefälschter Akku Samsung Logo-Vergleich

Links: Samsung; rechts: Plagiat

Gewicht des Akkus als letzter Rettungsring

Schlussendlich kann auch das Gewicht des Akkus Aufschluss über die Echtheit des Produktes geben. In den Datenblättern sind in der Regel die Gewichte der jeweiligen Akkus angegeben. Die Originale sind oftmals ein bis zwei Gramm schwerer als ihre Imitate. Diese Überprüfung ist im Vergleich mit den oben genannten Methoden aber eher unsicher und uneindeutig.

Gefahren und Risiken eines gefälschten Akkus

Natürlich verrichten auch gefälschte Ersatzakkus ihre Arbeit so wie Original-Akkus auch: sie versorgen das Smartphone mit Energie. Doch im Gegensatz zu den Originalen des Herstellers, verlieren die gefälschten Exemplare schnell ihre maximale Kapazität. Das heißt, sie bieten innerhalb kürzester Zeit nur noch kurze Laufzeiten oder werden defekt.

Allerdings bergen sie auch Risiken, die im schlimmsten Fall tödlich für den Nutzer ausgehen können. Beispielsweise könnte die Ladeelektronik nicht funktionieren, die Akkus vor Kurzschlüssen oder Ähnlichem schützt. Versagt dieser Schutzmechanismus, könnte der Akku überhitzen, anfangen zu qualmen oder brennen. Auch Explosionen können Resultat eines defekten oder gefälschten Akkus sein.

Nicht nur Samsung ist von dem Problem betroffen, auch von Apple und zahllosen weiteren Smartphone-Herstellern gibt es zunzählige dubiose Anbieter, die gefälschte Produkte vertreiben und als Originale ausgeben. Apple selbst verzichtet darauf, Ersatzakkus über den Einzelhandel zu verkaufen und vertreibt seine Akkus nur über den eigenen Shop. Durch dieses Wissen wird es auch für den Verbraucher theoretisch einfacher, Originale von Fälschungen zu unterscheiden.

Die Zahl der Fälschungen steigt Jahr für Jahr und auch wenn man auf bekannten, seriösen Plattformen wie Amazon oder auch Ebay einkauft, ist man vor Betrügern nicht geschützt. Ein waches Auge ist demnach ratsam und der Kauf billiger Akkus besser zu vermeiden. Im Zweifelsfall ist man wohl immer auf der sicheren Seite, wenn man Ersatzakkus und weiteres Zubehör direkt beim Hersteller ergattert.

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Bildquellen

  • Gefälschter Akku Samsung: c't
  • Gefälschter Akku Samsung: c't
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  • Modulares Smartphone: Unsplash
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1 KOMMENTAR

  1. Ich habe seit vielen Jahren ausschließlich Smartphones mit wechselbaren Akkus. Ich musste zwangsläufig schon mehrere Akkus wechseln. Dabei machte ich sowohl mit Originalen als auch mit Plagiaten positive sowie negative Erfahrungen. Definitiv waren alle meine alten verschlissenen Akkus aufgebläht (Originale und Plagiate). Änliche durchwachsene Erfahrungen werden auch in den Rezensionen bei Amazon widergespiegelt.

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