Vodafone hat nach eigenen Angaben im Dezember das bestehende Kabelnetz in über 100 Städten und Gemeinden aufgerüstet. Konkret geht es um zwei technische Maßnahmen: mehr Glasfaseranteile im Netz und sogenannte Segmentierungen. Betroffen sind laut Vodafone rund 100.000 Haushalte, bei denen das Internet über das Kabelnetz dadurch „schneller und stabiler“ werden soll. Sie sollten unmittelbar profitieren, ohne dass sie aktiv werden müssen. Denn die Arbeiten finden im Netz statt, die Kapazitäten steigen dadurch und werden von den Internet-Routern automatisch genutzt.
100.000 Haushalte betroffen: Hier hat Vodafone ausgebaut
Bei den Segmentierungen spricht Vodafone von 159 einzelnen Projekten. Besonders viele Maßnahmen nennt der Anbieter für Nürnberg (10 Projekte), Wuppertal (9) und Düsseldorf (7). Die Idee hinter einer Segmentierung ist, dass der Versorgungsbereich im Kabelnetz kleiner wird, sodass weniger Haushalte dieselben Netzressourcen teilen. Das soll die verfügbare Kapazität pro Anschluss erhöhen – vor allem zu den typischen Stoßzeiten. Denn diese sind bei Hunderten von Nutzern, die sich eine maximal verfügbare Kapazität teilen, das größte Problem. 2025 seien insgesamt 2.500 Modernisierungsmaßnahmen im Kabelnetz umgesetzt worden, die insgesamt 620.000 Haushalte betreffen. Insgesamt versorgt Vodafone mit den von Kabel Deutschland und Unitymedia gekauften Netzen mehr als 22 Millionen Haushalte.
- DSL vor der Abschaltung: So läuft der Umstieg auf Glasfaser
Solche Netzarbeiten sind keine Garantie dafür, dass bei dir automatisch eine höhere Tarifgeschwindigkeit „ankommt“. Wenn Vodafone Segmente teilt und Glasfaserstrecken ergänzt, geht es in erster Linie darum, Engpässe zu reduzieren und die Stabilität zu erhöhen. Das kann sich als konstantere Leistung bemerkbar machen – besonders dann, wenn ein Netzabschnitt zuvor stark ausgelastet war.
Ob du konkret profitierst, hängt jedoch davon ab, ob dein Anschluss in einem der modernisierten Bereiche liegt. Vodafone nennt zwar Städte und Größenordnungen, aber keine Liste einzelner Straßenzüge oder Netzbereiche.
Parallel: Glasfaser bis ins Haus wird weiter ausgebaut
Neben dem Kabelnetz treibt Vodafone auch das Glasfaser-Geschäft (FTTH) voran – teils über eigene Projekte, teils über Partner. Hier nennt Vodafone für Dezember zusätzlich 23.000 Haushalte, die nun Glasfaseranschlüsse buchen können. Insgesamt beziffert der Anbieter die Reichweite eigener Glasfaserangebote auf 11,3 Millionen Haushalte. In Esslingen sei der Ausbau über das Joint Venture OXG gestartet. In Wolfsburg entsteht das Baugebiet Sonnenkamp (150 Hektar), wo Vodafone die Glasfaserversorgung für 600 Wohneinheiten übernehmen soll. Und in Essen seien zusammen mit Ruhrfibre über 1.400 Wohneinheiten ans Glasfasernetz angeschlossen worden. Die meisten Glasfaser-Haushalte erreicht man allerdings über das Glasfasernetz der Telekom.
Schon bald: Noch mehr Kapazität im Kabelnetz
Allgemein wird erwartet, dass schon bald deutlich mehr Kapazität im Kabelnetz zur Verfügung steht. Hintergrund ist die Ankündigung des Pay-TV-Senders Sky, sich weitergehend aus dem Kabelnetz zurückzuziehen. Nur noch Sport- und UHD-Sender sollen über das Vodafone-Netz ausgestrahlt werden, alle anderen Sender werden auf Internet-Streams verlagert. Die Umstellung erfolgt im Februar und März. Aus gut informierten Kreisen war zu erfahren, dass durch die abgeschalteten Sky-Sender bundesweit bis zu 400 Mbit/s Kapazität für die Internetübertragung hinzukommen können.
