Optisch zeigt sich der ausschließlich vollelektrisch erhältliche EX60 als klassischer Vertreter der neuen Volvo-Designlinie: klare Kanten, ruhige Flächen, markante „Thor’s Hammer“-Scheinwerfer vorn. Kein aggressiver Auftritt, kein futuristischer Firlefanz – sondern pure Zurückhaltung mit Stil. Die Proportionen sind ausgewogen: langes Dach, muskulöse Schulterpartie, kurze Überhänge. Wer die modernen Linien des EX90 mag, wird sich auch beim neuen EX60 sofort heimisch fühlen. Nur etwas kompakter und ja, auch griffiger. Drei Varianten stehen zur Auswahl:
- Volvo EX60 P6 electric (275 kW / 374 PS) mit 83-kWh-Batterie
- Volvo EX60 P10 AWD electric (375 kW / 510 PS) mit 95-kWh-Batterie
- Volvo EX60 P12 AWD electric (500 kW / 680 PS) mit 117-kWh-Batterie
Interieur: minimalistisch, digital, entspannt
Im Innenraum bleibt alles typisch Volvo – minimalistisch, hell, funktional. Statt Chrom und Schnörkel gibt’s recycelte Materialien. Zudem feine Stoffe an den Oberflächen des Armaturenbretts und der Türen. Ferner naturverbunden anmutende Holz-Applikationen. Das Google-basierte Infotainmentsystem – ein 15-Zoll-OLED-Touchscreen in jetzt horizontaler Ausrichtung – dominiert die Mittelkonsole, flankiert von einem kompakten, weit in Richtung Windschutzscheibe gerückten Fahrerinfodisplay (11,4 Zoll) hinter dem überraschend kleinen Lenkrad mit physischen Tasten. Alles wirkt beim ersten Probesitzen vertraut. Und doch etwas weitergedacht. Ablesen lässt sich das auch an der neuen Core-Computing-Architektur für kontinuierliche Software-Updates und an der Integration von KI in Form von Google Gemini.

Interessant: Volvo bietet verschiedene Interieurthemen an – von klassisch hell (fast wohnlich) bis sportlich-dunkel. Und das Platzangebot kann ebenfalls überzeugen: Der EX60 nutzt die neue SPA3-Architektur, die eine noch cleverere Raumnutzung ermöglicht. Du darfst dich auf richtig viel Kopf- und Beinfreiheit auf allen Plätzen, einen flachen Boden und viel Licht im Innenraum freuen. Denn ein großes Panoramaglasdach gibt es in diesem E-Auto serienmäßig. Und wer sich für die höchste Ausstattungsvariante entscheidet, bekommt das Glasdach sogar in elektrochromatischer Form. Dann ist es auf Knopfdruck möglich, die Durchsicht zu unterbinden.
Satter Sound – von Bose oder Bowers & Wilkins
Kleines Highlight: das Soundsystem, das unter anderem auch direkt in die Kopfstützen integriert ist. So entsteht im besten Fall echtes Lounge-Gefühl auf vier Rädern. In der Plus-Variante des Volvo EX60 ist übrigens ein Soundsystem von Bose mit 21 Lautsprechern verbaut. Wer sich für die teurere Ultra-Variante entscheidet, bekommt eines von Bowers & Wilkins mit 28 Lautsprechern und einer Gesamtleistung von 1.820 Watt. Praktisch: Die Lautstärke lässt sich über eine Drehwalze unter dem Center-Bildschirm regulieren.
Vorn und hinten stehen für die reisenden Passagiere je zwei USB-C-Anschlüsse zur Verfügung. Ein klassisches Handschuhfach gibt es hingegen nicht. Dafür einen zusätzlichen Stauraum unterhalb des Touchscreens. Ebenfalls auffällig: Die Mittelkonsole ist nicht durchgängig. Das sorgt für mehr Beinfreiheit. Hinter dem Lenkrad ist ein Gangwahlhebel zu finden. Anders als in anderen Modellen von Volvo und Polestar lässt sich der Tempomat des Autos aber nicht über diesen Hebel aktivieren. Stattdessen ist dafür eine Taste am Multifunktionslenkrad vorgesehen.
Großer Kofferraum an Bord
In den Einstellungen des Premierenfahrzeugs war bereits zu entdecken, dass es drei Stufen für die Rekuperation geben wird, vier Fahrmodi unterstützt werden und auch drei Lenkmodi mit unterschiedlichem Widerstand auswählbar sind. Außerdem kannst du die Härte der Federung in drei Stufen einstellen. Der Kofferraum mit 634 Litern regulärem und auf bis zu 1.647 Liter erweiterbarem Ladevolumen versteckt sich hinter einer elektrischen Klappe (serienmäßig) und wird um einen 63 Liter fassenden Unterboden-Stauraum ergänzt. Hinzu kommt ein 58 Liter großer Frunk unter der Fronthaube, wo sich unter anderem ein AC-Ladekabel verstauen lässt.

Beeindruckend ist auch das Platzangebot auf den hinteren Sitzplätzen. Das 4,80 Meter lange und mit 2,97 Meter Radstand gesegnete E-Auto bietet nicht nur viel Kopf-, sondern auch viel Beinfreiheit, wenn man im Fond des Fahrzeugs Platz nehmen muss. Das wird insbesondere lang gewachsene Mitfahrer freuen. Umklappen lassen sich die Rücksitze auch auf Knopfdruck – über kleine Tasten im Kofferraum.
Technik und Antrieb: sauber, stark, clever
Aber natürlich möchte der maximal 180 km/h fahrende Volvo EX60 seine Kunden von der ersten Minute an auch mit innovativen Features überzeugen. Nicht nur per Bauweise im Megacasting-Verfahren, bei dem die Aluminium-Karosseriefertigung aus einem Guss statt mit unzähligen Einzelteilen erfolgt, sondern auch technisch. Etwa mit einem Allradantrieb bei den Topversionen P10 und P12, mit einer 800-Volt-Architektur für stattliche Ladeleistungen von bis zu 370 kW (die aktuelle Basisversion P6 schafft „nur“ maximal 320 kW) und einer WLTP-Reichweite von bis zu 810 Kilometern (P12), 660 Kilometern (P10) oder 620 Kilometern (P6).
Natürlich sind OTA-Updates, moderne Fahrerassistenzsysteme der nächsten Generation und teilautomatisiertes Fahren an Bord. Ebenso neue Sicherheitsgurte mit multi-adaptivem Ansatz auf den vorderen Sitzplätzen. Über Kameras und andere Sensoren wird genau überprüft, wer (mit)fährt und so eine individuelle Anpassung der notwendigen Rückhaltekraft berechnet. Das beugt im Falle eines Unfalls schweren Verletzungen am Brustkorb vor, verspricht der Hersteller. Die Karosserie soll gegenüber dem EX90 leichter, die Fahrwerksabstimmung etwas dynamischer sein. Das Ganze erinnert an den Ansatz der Performance-Schwester Polestar, allerdings mit mehr Alltagstauglichkeit und weniger Härte.
Und noch eine weitere Neuerung fällt direkt ins Auge, wenn man sich den Volvo EX60 von außen anschaut: An den rahmenlosen Türen sind keine klassischen Türgriffe verbaut. Stattdessen kommen unter anderem aus aerodynamischen Gründen sogenannte „Door-Wings“, also kleine „Tür-Flügel“, zum Einsatz. Sie verfügen über einen Drucksensor auf der Rückseite und ermöglichen ein elektronisches Öffnen. Für den Fall der Fälle ist das Türöffnungssystem mit einem unabhängigen Stromkreislauf ausgestattet.

Nachhaltigkeit & Zukunftsversprechen
Und wie geht es weiter? Volvo bleibt seiner Linie treu: Bis 2030 vollelektrisch, bis 2040 klimaneutral sein. Der EX60 soll ein weiterer Schritt in diese Richtung werden. Das wird nicht nur durch recycelte Materialien sichtbar, sondern auch durch die Produktion – laut Volvo komplett mit grünem Strom und reduziertem CO₂-Fußabdruck. Auch softwareseitig plant der Hersteller langfristige Updates über Jahre hinweg – was das Auto nicht nur aktuell, sondern auch wertstabil halten soll. Stichwort: „Software-defined Vehicle“ – auch im Volvo-Style.
Fazit: Der goldene Mittelweg
Unter dem Strich bleibt im Ersteindruck die Erkenntnis: Der Volvo EX60 soll genau das Modell sein, auf das viele Menschen bei der E-Mobilität gewartet haben. Er schließt die Lücke zwischen dem eher kompakten EX40 und dem luxuriösen EX90, bietet Technik auf Top-Niveau und das wohl ausgewogenste Design im Volvo-Line-up.

Und gerade deswegen könnte der EX60 einer der spannendsten Premium-Elektro-SUVs des Jahres 2026 werden – primär für alle, die keine Lust auf Tech-Overkill haben, aber auch keine Kompromisse bei Komfort und Stil machen wollen. Dabei gelten die folgenden Preise:
- P6 electric Plus ab 62.990 Euro
- P6 electric Ultra ab 69.790 Euro
- P10 AWD electric Plus ab 65.990 Euro
- P10 AWD electric Ultra ab 72.790 Euro
- P12 AWD electric Plus ab 71.990 Euro
- P12 AWD electric Ultra ab 78.790 Euro
Kurz gesagt: Der Volvo EX60 ist ein Auto, das nicht laut überzeugen will – sondern still beeindruckt. Und neue Technologie genau dort einsetzt, wo sie im Alltag hilfreich ist. Dabei kannst du dich auf 2.000 Kilogramm Anhängelast beim P6 freuen. Mit den Allradmodellen P10 und P12 ist sogar das Ziehen von 2.400 Kilogramm möglich.

Der offizielle Produktionsstart soll übrigens schon im Frühjahr 2026 erfolgen. Erste Auslieferungen der Modelle P6 (0 auf 100 km/h in 5,9 Sekunden) und P10 (4,6 Sekunden) sind für den kommenden Sommer geplant, beim Top-Modell P12 geht’s erst Anfang 2027 los. Das schafft den Sprint auf 100 km/h übrigens schon in 3,9 Sekunden, verspricht der Hersteller.
Der Volvo XC60 mit Plug-in-Hybrid-Antrieb wird übrigens weiterlaufen und soll zeitnah auch nochmals ein technisches Upgrade erhalten.
Volvo EX60 Cross Country folgt 2027
Und noch etwas möchten wir an dieser Stelle nicht vergessen: Wer sich den EX60 mit adaptiver Luftfederung, Unterfahrschutz aus gebürstetem Edelstahl und allgemein etwas robusterem Exterieur für das eine oder andere Offroad-Abenteuer wünscht, sollte ebenfalls bis Anfang 2027 warten. Denn dann startet die Produktion des Volvo EX60 Cross Country. Er wird nur mit Allradantrieb als P10- und P12-Modell angeboten und bei 68.990 Euro starten. Du musst hier also mit 3.000 Euro Aufpreis rechnen.

