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Die E-Autos der Reichen: Bezahlt von denen, die sich keins leisten können

3 Minuten
Wer Diesel oder Benziner fährt und sich keinen Stromer leisten kann oder will, finanziert die E-Autos derer, die sie fahren. Und die bekommen gleich mehrere Hundert Euro im Jahr. Das tut weh, soll es aber auch. Doch ist das fair?
Die E-Autos der Reichen: Bezahlt von denen, die sich keins leisten können
Die E-Autos der Reichen: Bezahlt von denen, die sich keins leisten könnenBildquelle: Erik Mclean / Unspalsh

Das E-Auto ist gekommen, um den Verbrenner abzudrängen. Es wird subventioniert, parkt gratis in Innenstädten und wird politisch umarmt wie ein lange vermisstes Kind. Der Verbrenner dagegen röchelt. Er wird verteuert, verdrängt, verachtet. Und das Beste: Wer ihn noch fährt, finanziert bereits den Abschied von sich selbst. Jeder Tankstopp ist inzwischen ein kleiner Soli – nicht für Ossis, sondern für E-Auto-Fahrer. Der Verbrennerfahrer merkt es kaum. Aber es passiert jeden Tag. An jeder Zapfsäule, mit jedem Tropfen Diesel und Benzin.

Warum und wie Verbrennerfahrer E-Autos subventionieren

Schuld ist ein technokratisches Konstrukt mit dem Charme eines Steuerformulars: die THG-Quote. Sie verpflichtet Mineralölkonzerne, ihre CO₂-Emissionen zu senken. Tun sie aber nicht ausreichend. Also kaufen sie sich frei. Bei denen, die angeblich emissionsfrei unterwegs sind: E-Auto-Fahrern. Jedes zugelassene E-Auto erzeugt auf dem Papier eine CO₂-Ersparnis. Diese Einsparung wird gehandelt. Wer viel ausstößt, zahlt. Wer elektrisch fährt, kassiert. Das Geld fließt nicht direkt von der Zapfsäule zum Tesla-Fahrer, aber der Umweg ist ziemlich kurz.

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Das Geld wandert über Zwischenhändler, Plattformen und Abrechnungsmodelle zu denen, die elektrisch fahren. Die Konzerne legen die Kosten um. Auf Benzin und auf Diesel. Auf alle, die keine Wallbox, kein Leasingangebot und keine Dienstwagenregelung haben. Wer tankt, zahlt. Wer lädt, bekommt. Klimapolitik als Umverteilung des Geldes zugunsten der Reichen, die sich ein E-Auto leisten können.

Ist das fair?

Jein. Klimapolitisch ist es logisch: CO₂ soll weh tun. Alternativen sollen belohnt werden. Das Problem ist nur: Die Alternativen sind ungleich verteilt. Wer auf dem Land lebt, wenig verdient oder schlicht keinen Stellplatz hat, zahlt. Gut situierte oder dienstwagenberechtigte bekommen Geld zurück. Und das sind oft mehrere Hundert Euro im Jahr. Seit Anfang 2026 sogar 1,4 Prozent mehr, als im vergangenen Jahr. Und seit Neuestem auch noch bis zu 6.000 Euro beim Kauf eines Stromers.

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Das E-Auto wird nicht vom Markt durchgesetzt, sondern von der Zapfsäule querfinanziert. Der Verbrenner stirbt nicht leise, sondern zahlend. Und während man ihm beim Ausbluten zusieht, nennt man das Transformation. Man kann das richtig finden. Oder notwendig. Aber ehrlich wäre es, es auch so zu nennen: Der Abschied vom Verbrenner wird von denen bezahlt, die sich den Abschied am wenigsten leisten können. Und wer sich ein 50.000 Euro teures E-Auto leisten kann, eine Wallbox, eine Solaranlage auf dem Eigenheim, dem greift die Politik finanziell unter die Arme.

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3 KOMMENTARE

  1. Nutzerbild Patenter Anwalt

    Die Argumentation geht völlig fehl. Die 10% Bestverdiener bezahlen 90% des Einkommensteueraufkommens… Diejenigen, die sich keins leisten können, zahlen kaum bis gar keine Steuern. Es sieht aufgrund der hohen Sozialabgaben nur so aus!

  2. Nutzerbild S. Zweigler

    Srry, aber jetzt sind 150 Euro jährliche THG Quote an der Verarmung der schwer arbeitenden Bevölkerung schuld? Was ist mit dem Dieselprivileg oder der Pendlerpauschale? Was ist mit Redispatchkosten für günstigen Strom bei Süddeutschlands Schwerindustrie? Das ist mir etwas zu viel Polemik. Gebrauchte Stromer werden einem mittlerweile hinterhergeworfen. Die Durchschnittsgrößen und Motorisierungen der Verbrenner sehen nicht danach aus, als ob Deutschlands Verbrennerfahrer wegen 150 Euro Umlage alle kurz vor der Privatinsolvenz stehen. Da hat meine Autoversicherung die Beiträge in 2-3 Jahren sicher weit deutlicher erhöht. Die neue E-Auto Kaufprämie ist klar sichtbar sozial gestaffelt und Eautos gibt es teilweise auch neu für sehr niedrige Leasingraten. Wer eine Gesamtrechnung mit Verbrauch und Instandhaltung macht sieht schnell, dass ein Eauto über die Laufzeit viel Geld einspart also gerade für die Leute spannend ist, die rechnen müssen.

    Es ist ein überholtes Märchen, dass man auf dem Land nicht Eauto fahren kann, genauso stehen mittlerweile in jeder Stadt und an jeder zweiten Autobahnausfahrt große Ladeparks, also auch der Mieter darf elektrisch fahren. Der Verbrenner stirbt so oder so, technologisch ist der Drops gelutscht. Das Eauto als Stinkefinger der Reichen? Sorry das kauf ich nicht. Eher der Verbrenner als Droge, die Petrostaaten und den vielen Multimrdölkonzernen als Dealer die Mrd in Lobbyismus und Propaganda stecken weil ihnen die Felle davonschwimmen. Finden wir das wirklich so toll dass jedes 2 Schiff auf den Weltmeeren Ölprodukte unherfährt und Deutschland 80-100Mrd Euro jedes Jahr ins Ausland überweist damit wir irgendwas verbrennen können? Eauto fahren ist toll, es fühlt sich nach einer Perspektive an, nach Kontrolle. Das reine fahren ist auch super, Power ohne Ende, es stinkt nicht, vibriert nicht, niedrige Wartungskosten, niedrige Mobiltätskosten. Ich fahre 100km für unter 1 Euro und lache nur, wenn ich an der Tanke vorbei fahre. Das der „kleine Mann“ sich das nicht leisten können soll ist schlicht unwahr.

  3. Nutzerbild Frank

    Was nennst du dieselprivileg? Ist es ein Privileg, das der Staat einem bei Diesel ein paar Cent weniger abknöpft. Klingt irgendwie immer als bekäme man etwas geschenkt. Als das eingeführt wurde, wurde bei PKW im Ausgleich die Steuer höher gemacht als beim Benziner. Ein Privileg ist doch eher, das Stromer gar keine Steuern bezahlen. Wenn man mal davon aus geht, das die Steuer für die Straßen sein soll, wieso braucht dann ein oft schwererer Stromer keine bezahlen?

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