Diese 5G-Smartphones von Huawei, Samsung & Xiaomi kommen 2019

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Handynutzung im virtuellen Netz.
Smartphone-Hersteller wappnen sich für 5G. Der nächste Mobilfunkstandard soll in Deutschland noch 2019 an den Start gehen. Die Telekom will Vorreiter sein und entsprechende "Endkundenprodukte" auf den Markt bringen. Auf dem Mobile World Congress 2019 in Barcelona haben zahlreiche Smartphone-Hersteller schon entsprechende 5G-fähige Handys vorgestellt. 

Das erste kommerziell nutzbare 5G-Modul in einem Handy kam von Motorola. Mit dem Moto Z3 hat der amerikanische Hersteller im Sommer 2018 als erster die 5G-Ziellinie in der Smartphone-Klasse erreicht. Wie? Mit einem Moto-Mod. Das 5G-Modul kann in den USA  erworben werden und klettet sich als Ansteckmodul an die Rückseite des herkömmlichen Smartphones.

In Europa wird das Gerät keine Rolle spielen. Denn pünktlich zum Start der ersten Netze haben verschiedene Hersteller ihre Geräte vorgestellt. Im Verkauf ist noch keines der Handys – es gibt aber auch noch kein nennenswertes 5G-Netz in Europa.

Handys mit 5G: Diese Smartphones kommen offiziell auf den Markt

Samsung Galaxy S10 5G

Prominentester Hersteller eines 5G-Smartphones ist sicherlich Samsung. Die Koreaner haben ihren Mitbewerbern auf dem Mobile World Congress in Barcelona die Show gestohlen und bei der Vorstellung des Samsung Galaxy S10 auch direkt das Samsung Galaxy S10 5G vorgestellt. Verbunden mit der Vorstellung die ausdrückliche Aussage, dass das Handy noch 2019 nach Deutschland kommen soll.

Das Smartphone mit 6,7-Zoll-Display bringt 198 Gramm auf die Waage, der Akku hat eine Kapazität von 4.500 mAh. Je nach Region werden Chipsätze von Qualcomm oder die Samsung-eigenen Exynos-Prozessoren zum Einsatz kommen. Einen Preis für das Galaxy mit 5G nannte Samsung nicht.

Huawei Mate X

„Das Handy kannste knicken“ spottete man auf dem MWC 2019 in Barcelona. Dabei bedient Huawei mit dem Mate X gleich zwei Trends des Jahres 2019. Gemeint sind damit die Trends der faltbaren Smartphones und 5G. Und sogar einen Preis gibt es. Er allerdings macht schnell klar, dass dieses Handy keinen Massenmarkt bedienen wird. 2.299 Euro sind veranschlagt.

Xiaomi Mi Mix 3 5G

Es könnte als erstes 5G-Handy auf den Markt kommen – der Start ist noch für Mai 2019 angekündigt: das 5G-Smartphone von Xiaomi. Die Chinesen haben dazu im Prinzip nichts anderes gemacht, als das Mi Mix 3 mit 5G zu bestücken. Der genannte Preis ist eine Kampfansage: Knapp 600 Euro soll das China-Handy kosten.

ZTE Axon 10 Pro 5G

Moderne Optik mit einem 6,47-Zoll-Bildschirm und einem guten Display-Gehäuse-Verhältnis. So lässt sich das Äußere des Handys beschreiben. Es handelt sich um ein High-End-Gerät mit Qualcomm Snapdragon 855 und Snapdragon-X50M-Modem.

LG V50 ThinQ

Ein weiterer Asiate hat den 5G-Trend ebenfalls auf dem Zettel: Mit dem V50 ThinQ hat auch LG sein erstes Smartphone mit 5G vorgestellt. Dabei kam diese Ankündigung recht überraschend. Die Koreaner haben erst Ende Januar das LG V40 ThinQ auf den deutschen Markt gebracht. Damit liegen zwischen dem Marktstart des Vorgängers und der Vorstellung des (5G)-Nachfolgers lediglich vier Wochen.

Software Android 9.0 Pie
Prozessor Qualcomm Snapdragon 855
Display 6,4 Zoll, 1.440 x 3.120 Pixel
Arbeitsspeicher 6 GB
interner Speicher 128 GB
Hauptkamera 4272x2848 (12,2 Megapixel)
Akku 4.000 mAh
induktives Laden
USB-Port 3.1 Typ C
IP-Zertifizierung IP68 (Schutz gegen Untertauchen)
Gewicht 183 g
Farbe Schwarz
Einführungspreis
Marktstart

Und Apple? Das iPhone 5G kommt früh genug

Wie erwartet, hält sich Apple hinsichtlich Prognosen zu kommenden Modellen mehr als bedeckt. Zusammen mit Intel will Apple Gerüchten zufolge ab 2020 mit 5G-Modulen an den Start gehen. Die Erfahrung zeigt, dass Apple ein Gespür dafür hat, wann es Zeit ist einen neuen Standard auszurollen. Und wenn das geschieht, greift der Apple-Effekt und die neue Technologie wird Herstellerübergreifend zum Standard. Auch bei 5G dürfte Apple also nicht Innovations-Motor, sondern eher Innovations-Turbo sein. Das erste iPhone mit LTE war seinerzeit das iPhone 5. Die Errungenschaft spiegelte sich nicht im Namen wider, wie zum Beispiel beim Samsung Galaxy S3 LTE. Anders war es bei der Apple-Einführung von 3G. Das iPhone 3G aus dem Jahr 2008 ist vielen Apple-Smartphone-Fans früherer Zeiten ein Begriff. Möglich, dass Apple die 5G-Einführung für eine weitere Revolution seiner Nomenklatur herhalten lässt und das Handy als eine Hommage an das 2008er-Modell iPhone 5G tauft.

Was muss ein 5G-Handy können?

Für die Kompatibilität mit 5G-Konnektivität bedarf es entsprechender technischer Ausrüstung. Für mobile Breitband-Verbindungen benötigt das Handy sogenannte MIMO-Antennen. Diese kommen bereits bei LTE-Handys zum Einsatz. MIMO bedeutet „Multiple Input Multiple Output“ und bedeutet frei übersetzt, dass mehrere Antennen am Endgerät empfangen und mehrere Sender an der Basisstation senden. Hierdurch werden Effizienz und Kapazität einer Verbindung erhöht, die Fehlerhäufigkeit wird minimiert.

  • LTE: MIMO 4X4
  • 5G: MIMO 8X8

5G setzt pro Verbindung also auf die doppelte Anzahl an Empfangs- und Sendeeinheiten. Dieses Prinzip wird für 5G weitergedacht. Modernere Antennentechnik sorgt für mehr Datenströme zwischen Basisstation und Endgerät, also dem Smartphone. Da die zusätzlichen Antennen und die Technik dahinter in LTE-Handys nicht vorhanden ist – vom 5G-Modem ganz zu schweigen – kann 5G-Kompatibilität nicht per Software-Update oder kleiner Nachrüstung nachgeschoben werden.

In den ersten Jahren werden 5G-Smartphones als Non-Stand-Alone auf den Markt kommen. Das heißt, sie werden stets die LTE-Netze als Basis benötigen und nutzen 5G als zusätzlichen Downstream-Kanal. Und obwohl 5G deutlich mehr kann: Geht es um 5G-Smartphones wird es bis auf weiteres nur um eines gehen: mehr Geschwindigkeit.

Qualcomm, MediaTek, Samsung, Huawei: Ohne Chip-Hersteller läuft nichts

Das Modem, das über 5G-Frequenzen funken soll, wird den Herstellern meist vom Prozessor-Fabrikanten geliefert. Nicht selten sitzt hier die amerikanische Chipsatz-Schmiede Qualcomm an den längsten Hebeln. Und die Amerikaner liefern: Das Modem für die ersten Snapdragon-Chips mit 5G, den Snarpdragon 855, ist bereits vorgestellt worden. Es hört auf den Namen Qualcomm Snapdragon X50 5G Modem. Angekündigt wurde es bereits auf dem Mobile World Congress 2017 (MWC) in Barcelona. Weniger konkret aber genauso vielversprechend ist Huawei. Auf der IFA 2018 präsentierte der Handyhersteller seinen Prozessor Kirin 980, der kompatibel mit 5G-Infrastrukturen sei.

Was unterscheidet 5G auf dem Handy von LTE?

Die große Errungenschaft von 5G, die geringe Latenzzeit und die hohen Frequenzen, ist für den Ottonormalverbraucher mit Handy nicht von der Relevanz, die sie für die Industrie haben. Der Mobilfunkvertrag der Zukunft wird Brancheninsidern zufolge auch nicht vollends von aktuellen Vertragsmodellen abweichen.

Die Datenlast auf den Netzen wird aber ansteigen und die Geschwindigkeit auf den jeweiligen Geräten wird ebenfalls in die Höhe gehen. Dadurch werden sich immer mehr Smartphone-Anwendungen dezentralisieren und die Cloud umziehen. Fotos, Videos und auch Gaming-Inhalte werden direkt abgerufen und bedürfen keiner langen Downloadzeit mehr. Ein 5G-Praxisbeispiel, dass die Marketing-Maschinerie gerne bemüht: Ein HD-Film, der schon im LTE-Netz in ein bis zwei Minuten heruntergeladen würde, bräuchte im 5G-Netz nur noch den Bruchteil einer Sekunde um vollständig heruntergeladen auf dem Handyspeicher zu liegen. In der Frage, was denn daran der große Vorteil sei, einen Film, den man sowieso erst später anschaut, innerhalb von einer Sekunde statt zwei Minuten herunterzuladen, steckt die 5G-Kritik: Der Standard ist für den Endverbraucher nicht der Schritt, der zum Beispiel 4G im Vergleich zu 3G bedeutete. Interessanter ist die Funktion, die das Handy unter 5G-Fittichen einnimmt. Als Steuerungseinheit kann das Handy eine wichtige Rolle im Internet der Dinge einnehmen. Smart-Home-Anwendungen erhalten immer höhere Relevanz. Die Vielfältigkeit der Geräte, die mit dem Handy ferngesteuert und verwaltet werden können, wird mit 5G zunehmen. Die Errungenschaften liegen aber nicht nur in der Hardware, sondern häufig auch in der Software.

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One UI 1.5 bringt neue Emojis auf Samsung-Smartphones
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Michael liebt Technik und hat schon 2012 bei inside handy angefangen. Seitdem hat er gefühlt alles einmal ausprobiert - News, Tests, Magazinartikel. Bei inside digital kümmert er sich insbesondere um neue Formate, Deals und insgesamt um das Content Marketing außerdem ist er immer für eine Fußball-Fachsimpelei zu haben. Seine Freude an der Technik wird nämlich von seiner Liebe für das runde Leder übertroffen – besonders für den Verein seines Herzens, den 1. FC Köln. Er spielt aktiv im Verein und digital an der PlayStation. Wenn er nicht mit Ballsport oder Schreiben beschäftigt ist, verreist er gerne und hofft still und heimlich auf die Unabhängigkeit des Rheinlands.

Handy-Highlights

Samsung Galaxy 5G
Das Huawei Mate X im ausgeklappten Zustand in Schwarz.

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