Anfang Februar soll im Kabelnetz ein Technik-Update starten. Parallel dazu führt der Anbieter neue Tarife ein. Nur wenn beides zusammenspielt, wirst du von der Änderung profitieren können. Denn technisch verändert wird der Upstream im Kabel. Dieser war bisher selbst in den höchsten Tarifen mit 1.000 Mbit/s auf gerade einmal 50 Mbit/s limitiert. Künftig ist mehr möglich. Vodafone spricht von einem Plus von bis zu 50 Prozent. Das heißt aber nichts anderes, als dass das Limit künftig bei 75 Mbit/s liegt. Zum Vergleich: Im Glasfasernetz bekommst du bei den meisten Anbietern bei einem 1.000-Mbit/s-Tarif einen Upstream von 500 Mbit/s. Für dich ist ein hoher Upstream vor allem dann relevant, wenn du regelmäßig Daten hochlädst: Videocalls, Cloud-Backups, große Foto- und Video-Uploads oder das Teilen größerer Dateien profitieren eher vom Upload als vom ohnehin hohen Download.
Neue Tarife, mehr Download und ein gedeckelter Upload
Parallel führt Vodafone neue Kabel-Tarifstufen ein. Bei mehreren Paketen steigt der Download, ohne dass Vodafone den monatlichen Basispreis anhebt. Konkret sollen die bisherigen 100er- und 250er-Tarife jeweils 50 Mbit/s mehr bekommen, also 150 und 300 Mbit/s – und somit so viel wie normalerweise bei Glasfaseranschlüssen. Der bisherige 500er wird zum 600er-Tarif. Zusätzlich kommt ein 800er-Tarif als Zwischenstufe unterhalb von 1.000 Mbit/s. Alle Tarife bekommen einen Upload von 75 Mbit/s. Der 50er-Tarif bleibt bei 50 Mbit/s im Download und 25 Mbit/s im Upload.
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Die neuen Vodafone-Kabeltarife im Überblick

75 Mbit/s Upload sind im Kabelalltag ein spürbarer Schritt, wenn du zu Hause arbeitest oder häufig Inhalte hochlädst. Gleichzeitig bleibt das Profil klar asymmetrisch: Selbst bei sehr hohem Download ist der Upload im Tarifbild bei 75 Mbit/s gedeckelt. Das unterscheidet Kabel in der Praxis oft von Glasfaseranschlüssen, bei denen höhere Upload-Raten je nach Produktklasse üblicher sind. Enttäuschend sind die 75 Mbit/s auch, weil Vodafone einst sogar 400 Mbit/s im Upstream in Aussicht gestellt hatte.
Also: Verbesserung ja, eine echte Glasfaser-Alternative nein – auch was die Latenz angeht. Und: Kabel bleibt ein geteiltes Medium. Ob die Werte in deiner Wohnung stabil anliegen, hängt auch davon ab, wie stark dein Segment ausgelastet ist und wie gut die Hausverkabelung mitspielt. Vodafone setzt dabei auf zusätzliche Segmentierung und weiteren Ausbau, um Engpässe zu reduzieren. Zwar ist auch Glasfaser ein Shared Medium, allerdings hängen hier weitaus weniger Haushalte an der gleichen Leitung.
So funktionieren Tarifwechsel bei Vodafone in diesem Kontext
Wichtig: Die neuen 75 Mbit/s Upload hängen an den neuen Kabel-Tarifen. Das Technik-Upgrade im Netz allein bedeutet also nicht automatisch, dass jeder Bestandskunde sofort schneller hochlädt. Sie müssen dazu den Tarif wechseln.
Wenn du als Bestandskunde in einen neuen Tarif wechseln willst, sind die Wechselregeln entscheidend:
- Wechsel in einen teureren neuen Tarif: jederzeit möglich.
- Wechsel in einen neuen Tarif mit gleichem monatlichen Basispreis: nach 18 Monaten Vertragslaufzeit möglich.
- Wechsel in einen günstigeren Tarif: erst nach Ablauf der Mindestvertragslaufzeit von 24 Monaten möglich.
Praktisch heißt das: Liegt dein Vertrag noch unter 18 Monaten, kann ein Wechsel in einen „gleich teuren“ neuen Tarif blockiert sein – auch wenn er mehr Tempo liefert. Dann bleibt dir entweder Warten oder ein Upgrade in eine teurere Stufe. Umgekehrt wird ein Downgrade in einen günstigeren Tarif erst nach 24 Monaten realistisch. Buchbar sind die neuen Tarife ab 29. Januar.
Das passiert technisch
Hinter dem Upload-Booster steht die neue „DOCSIS 3.1 Low Split“-Technologie – eine nächste Entwicklungsstufe des Standards für schnelles Internet im Kabelnetz. Um die mögliche Upload-Geschwindigkeit im Netz zu verbessern, wird der verfügbare Frequenzbereich für Datenübertragung neu verteilt und erhöht. Die Freischaltung des Upload-Boosters erfolgt durch die Vodafone-Techniker Anfang Februar im bundesweiten Netz.
Künftig stehen auch noch weitere Frequenzen für das Internet per Kabel zur Verfügung. Der Grund: Sky verlässt das Kabelnetz zu weiten Teilen.
