WLAN schneller: Freigabe für Wi-Fi 6E ist da, aber ein Problem bleibt

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Wi-Fi 6E kann kommen. Die Bundesnetzagentur hat mit einer Allgemeinzuteilung den Weg für schnellere WLAN-Verbindungen in Innenräumen freigemacht. Das wird insbesondere in dicht besiedelten Gebieten für weniger Probleme sorgen. Doch es bleiben Einschränkungen.
Symbolbild schnelles WLAN
Neue Frequenzen machen die WLAN-Nutzung in Deutschland künftig schneller.Bildquelle: AVM

Gute Nachrichten für alle, die gerne schnelles Internet per WLAN nutzen. Die Bundesnetzagentur hat am Mittwoch mit etwas Verspätung ihre Allgemeinzuteilung für WLAN-Nutzungen im 6 GHz Bereich veröffentlicht (PDF). Das ist insbesondere für in dicht besiedelten Gebieten eine gute Nachricht. Denn Privatkunden und Wirtschaft können zukünftig ein zusätzliches Spektrum von 480 MHz nutzen, um kabellos im Internet zu surfen.

Wi-Fi 6E kann kommen

Oft kommt es vor allem in bevölkerungsreichen Innenstadtlagen mit mehrstöckigen Häusern schnell zu einer starken Auslastung der bestehenden Frequenzbereiche. Denn wenn viele WLAN-Verbindungen zeitgleich und auf oft identischen Kanälen genutzt werden, kann das zu Einschränkungen beim Surfen im Internet führen. Denn dann bremsen sich die WLAN-Netze mitunter gegenseitig aus.

Das soll sich mit dem zusätzlichen Spektrum in Zukunft ändern. Die zusätzlichen WLAN-Frequenzen im Bereich 5.945 bis 6.425 MHz ermöglichen einen höheren Datendurchsatz und zudem stabilere Verbindungen für datenhungrige Anwendungen wie Videotelefonie, Gaming oder Streaming. Darüber hinaus wird die Nutzung innovativer Technologien wie Wi-Fi 6E mit breiteren Kanälen ermöglicht, heißt es von der Bundesnetzagentur.

Für den Präsidenten der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, ist die Veröffentlichung der Allgemeinzuteilung ein großer Schritt. „Wir verdoppeln das verfügbare Spektrum für WLAN nahezu. Hiermit wird die weitere Digitalisierung vorangetrieben und weitere Innovationen werden ermöglicht.“ Bisher sind WLAN-Verbindungen nur im 2,4 und 5 GHz-Bereich möglich – auf insgesamt 540 MHz. Da machen 480 zusätzliche MHz, die übrigens für die kabellose Internetnutzung in der gesamten EU reserviert sind, natürlich viel aus.

Ohne neue Hardware kein WLAN im 6 GHz Bereich

Soviel zu den guten Nachrichten. Die schlechte Nachricht ist jedoch, dass das neue WLAN-Frequenzspektrum nicht mit herkömmlichen Routern nutzbar ist. Es ist auf jeden Fall der Kauf eines neuen Routers notwendig, um von den neuen WLAN-Vorteilen profitieren zu können. Auch Smartphones, Tablet-PCs, Notebooks oder auch Fernseher sind bisher noch nicht mit der neuen Technologie ausgestattet. Die verbauten SoC-Chips sind bisher nur auf die Nutzung in 2,4- und 5-GHz-Netzen ausgelegt. Vor allem günstige Endgeräte funken oft sogar ausschließlich im 2,4-GHz-Bereich.

Erst im Laufe der kommenden Monate dürften erste Produkte in den Handel kommen, die auch WLAN-Verbindungen auf den neuen Frequenzen gestatten. Von Smartphone-Herstellern ist noch nicht bekannt, wann sie erste Endgeräte auf den Markt bringen, die auch WLAN im 6 GHz Bereich unterstützen. Der in Deutschland für seine Fritz!Boxen bekannte Router-Hersteller AVM arbeitet nach eigenen Angaben bereits an Produkten, die sich auch im neuen Frequenzbereich nutzen lassen. Details zu einer Verfügbarkeit entsprechender Produkte gibt es aber noch nicht.

Vergessen sollte man zudem nicht, dass WLAN-Verbindungen im 6 GHz Bereich eine geringere Reichweite haben als jene in 2,4 und 5 GHz Bereichen. Das kann sich zum Beispiel in Häusern oder Wohnungen negativ auswirken, wo die Verbindungen dicke Decken oder Wände durchdringen müssen.

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