Die große Auto-Lüge: TV-Physiker platzt der Kragen

3 Minuten
Deutschland streitet über Verbrenner, E-Autos und teuren Strom. Jetzt stellt TV-Physiker Harald Lesch eine unbequeme Frage: Warum halten wir an einer Subvention fest, die alles ausbremst? Die Antwort darauf könnte den ganzen Streit kippen.
Die große Auto-Lüge: TV-Physiker platzt der Kragen
Die große Auto-Lüge: TV-Physiker platzt der KragenBildquelle: Hooman R. / Unsplash

Deutschland diskutiert mal wieder über Autos. Genauer: über das Ende des Verbrenners, hohe Strompreise und die Frage, ob E-Autos nun Zukunft oder Zumutung sind. Kaum ein Thema entzündet die Gemüter so zuverlässig wie der Motor unter der Haube. Das liegt auch daran, dass hier zwei Welten aufeinandertreffen: Die eine hängt am Diesel wie am Morgenkaffee, die andere will endlich raus aus der fossilen Vergangenheit. Und irgendwo dazwischen balanciert eine Politik, die beides gleichzeitig bedienen will – und damit am Ende keine Seite zufriedenstellt.

TV-Experte mit klarer Meinung zum Thema E-Auto vs. Diesel

Der TV-Physiker, der sonst über Galaxien, Quanten und kosmische Staubwolken spricht, schaut auf die deutsche Energiepolitik und fragt sich laut, warum wir uns so schwertun mit dem Umstieg. Während in Talkshows über zu teure E-Autos, komplizierte Ladesäulen und angeblich unzuverlässige Wärmepumpen gestritten wird, macht Lesch ein ganz anderes Thema auf: die Subventionen, die den fossilen Wandel bremsen.

Es sind 18 Cent pro Liter Diesel. So viel legt der Staat jeden Tag, jede Woche, jedes Jahr oben drauf. Eine Art historischer Treuebonus für den Verbrenner. Für Lesch eher überholt, um in der Sprache der Auto-Welt zu bleiben. „Aus der Zeit gefallen“, sagt er. 18 Cent, die jedes Argument über zu hohen Strom für E-Autos und Wärmepumpen plötzlich ziemlich schief aussehen lassen. Wäre dieses Geld nicht sinnvoller investiert, um saubere Technologien erschwinglicher zu machen?

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Lesch denkt dabei nicht in Wunschfarben, sondern in Effizienz. Aus seiner Sicht sind Wärmepumpen und Elektroautos schlicht die besseren Maschinen. Physikalisch überlegen, technisch ausgereift, schnell skalierbar. Keine grünen Träume, sondern nüchterne Ingenieurskunst. Und trotzdem, so Lesch, verheddert sich die Politik im Klein-Klein, statt den Übergang aktiv zu gestalten. „Mut statt Angsthasigkeit“, fordert er in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung.

Was für eine Logik

Das Gegenargument, Deutschland sei zu klein, um das Klima zu retten, lässt er nicht durchgehen. Wenn Wohlstandsländer sich wegducken, wer soll dann vorangehen? „Mit derselben Logik könnte ich auch das Steuern zahlen einstellen“, sagt der TV-Wissenschaftler. Ein Satz, der sitzt.

Und doch bleibt Lesch erstaunlich optimistisch. Er glaubt an Marktkräfte, an Technik, an den berühmten Kipppunkt – in diesem Fall den guten. In Texas, einem Staat, der seinen Stolz aus Öl pumpt, boomt inzwischen die Windkraft. „Wir sind auf Wind gestoßen!“, witzelt Lesch. Ein Hinweis darauf, dass Erneuerbare am Ende genau das tun, was fossile Technologien jahrzehntelang taten: sich durchsetzen.

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Interessant dabei: Noch 2022 war Lesch überzeugt, dass Wasserstoff der Antrieb der Zukunft sei. Dann ruderte er zurück. E-Autos seien effizienter, praxistauglicher, realistischer. Heute sagt er klar: Subventionen für fossile Energien sind aus der Zeit gefallen.

Mitreden

4 KOMMENTARE

  1. Nutzerbild Reinhard Riek

    ein Physikprofessor, der nicht weiß, dass Ideologie und Bildung nicht kompatibel sind, kann nicht sonderlich gebildet sein.
    Genauso ärgert es mich, dass ich noch immer nicht Universitätsorofessor bin, obwohl ich auch nur Singen und Klatschen gelernt habe.

    Der Unterschied zwischen Lesch und mir besteht darin, dass ich nicht missionierbar bin.

    Aber beim ZDF ist ja bekanntermaßen jede Art von Bildung strengstens verboten, Bildung ist dort sogar ein Kündigungsgrund.

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  2. Nutzerbild P.E.

    Und wieder ein reißerischer, einseitiger Beitrag, der das Problem nicht lösen wird.
    Diese Subvention bremst bestimmt nicht alles aus!
    Werden E-Autos nicht auch subventioniert mit Bonus und Steuerbefreiung? Und was ist mit den Spritsteuern? Fließen die alle in die ursprünglich festgelegten Zweckbindungen wie Infrastruktur und Straßenbau?
    Aus diesem komplexen System sich nur eine faule Tomate herauszupicken, die gerade ins Konzept passt und dabei das Gesamtproblem zu vernachlässigen, erscheint nicht sachdienlich, ja unredlich.
    Es nutzt der Welt auch nicht viel, wenn Deutschland mal wieder den Vorreiter spielt, die meisten anderen Länder aber nicht folgen. Siehe Luftreinhaltung in Europa am Beispiel der filterfreien Kohlekraftwerke an der polnischen und tschechischen Grenze, siehe FCKW-Emissionen. Wir fahren Kraftwerke mit modernster Technik herunter und kaufen lieber „schmutzigen“ Atomstrom bei den Nachbarn. Details sind wichtig und sollten nicht vergessen werden.
    Natürlich muss „etwas“ getan werden. Aber es geht nur gemeinsam und vernünftig. Grüne Wolkenkuckucksheime gibt es ja genug, siehe Windkraftanlagen mit Vogel-, Fledermausschlag sowie Insektensterben. Stehen sie im Meer, gehen die Kollateralschäden glücklicherweise unter und niemand braucht sich aufzuregen.
    Auch ein Mojib Latif hatte viele Vorschläge, wie man das Klima rettet. Was ist davon geblieben?
    Es wäre schön, wenn die Lösung so einfach wäre…

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  3. Nutzerbild Hartmut Lücke

    Ich finde es traurig dass Kommentaristen so stupide Meinungen über unseren intelligenten und dem Volk Probleme erklärenden Wissenschaftler ( ähnlich wie früher Jean Pütz) auch noch in der Öffentlichkeit breit treten, ich bin überzeugter Fan von Prof. Lesch

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  4. Nutzerbild D. Gaßmann

    Man stelle sich mal vor,daß alle Fahrzeughalter sich jetzt in Deutschland für den Kauf eines
    Elektroauto entscheiden würden,na, klingelt es bei den Befürwortern dieser Elektromobilität??!!In Deutschland fehlen dafür wesentliche Voraussetzungen.
    Ich bin dafür, daß jeder entscheiden kann, welche Antriebsart er/sie wählt. Ein generelles Verbrenneraus halte ich für absolut
    indiskutabel.

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