Wandschalter-Module sind da: Philips Hue macht "dumme" Lampen smart

3 Minuten
Neue Wandschalter-Module von Philips Hue binden herkömmliche Lampen ins Smart-Home-Ökosystem ein. Und das ganz ohne Leuchtmittel-Tausch. Doch der Komfort hat seinen Preis, und Signify lässt einige Fragen offen.
Hue-Wandschalter
Hue-WandschalterBildquelle: Signify / Philips Hue

Wer sein Zuhause mit Philips Hue ausstattet, kennt das Problem: Die schicke Designer-Leuchte über dem Esstisch oder die fest verbaute Deckenlampe lässt sich oft nicht ohne Weiteres austauschen – und bleibt damit außen vor. Genau hier setzen die neuen Wandschalter-Module an: Sie binden auch nicht smarte Lampen ins Hue-Ökosystem ein, ohne dass die Leuchte getauscht werden muss.

Drei Module für klassische Lichtschalter

Für herkömmliche Lampen bringt Hue drei Varianten, passend zu den gängigen Schaltertypen: ein 1-Kanal-Modul für Schalter mit einer Wippe, ein 2-Kanal-Modul für Doppelwippen sowie ein Dimmer-Modul. Einmal installiert, lassen sich die angeschlossenen Lampen über die Hue-App und das gewohnte Zubehör steuern, automatisieren und mit Bewegungs- und Kontaktsensoren verknüpfen. So schaltet sich die Gartenbeleuchtung zeitgesteuert von selbst, und der Lichtschalter wird zur smarten Steuerzentrale.

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Auch Besitzer echter Hue-Lampen bekommen ein neues Modul: Neben der bekannten batteriebetriebenen Variante kommt das kabelgebundene Hue Wired Wall Switch Module mit dauerhafter Stromversorgung; Wago-Schnellklemmen und kurze Anschlusskabel liegen bei. Und das löst ein altbekanntes Hue-Ärgernis.

Bislang kappt jeder normale Wandschalter die Stromzufuhr, sodass die smarte Lampe beim nächsten Einschalten auf Standardeinstellungen zurückspringt. Das kabelgebundene Modul hält die Verbindung dauerhaft – die zuletzt genutzte Lichtszene bleibt gespeichert und wird beim Einschalten direkt wieder aufgerufen. Wer bislang mit Behelfslösungen gegen das Reset-Problem ankämpfte, bekommt hier endlich Abhilfe.

Preis-Check: Hue lässt sich den Komfort bezahlen

So praktisch das klingt, ist der Preis happig. Das Dimmer-Modul kostet 59,99 Euro, das 2-Kanal-Modul für Doppelwippen 54,99 Euro und das 1-Kanal-Modul für reines Ein- und Ausschalten 49,99 Euro. Wer nur „dumme” Lampen smart machen will, fährt mit der Konkurrenz günstiger: Ein Shelly-Dimmer der dritten Generation ist je nach Händler ab rund 27 Euro zu haben, der aktuelle Gen4 mit Matter, Zigbee und WLAN liegt bei etwa 40 bis 45 Euro.

Noch deutlicher fällt der Unterschied beim simplen Schalten aus. Denn ein Shelly 1 kostet je nach Generation nur 13 bis 18 Euro und erledigt denselben Job wie das Hue-1-Kanal-Modul. Der Aufpreis erkauft vor allem die nahtlose Einbindung ins Hue-Ökosystem: eine App für alles, kein Basteln – und im Zusammenspiel mit echten Hue-Lampen bleibt die zuletzt genutzte Lichtszene erhalten. Für eingefleischte Hue-Nutzer ein echter Mehrwert, für Smart-Home-Einsteiger eher Luxus.

Offen lässt Signify dabei einige praxisrelevante Fragen, die über die Alltagstauglichkeit entscheiden. Die Module werden direkt hinter dem Lichtschalter in die Wand eingebaut und brauchen dort Strom. Einen Neutralleiter erwähnt Signify nicht. Daher ist aktuell davon auszugehen, dass dieser zwingend nötig ist. Also ein zusätzliches Kabel, das vor allem in Altbauten an der Schalterdose oft fehlt. Shelly wirbt dagegen explizit damit, ohne dieses Kabel auszukommen. Hue wäre hier also weniger flexibel.

Nach Informationen des Hueblogs bleibt zudem unklar, welcher Dimmer-Typ unterstützt wird und damit, welche klassischen Leuchtmittel sich überhaupt dimmen lassen und ob die Module in der App nur als einfache Lampe auftauchen oder zusätzlich andere Hue-Leuchten steuern können. Die Module sind ab sofort im Handel erhältlich. Wer zuschlagen will, sollte vorher einen Blick hinter den Lichtschalter werfen: Ohne Neutralleiter wird es mit Hue nichts.

Mitreden

3 KOMMENTARE

  1. Nutzerbild Karsten Frei

    Signify(HUE) ist bekannt dafür, die UPE extrem hoch anzusetzen, und danach ständig mit 25% Rabatt im eigenen Shop alles zu verkaufen.
    Und ohne N wird auch Shelly nicht ganz problemlos laufen. Man darf nicht alles schlucken, was uns Werbeabteilung serviert.
    Dazu Auszug aus Beschreibung (Min. load without neutral and without a Bypass: 20 W)
    Welche LED Lampe verbraucht heute noch 20 Watt?
    Shelly Bypass kostet extra 4,70€.
    https://www.shelly.com/de/products/shelly-bypass-for-dimmer.

    Und wenn ich jetzt vom HUE UPE 25% weg rechne und zum Shelly Dimmer Preis, noch Shelly Bypass Preis addiere, dann kostet HUE Dimmer ca. 45€ und Shelly Paket ca.35 €.
    HUE ist zwar immer noch teurer, lässt sich dafür auch ohne wenn und aber in eine HUE Installation einbinden.
    Und ich bin mir sicher, es wird garantiert noch Set´s mit zwei oder drei Dimmern und andere Aktionen mit z.B. 30% zum UPE geben.

  2. Nutzerbild TNebgen

    Ich hab in einem Zimmer eine dumme und eine hue Lampe. Beider werden über den gleichen Wandschalter bedient. Würde ich mit diesem Modul beide Smart bekommen?

    • Nutzerbild Lisa-Marie Karzick inside digital Team

      Hallo Tim,
      ja über diesen Wandschalter könntest du beide wie eine smarte Lampe steuern. Natürlich stehen bei der klassischen Lampe dann weniger Steuerungsoptionen zur Verfügung, aber sie ließe sich auch ohne den Lichtschalter zu bestätigen, steuern.

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