E-Auto-Förderprogramm statt Umweltbonus: Das sind die neuen Prämien

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Noch immer sind E-Autos oft teurer als Pkw mit Verbrennungsmotor. Doch du kannst den Kaufpreis drücken. Und zwar über das E-Auto-Förderprogramm mit sozialer Staffelung, das die Bundesregierung für Privatkunden aufgelegt hat. Wir zeigen dir alle Details zu den neuen Prämien.
E-Autos an Ladesäule
E-Autos werden günstiger - über ein E-Auto-Förderprogramm in Deutschland.Bildquelle: Gemini

Das neue E-Auto-Förderprogramm für Privatpersonen gilt einerseits für rein batterieelektrisch angetriebene Pkw (BEV), aber auch für E-Autos mit Range Extender (REEV) und Plug-in-Hybride (PHEV). Allerdings müssen sich REEV- und PHEV-Käufer mit einer niedrigeren Prämie zufriedengeben und zusätzliche Regeln akzeptieren (siehe unten). Im Kern ersetzt das neue Programm den in der Vergangenheit schon einmal erhältlichen Umweltbonus und setzt auch eine soziale Staffelung. Geld vom Staat gibt es nämlich nur für kleine und mittlere Einkommen. Besserverdiener mit mehr als 90.000 Euro Haushaltseinkommen erhalten keine Förderung. Teilweise ist auch schon bei einem Haushaltseinkommen von mehr als 80.000 Euro keine Förderung möglich. Dann ist die Anzahl der Kinder im Haushalt für die Höhe der Förderung entscheidend. Mehr Nachwuchs ist gleichbedeutend mit einer höheren Kaufprämie.

Wie viel Geld bekomme ich beim E-Auto-Förderprogramm zurück?

Für Autos, die rein elektrisch fahren, also über keinen Verbrennungsmotor verfügen, ist abhängig vom Einkommen und von der Anzahl der Kinder eine Kaufprämie zwischen 3.000 und 6.000 Euro möglich. Das gilt einerseits bei einem Autokauf, aber auch beim immer beliebter werdenden Leasing. Bei Anschaffung eines förderfähigen Plug-in-Hybrids sind zwischen 1.500 und 4.500 Euro staatliche Förderung drin. Die nachfolgenden Tabellen geben dir einen Überblick zur genauen Staffelung des neuen E-Auto-Förderprogramms in Deutschland.

Prämie für die Anschaffung eines E-Autos (BEV)

zu versteuerndes HaushaltsjahesabkommenHaushalt ohne Kinder unter 18 JahrenHaushalt mit einem Kind unter 18 JahrenHaushalt mit zwei und mehr Kindern unter 18 Jahren
85.001 bis 90.000 Euronicht förderfähignicht förderfähig4.000 €
80.001 bis 85.000 Euronicht förderfähig3.500 €4.000 €
60.001 bis 80.000 Euro3.000 €3.500 €4.000 €
45.001 bis 60.000 Euro4.000 €4.500 €5.000 €
bis 45.000 Euro5.000 €5.500 €6.000 €

Prämie für die Anschaffung eines E-Autos mit Range Extender (REEV) oder eines Plug-in-Hybrids (PHEV)

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Wenn du dich für ein neues Auto mit Plug-in-Hybrid-Antrieb oder Range Extender entscheidest, gibt es noch weitere Grenzwerte, die bei dem Neuwagen nicht über- bzw. unterschritten werden dürfen, um eine Förderung zu erhalten. So dürfen diese Fahrzeuge einen konkreten Wert an CO₂-Emissionen nicht überschreiten: 60 Gramm CO₂ pro Kilometer. Diesen sogenannten Typgenehmigungswert kannst du in der Regel jedem Online-Konfigurator entnehmen, aber auch in jedem Autohaus erfragen. Wichtig auch: Die rein elektrische Reichweite muss bei mindestens 80 Kilometern liegen, damit eine staatliche Förderung überhaupt möglich ist.

Privatpersonen sollen vom Umstieg auf die E-Mobilität profitieren

Mit dem neuen Förderprogramm unter der Leitung des Bundesumweltministeriums möchte die Bundesregierung mehr Privatpersonen den Umstieg auf klimafreundliche Mobilität ermöglichen. Anders als bisher sollen aber nicht nur klima- und industriepolitische Ziele verfolgt werden, sondern unter Einbeziehung der Einkommensgrenzen auch sozialpolitische. Geprüft wird aktuell noch, ob auch Fahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb in die Förderung aufgenommen werden.

Die oben genannten Förderungen gibt es nicht nur bei einem Autokauf, sondern auch, wenn ein Leasingvertrag der Autofinanzierung zugrunde liegt. Wichtig allerdings: Der zu fördernde Neuwagen – eine Förderung für Gebrauchtwagen gibt es noch nicht – muss nach einem Kauf oder im Rahmen eines Leasing-Angebots mindestens 36 Monate, also drei Jahre, auf den Halter in Deutschland zugelassen werden. Erst dann gibt es Geld vom Staat. Das soll verhindern, dass ein neues E-Auto kurze Zeit nach Erhalt der Förderprämie mit Gewinn weiterverkauft wird.

Passende Formulare für die neue E-Auto-Förderung sollen voraussichtlich ab Mai 2026 über das Internet zur Verfügung stehen. Die Förderung lässt sich dann auch rückwirkend für alle Neuzulassungen ab dem 1. Januar 2026 beantragen. Maximal darf zwischen Antrag und Zulassung ein Jahr liegen. Maßgeblich ist immer das Datum der Zulassung, nicht der Bestellzeitpunkt. Die Höhe des zu versteuernden Einkommens ergibt sich übrigens aus dem Durchschnitt der beiden jeweils aktuellsten Steuerbescheide, die maximal drei Kalenderjahre alt sein dürfen. Für einen Förderantrag Anfang 2026 kannst du demnach den Durchschnitt des zu versteuernden Einkommens der Steuerbescheide 2024 und 2023 ansetzen.

Ziel: Deutsche Automobilindustrie sichern

Doch warum die neue Förderung für E-Autos überhaupt? Nun, ein zentraler Eckpfeiler auf dem Weg zur Klimaneutralität ist die E-Mobilität. Und um die Führungsrolle der deutschen Automobilindustrie in Zukunft zu behaupten, braucht es nach Ansicht der Bundesregierung einen starken Heimatmarkt. Mit der neuen Förderung erwartet die Politik einen wichtigen Impuls für den Hochlauf der Elektromobilität im Automobilsektor.

Die neuen Prämien seien ein Anschub für die deutsche, aber auch für die europäische Automobilwirtschaft. Stand heute stammen etwa 80 Prozent der neuzugelassenen E-Autos und Plug-in-Hybride in Deutschland aus europäischer Produktion. Geprüft wird noch die Aufnahme sogenannter EU-Präferenzregelungen. Diese Vorgaben können zu einem späteren Zeitpunkt in das laufende Förderprogramm integriert werden. Dann könnte es zum Beispiel für chinesische oder andere E-Autos aus nicht-europäischer Produktion eine niedrigere Kaufprämie geben.

E-Autos sind umweltfreundlicher – das soll sich lohnen!

Zu bedenken gibt die Bundesregierung im Rahmen des Förderprogramms auch, dass E-Autos über den gesamten Lebenszyklus bereits heute deutlich klima- und umweltfreundlicher unterwegs seien als Verbrenner. Schließlich stoßen Elektroautos kein Stickoxid und kaum Feinstaub aus. Das verbessert gerade in Städten die Luftqualität spürbar. Und besonders wenn man ein E-Auto zu Hause laden kann, ist ein deutlich höherer Wirkungsgrad zu erzielen. Mit derselben Energiemenge können E-Autos im Vergleich zu einem klassischen Verbrenner weiter fahren. Und: Es gibt keinen Ölwechsel, keinen Auspuff, keinen Kupplungsverschleiß. Das spart Werkstattkosten. Ferner sind E-Autos aktuell für mehrere Jahre von der Kfz-Steuer befreit.

In Summe stellt die Bundesregierung für die neue E-Auto-Förderung Mitte in Höhe von 3 Milliarden Euro bereit. Sie stammen aus dem Klima- und Transformationsfonds, der unter anderem die Einnahmen aus der CO₂-Bepreisung nutzen kann. Nach aktuellem Stand der Dinge reichen die Fördermittel bis ins Jahr 2029 und voraussichtlich für rund 800.000 Fahrzeuge.

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